Weizenpreis kommt unters Rad

9. August 2010, 17:48
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Berlin - Die Weizenernte in Russland droht Analysten zufolge wegen der anhaltenden Hitze noch schlechter auszufallen als bisher angenommen. Heuer sei nur noch mit Erträgen von gut 44 Mio. Tonnen zu rechnen, vier Mio. weniger als prognostiziert. Im Vorjahr wurden noch 62 Mio. eingefahren.

In den sechs Wochen zuvor hatte sich der Weizenpreis wegen der drohenden Missernte in Russland nahezu verdoppelt, zumal die Regierung ein Exportstopp verhängt hatte. Nach den drastischen Preissprüngen erfolgte mit Beginn dieser Woche die Gegenbewegung.

Der in den USA gehandelte September-Kontrakt rutschte um bis zu 5,7 Prozent auf 6,845 Dollar je Scheffel ab und lag damit fast 19 Prozent unter dem Zwei-Jahres-Hoch vom vergangenen Freitag. Es war zugleich der stärkste Kursverfall seit mehr als 14 Jahren, ausgelöst durch Gewinnmitnahmen.

Analysten sprachen von extrem nervösen Anlegern. Am Donnerstag sollte es neue Anhaltspunkte geben: Dann stehen die Prognosen des Landwirtschaftsministeriums in den USA zur weltweiten Weizenproduktion und den Lägern.

An der Wiener Landwirtschaftlichen Börse ist die Tonne Qualitätsweizen derzeit um 173 bis 193 Euro zu haben, in der Woche davor waren erst maximal 171 Euro. Die Börse bildet anders als etwa jene in Paris nur jene Geschäfte ab, die in der Vorwoche tatsächlich getätigt wurden. (Reuters, vk, DER STANDARD, Printausgabe, 10.8.2010)

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