14-Jährige erstach Mutter: Mordanklage

9. August 2010, 14:44
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37-Jährige verblutete nach heftiger Attacke - Verteidiger rechnet mit Prozess im September

Wien - Jenes 14 Jahre alte Mädchen, das am 13. April mit einem Küchenmesser die eigene Mutter erstochen hat, muss sich wegen Mordes vor einem Schwurgericht verantworten.

Wie Staatsanwalt Christian Mayer ausführt, habe die Schülerin "in Tötungsabsicht mehrere Male auf ihre Mutter eingestochen".

Monate lange Tötungsabsicht

Die Beteuerungen des Mädchens, sie habe zwar zugestochen, aber die 37 Jahre alte Mutter nicht töten wollen, wertet der Staatsanwalt als "Schutzbehauptung". Ihre Angaben wären "mit der Heftigkeit des Angriffs nicht in Einklang zu bringen". Das Mädchen habe darüber hinaus schon Monate vorher überlegt, mit einem Messer auf die Mutter loszugehen und dies in einem Internet-Blog auch angekündigt.

Belastetes Verhältnis

Während die Schülerin zum Vater ein gutes Verhältnis hatte, war jenes zur Mutter stark belastet. Bei den Auseinandersetzungen kam es immer wieder zu Handgreiflichkeiten. Am 13. April nahm die 14-Jährige schließlich ein Küchenmesser mit einer zwölf Zentimeter langen Klinge. Damit ging sie in das Badezimmer, wo ihre Mutter vor dem Spiegel stand und ihr den Rücken zukehrte", heißt es in der Anklageschrift zum Tatablauf.

Insgesamt sechs Stichverletzungen zählte der Gerichtsmediziner, drei im Rücken, eine im Hinterkopf, eine im Oberarm und schließlich einer in der Brust, wobei jener Stich die Lunge und die Hauptschlagader verletzte und zum Verbluten des Opfers führte.

Laut dem Gutachten des Kinderpsychiaters Werner Gerstl war bei der Angeklagten infolge der ständigen Streitereien ein "zermürbender und eindeutig psychopathologischer Beitrag der Kindesmutter" erfolgt, was beim Mädchen "zur Verformung und Zerstörung der kindlichen Bedeutung und Existenzerkenntnis führte". Zurechnungsfähigkeit war bei der 14-Jährigen dem Gutachten zufolge aber gegeben.

Prozess im September

Im Fall eines Schuldspruchs drohen der 14-Jährigen gemäß dem Jugendstrafrecht von einem bis zu zehn Jahren Haft. Verteidiger Ernst Schillhammer, der sich auf APA-Anfrage zur Anklage nicht äußern wollte, rechnet mit einem Prozesstermin im kommenden September. (APA)

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