Emporia will Handyabsatz 2010/11 auf eine Million verdoppeln

10. August 2010, 12:58
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Linzer Senioren-Handy-Hersteller expandiert nach Russland, USA und Australien

Der Linzer Senioren-Handy-Hersteller Emporia will seinen Absatz im Geschäftsjahr 2010/11 (1. Juli bis 30. Juni) auf eine Million Handys verdoppeln. Der Umsatz soll von 50 (2009/10) auf zumindest 80 Mio. Euro wachsen. Als nächste Märkte sind Russland, die USA und Australien im Visier des Unternehmens. Das gaben Eigentümerin Eveline Pupeter-Fellner sowie Marketingleiterin Karin Schaumberger und Geschäftsführer Österreich Herbert Schwach in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz bekannt.

100.000 Telefone wurden im vergangenen Geschäftsjahr am Heimmarkt abgesetzt

Der Marktanteil des Herstellers liege in Österreich konstant bei 4 Prozent, 100.000 Telefone wurden im vergangenen Geschäftsjahr am Heimmarkt abgesetzt, sagte Schwach. Ziel sei, mehr der internationalen Netzbetreiber für sich zu gewinnen. Das Credo des Unternehmens sei die einfache Kommunikation. Zwei neue Modelle zielen auf unterschiedliche Kunden ab, "Elegance" hat Menschen im Blickfeld, die Wert auf Design legen und vor allem die Basisfunktionen Telefonie und SMS nutzen wollen, sogenannte Basiskommunikatoren, die schon ab der Altersgruppe 40+ zu finden seien. Das mit einem Solarpanel ausgestattete "Solid" richte sich an die aktiven Senioren, die gerne handwerken und sich im Garten betätigen, mit einem Schwerpunkt auf Sicherheit durch den integrierten Sturzsensor, das Notrufsystem und GPS. In drei Wochen werde auf der Elektronikmesse IFA in Berlin ein "einzigartiges Ding" präsentiert, das neue "Standards in der Anwendung" setze, machte Pupeter-Fellner neugierig.

Schwache Kopien

Die Konkurrenz schlafe freilich nicht. "Wir haben den Markt entwickelt, jetzt glauben manche, es sei schnelles Geld zu machen und gehen mit einer schwachen Kopie auf den Markt", analysierte Pupeter-Fellner. Das Einzigartige an den Emporia-Modellen sei der Notruf, der bei den ausgewählten Empfängern eine Bestätigung verlange. Bei den Konkurrenten könne dieser auch auf die Mobilbox oder den Anrufbeantworter gehen.

Durch die Zusammenarbeit des Unternehmens, vor allem des "Entwicklers" und Eigentümers Albert Fellner mit der FH Hagenberg, der Universität Cambridge und dem Innovationsforscher Robert Bauer von der Universität Linz gelinge es, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die mit und an der Zielgruppe zu arbeite. Pupeter-Fellner sieht einen "totalen Zukunftsmarkt" mit Touch Screen, medizinischen Applikationen und GPS. Ein Telefon, das auch den Blutzucker messen könne, scharre in den Startlöchern, allerdings seien klinische Tests noch nicht abgeschlossen und die Finanzierung noch nicht gesichert.

Das 1991 gegründete Unternehmen entwickelt seit 2007 vor allem Seniorenhandys, hat 120 Mitarbeiter, 40 davon in der Forschung, und ist bereits auf 30 Märkten tätig. Nähere Angaben zur Bilanz machten die Eigentümer nicht. Ein Gewinn von einer Mio. reiche, der Rest werde in das Unternehmen investiert. (APA)

 

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