Commerzbank könnte um Zinszahlung für Staatshilfe kommen

9. August 2010, 17:58
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Düsseldorf - Die deutsche Commerzbank könnte auch dieses Jahr keine Gebühren für die Milliardenhilfe des deutschen Bundes zahlen. Dem Bund würden somit rund 1,5 Milliarden Euro an Zinsen entgehen. Das Handelsblatt berichtete, es bestehe die Möglichkeit, dass das Unternehmen nach deutschen Bilanzregeln 2010 erneut rote Zahlen schreibt. Ob die Commerzbank nach internationalen Vorschriften Verlust macht, ist irrelevant. Ausschlaggebend seien einzig und allein die deutschen Bilanzregel. Deutschlands zweitgrößte private Bank zahlte bereits 2009 keine Gebühren, nachdem man das Jahr mit einem Minus von 4,5 Mrd. Euro abgeschlossen hatte.

CDU und FDP erzürnt

Die Commerzbank musste harsche Kritik über sich ergehen lassen. Politiker der Union und der FDP forderten das Institut auf, heuer die Zinsen für die Staatshilfe unter allen Umständen zu bezahlen. "Es kann nicht sein, dass die Commerzbank zulasten des Steuerzahlers Bilanzspielräume nutzt und weiter die Zinszahlungen aussetzt" , meinte FDP-Finanzexperte Frank Schäffler. Der CDU-Wirtschaftsexperte Joachim Pfeiffer forderte eine Rückzahlung "mit Zins- und Zinseszins" . Außerdem kritisierte er, dass die 2009 ausgefallene Zahlung nicht nachgeholt werden muss. "So kann man mit dem Geld der Steuerzahler nicht umgehen" , sagte Pfeiffer.

Derzeit wird die Commerzbank von 18,2 Mrd. Euro staatlicher Hilfe gestützt. Die Finanzkrise und die Übernahme der Dresdner Bank machten die staatliche Intervention nötig. (APA, DER STANDARD, Printausgabe, 10.8.2010)

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