Radenska streckt Fühler nach Österreich aus

10. August 2010, 12:18
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Den slowenischen Getränkeproduzenten zieht es ins Ausland

Wien - Den slowenischen Getränkeproduzenten Radenska zieht es ins Ausland. Das Unternehmen, dessen bekanntestes Produkt die gleichnamige Mineralwassermarke ist, habe in Slowenien marktanteilsmäßig bereits den Plafond erreicht und sei auf der Suche nach Wachstumschancen in den Nachbarländern, sagte Radenska-Chef Zvonko Murgelj in einem Interview mit der slowenischen Nachrichtenagentur STA. "Die Trends im angrenzenden Österreich sind sehr günstig, auch in Italien schaut es gut aus", so der Firmenboss.

In Bezug auf einen größeren Marktauftritt in Kroatien will Murgelj noch auf den EU-Betritt des Landes und den damit zusammenhängenden Fall der Zollschranken abwarten. Derzeit betrügen die Einfuhrsteuern auf Mineralwasser 17 oder 18 Prozent. Damit sei das Produkt gegenüber dem kroatischen "Jamnica" preislich nicht konkurrenzfähig. Die bisherige Präsenz in einigen kroatischen Geschäften werde man aber aufrecht halten.

Radenska streckt seine Fühler aber auch in Richtung Mittleren Osten aus. Zu expandieren sei aber nie leicht, da es keinen Markt gebe, wo nicht Wasser verkauft werde. "Das bedeutet, man muss jemanden Marktanteile wegnehmen", so Murgelj.

Getränkesektor leidet unter Rezession

In Slowenien selbst leidet laut Murgelj der gesamte Nahrungsmittel- und Getränkesektor unter der Rezession und den rückläufigen Einkommen der Konsumenten. Für dieses Jahr geht der Radenska-Boss von Umsatzeinbußen in Höhe von 2 bis 5 Prozent aus.

Radenska ist Teil des in Schwierigkeiten befindlichen bedeutenden slowenischen Mischkonzerns Pivovarna Lasko. Die hochverschuldete Gruppe möchte sich zu einem Konzern zusammenschließen, was Murgelj begrüßt: "Das würde die Transparenz zwischen der Mutter- und den Tochtergesellschaften erhöhen und die Verantwortlichkeiten klären".

Radenska selbst habe zumindest 40 Mio. Euro verloren und bereits abgeschrieben. Es habe Darlehen an zwei Investmentfirmen des früheren Pivovarna Lasko-Chefs, Bosko Srot, gewährt, die dieser zur Finanzierung des Management-Buy-Out (MBO) benutzt habe. Er habe an diesen zweifelhaften Finanztransaktionen nicht teilgenommen, so Murgelj. (APA)

 

 

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