Run auf japanische Staatsanleihen

Martin Kölling aus Tokio, 09. August 2010 17:28

Trotz hoher Staatsverschuldung werden japanische Anleihen immer beliebter

Im Juni erhöhten chinesische Anleger zum sechsten Monat in Folge ihren Besitz an japanischen Anleihen, zeigen am Montag veröffentlichte Daten des japanischen Finanzministeriums. Der Nettozukauf im Juni von 456,4 Mrd. Yen (4 Mrd. Euro) wurde dabei historisch nur noch durch die 735,2 Mrd. Yen (6,5 Mrd. Euro) vom Mai übertroffen. "Dies legt nahe, dass China weiterhin aggressiv Yen-Anleihen kaufen wird", meint Yunosuke Ikeda von der japanischen Investmentbank Nomura.

China findet sich mit dem Trend in bester Gesellschaft. "Alle wollen derzeit japanische Anleihen kaufen, sogar die Amerikaner, um sich gegen einen möglichen Fall des Dollars und des Euro abzusichern", erklärt Martin Schulz, Volkswirt vom Fujitsu Research Institute in Tokio. Der Grund: Wegen des geringen Zinsunterschieds zwischen Japan und den USA sei eine Umschichtung relativ preiswert, so Schulz. Und besonders groß ist der Druck in China, das auf Devisenreserven von 2450 Mrd. Dollar (1850 Mrd. Euro) - Stand Ende Juni - sitzt.

Japans Regierungsanleihen gelten trotz der hohen Staatsverschuldung als sicher. Denn die Analysten gehen davon aus, dass im Falle einer Krise oder eines Nachfrageengpasses Japans Notenbank ihren Kauf von Staatsanleihen erhöhen wird, um die Zinsen niedrig und somit den Staatshaushalt finanzierbar zu halten.

Zwiespältige Folgen

Die Folgen für Japan sind zwiespältig. Einerseits ist der Zins von zehnjährigen Regierungsanleihen Anfang August erstmals seit sieben Jahren wieder unter ein Prozent abgerutscht. Andererseits ist der Yen im Vergleich zum Dollar von rund 90 Yen auf zuletzt nur noch 85 Yen erstarkt. Dies droht die Gewinne der Exportindustrie zu drücken. Die Börse tendiert daher schwach. Shinichi Ichikawa, Chefstratege der Credit Suisse, meint, dass der Abwertungsdruck auf den Dollar bestehen bleibt, weil die Märkte eine weitere Zinssenkung der Fed erwarten. (Martin Kölling aus Tokio, DER STANDARD, Printausgabe, 10.8.2010)

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15 Postings
webtop
10.08.2010 14:35
Prinzipielle Frage...

Mal was prinzipielles: ich versteh nicht ganz warum es von Analysten (wie im Artikel geschrieben und schon mehrmals gelesen) als positiv gewertet wird, wenn die Notenbank Staatsschulden aufkauft; heißt doch im Klartext: der Staat kauft seine eigenen Schulden zusammen.

Wie kann das positiv sein?? Dasselbe Argument les ich immer wieder im Zusammenhang mit dem Dollar; und der Euro soll schwächer sein weil die Eurobank das (bisher) dezidiert nicht macht.

Inflation bzw. Überschuldung der Staaten ist bei den "Analysten" offenbar überhaupt keinen Gedanken wert??

Fox Mulder
11.08.2010 13:39

Das Problem ist, dass alles was sie von Analysten, die in der Mainstream-Presse (dazu zähle ich auch Handelsblatt etc) lesen, ausgemachter Schwachsinn ist. Diese Mainstream-Analysten haben leider selten Verständnis für das große Ganze. Kurzfristig mag durch die Aufblähung der Geldmenge ein Stützen der Assetmärkte gelingen, langfristig wirds gewaltige Probleme geben. Aber kein Wunder, wenn in den meisten Banken nur Ahnungslose am Werken sind. Führen Sie mal ein Gespräch mit einem Bankvorstand, es wird Ihnen die Haare aufstellen im Bezug auf deren Weltanschauungen. Zu den Währungen noch schnell: Kurzfristig Währungen zu prognostizieren ist fast unmöglich. Langfristige Trends kann man allerdings sehr klar ausmachen.

angelvoices
10.08.2010 10:32
kauf, kauf, kauf!!!

die Welt hat zu viel Geld (weil selbst gedruckt und kein Wert) und die nächste Hungernot kommt bestimmt...

vollkorn20
 
10.08.2010 09:32

"dass der Abwertungsdruck auf den Dollar bestehen bleibt, weil die Märkte eine weitere Zinssenkung der Fed erwarten."

kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen ;)

clearlake
10.08.2010 14:29
zinsenkungspulver ist verschossen...

was bleibt ist noch mehr QE......(gelddrucken darf man ja nicht sagen....)

nukularteilchen
10.08.2010 09:17

Staatsanleihen zu kaufen ist wie in Russland Spiritus in die brennenden Wälder zu schütten. Ein kurzes grosses Feuer, schnelleres Abbrennen des Feuers und dann schwarze Erde. Dem Staat zu helfen noch mehr Schulden an zu häufen geht auf Dauer ned gut.

Wer Steuern zahlt, ist selber schuld!
 
09.08.2010 19:57
Es gibt in der "Papierwelt" nichts Ordentliches mehr zu kaufen.

Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Großinvestoren Gold und Silber wieder entdecken. Wer dann nichts hat, kommt zu spät!

c70
10.08.2010 08:26
ich kann keine Unterschiede zu den Angeboten

vor 10-15 Jahren sehen. Ausser, dass sich natürlich Konditionen und Risiko stets ändern.

clearlake
10.08.2010 14:31
hahaha....

hams schon mal auf die ausgabeaufschläge geschaut.....

c70
10.08.2010 16:14
ja, natürlich

3% - 5 % waren schon immer üblich. Soferne Sie diese bei den Fonds meinen.

Marquis de Sade
 
09.08.2010 21:42

bla bla bla Apokalypse bla bla Tod und Verderben bla bla bla wir werden alle sterben

Fox Mulder
11.08.2010 13:41

Wo steht etwas von Tod und Verderben etc? Das der große Knall unausweichlich ist, wird täglich klarer. Das Donnerwetter, dass wir seit 2007 erleben, wird dagegen wie ein Puppentheater aussehen.

RZugDZug
10.08.2010 10:05

Marquie de Sade, den Namen kenn ich doch, war Ihr Opa nicht Kapitän auf der Titanic ?
Ab Herbst gibt's Arbeit, zumindest für Masseverwalter.

Beste Grüße
Ein Apokayptischer Reiter

Schurke!
10.08.2010 00:51

bla bla bla ewiges wirtschaftswachstum bla bla die rente ist sicher bla bla bla brav weiter auf kredit konsumieren

Milt Erickson
09.08.2010 23:06
Genial! :)

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