Umfrage

Wiener Zuwanderer stolz auf ihre Leistungen

9. August 2010, 17:56

Migranten in Wien schätzen ihren Beitrag für die Stadt als wichtig ein

Wien - Wiener Migranten aus Ex-Jugoslawien und der Türkei schätzen ihren Beitrag für die Stadt als besonders hoch ein, ergibt eine Umfrage der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS).

Gefragt wurde, wie sich Zuwanderer selbst einschätzen und welche Bedeutung sie - ihrer Meinung nach - für ihre Heimatstadt haben. Zu den Menschen mit Migrationshintergrund zählen dabei nicht nur zugewanderte Ausländer, sondern auch in Österreich geborene Kinder von Zuwandern.

So gerechnet haben 44 Prozent der Wiener Bevölkerung Migrationshintergrund. Der Großteil der Befragten findet, einen wichtigen Beitrag für Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft in Wien zu liefern. Bei der Frage, ob die Zuwanderer vor 1945 oder jene nach dem Zweiten Weltkrieg mehr für Wien geleistet haben, wurde der "jüngeren" Generation mehr Bedeutung beigemessen. Erfragt wurde außerdem, wie wichtig konkrete berufliche Tätigkeiten sind. Resultat: Vor allem die Sparten Unternehmer, Pflegedienste, Handwerk und Gastronomie werden von Migranten selbst als wichtig eingestuft - also Berufe die traditionell von Mitbürgern mit Migrationshintergrund ausgeübt werden. Sport und Bundesheer rangieren in der Berufsliste hingegen ganz unten.

439 Interviews

Für die von der Kulturabteilung der Stadt finanziell unterstützte Umfrage wurden 439 Interviews durchgeführt. Zwei Drittel der Befragten stammten dabei aus der Türkei und aus Ex-Jugoslawien, die restlichen aus EU-Staaten, Osteuropa, aber auch aus Überseeländern.

Interessant ist ein Vergleich mit einer Telefonumfrage aus dem Jahr 2006, bei der mehr als 900 Wienerinnen und Wiener befragt worden waren: Die stärkste Bereicherung wurde damals Zuwanderern aus Ungarn und Tschechien zugeschrieben. Insgesamt lag allerdings der Anteil der befragten Wiener, die sowohl eine kulturelle als auch wirtschaftliche Bereicherung durch Zuwanderer sahen bei 43 Prozent.

Vor sechs Jahren wurde in Wien das bisherige Maximum an Zuwanderung erreicht, zwei Jahre später kam es zu einem leichten Rückgang und 2007, durch die EU-Beitritte von Rumänien und Bulgarien erneut zu einem Anstieg. Generell lässt sich sagen, dass Wien am attraktivsten für Zuwanderer ist: 42 Prozent entfielen laut Statistik Austria im Vorjahr auf Wien, es folgten Oberösterreich und Niederösterreich, nach Vorarlberg zog es die wenigsten Migranten.

Dennoch sind 2009 mit 8674 Personen rund um die Hälfte weniger Menschen nach Österreich gezogen als im Jahr zuvor. Konkret handelt es sich dabei um das so genannte Zuwanderungssaldo, also aus der Summe der Zuzüge minus Wegzüge.

Die Telefonumfrage zeigte auch, dass acht von zehn Wienerinnen und Wienern Kontakt zu zugewanderten Mitbürgern haben. Am häufigsten durch Nachbarschaft (60 Prozent). Fast ein Fünftel der "original" Wiener Bevölkerung will oder hat keinen Kontakt mit Migranten, besonders hoch ist in dieser Gruppe der Anteil der Pensionistinnen und Pensionisten.

Kaufkraft und Wohlstand

Die Tatsache, dass vor allem Migranten aus Ex-Jugoslawien und aus der Türkei ihren Beitrag besonders hoch einschätzen, erklärt SWS-Konsulent Franz Birk so: "Das hängt wohl mit dem Selbstbewusstsein zusammen, diese beiden Bevölkerungsgruppen sollen nämlich sehr stolz sein" , versicherte er.

Zuwanderer seien als Gruppe generell schwer zu erheben, meint hingegen Nedad Memic, Chefredakteur des auf Serbokroatisch erscheinenden Monatsmagazins Kosmo. Er rät generell, mit Umfragen vorsichtig umzugehen. Unumstritten sei, dass Zuwanderer eine wichtige Rolle spielen. Das zeigt sich auch im Land Salzburg, wo knapp 70.000 Zuwanderer mit ihren Ausgaben von einer Milliarde Euro pro Jahr wesentlich zu Kaufkraft und Wohlstand beitragen. (Jelena Andjelkovic, DER STANDARD Printausgabe, 10.8.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 140
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ND1
00
15.7.2011, 13:12
wenn man es als

"leistung" bezeichnen kann die kaufkraft die man aus dem sozialsystem bezieht als beitrag zum wohlstand einzuschätzen dann finde ich auch dass sie sogar einen überdurchschnittlichen beitrag für die stadt leisten ...

mstislav raskachlovitsch
02
20.8.2010, 10:53
Ein klares Zeichen der Integration.....

.....wenn ein Zuwanderer stolz auf seinen Beitrag in "seiner Stadt" sein kann!
und das meine ich wirklich ehrlich!

Helena Vo
00
17.8.2010, 16:37
Toller Artikel

Der Artikel ist sehr professionel. Ich bin auch eine Zuwanderin und freu mich über diesen gut gelungenen Artikel. Danke

Meyer Lansky
815
10.8.2010, 12:55

Warum wird beim Thema Zuwanderer und Migranten immer nur von Türken und Ex-Jugoslawen gesprochen? Was ist mit den Ordentlichen?

ill sagt der hausverstand
 
22
11.8.2010, 03:43

Das Problem ist, daß Menschen wie Sie, keinen von den anständigen türkisch-stämmigen Menschen kennen, die es sehrwohl und ohne Frage in Wien gibt!

ND1
00
15.7.2011, 15:19

sie sprechen von touristen entnehme ich ihren worten ...

Don Vincenzo
94
10.8.2010, 17:02
"Was ist mit den Ordentlichen?"

Nach "politisch verfolgt" nun schon die zweite Witzfigur, die hier für unfreiwillige Realsatire sorgt...

Wollts ihr beide nicht mal einen Buch herausgeben, mit der Liste der ordentlichen und reinen Ausländerrassen?

Pessimist-Realist
 
20
22.1.2011, 11:08

Hast den Post überhaupt gelesen, oder musst du min 1 mal am Tag irgendwas mit Rassen bzw. Rassismus schreiben? :-/
Echt unnötig.

entenkrages
01

also bitte, er hat das Posting schon genau so verstanden, wie es zu verstehen ist.

Sind Sie etwa der typische österr. Vertreter der Gattung "Ich hab nix gegen Ausländer, aber...".

Sie lügen sich ins eigene Gesicht. Face it: Sie sind Rassist.

yoshi7
51
10.8.2010, 16:09

in manchen kreisen gelten die ex-jugoslawen doch schon als gute ausländer....wenns gegen moslems geht haben "die" eben erfahrung....

Seriöser Hütchenspieler
814
10.8.2010, 12:16

Dön erduft und orientalische Handymusik - ganz tolle Leistungen.

Pessimist-Realist
 
00
22.1.2011, 11:07

Bin begeistert.
Von Kriminalität und dem "fremd-fühlen" in der eigenen Stadt (in gewissen Bezirken) ganz zu scheigen.
Aber, warum "Ausländer" fast imm gleich mit "Türke" assoziert wird will sich mir nicht ganz erschließen. Kalr sind die islamischen zuwanderungsgruppen die mit ABSTAND integrationsunwilligsten von allen (kennst du z.B. jemandem in deinem Bekanntenkreis, der sich über Asiaten/Inder aufregt? Ich bin von denen eher begeistert! :-) ), aber dennoch gibt es noch andere Einwanderungsgruppen (auch wenn die alle zusammen nicht soviele Probleme mitbringen/verursachen wie eine einzige).

Ich ist einE andereR
93
10.8.2010, 21:20
die türkischen imbisse sind

immerhin noch eine alternative zum sonstigen mäciburgerpizzahut frass. ist natürlich interessant, dass die türken so ziemlich die einzigen sind, die derartige kleinunternehmen führen. könnte es vielleicht daran liegen, dass das eine ziemliche schinderei ist und andere den 8 bis 5 bürojob bevorzugen?

Loup de Mer
17
11.8.2010, 01:19

Noch nie auf der Thaliastraße gewesen?
Es sind die Türken beileibe nicht die Einzigen, die solche Kleinunternehmen führen. Sie sollten fastfood-technisch Ihren Horizont erweitern.

GreyPaladin
31
11.8.2010, 10:13

toll das dort 2-3gibt bin begeistert...

Loup de Mer
25
11.8.2010, 10:28

So wenige sind es jedenfalls nicht, auch in den anderen Bezirken. Man muss halt nur die Döner-Brille abnehmen.
Trauen Sie sich, passiert nix Schlimmes dabei.

GreyPaladin
20
11.8.2010, 14:43

Und wieviele davon sind sauber so das man sich ohne geleitschutz hintraut? nicht falsch verstehen es gibt einige gute aber 80 prozent von einheimischen imbissbuden sind mit gösser + baseballcap leuten belegt. gibts zwar bei fremdländischen auch aber dort sinds nur ~30%

Loup de Mer
03
11.8.2010, 17:29

Interessant, daß Ihnen nur "einheimische" oder türkische Kleinunternehmer in den Sinn kommen. Dazwischen gibt es nichts? Muss also doch die Döner-Brille sein, wie auch Ihre abwehrende Reaktion auf "einheimische" Fastfood-Verpflegungsstationen beweist. In Ihren Augen halt ein besseres und lässliches Vorurteil.
Ich meinte eigentlich die Imbissbuden, die von Migranten aus dem ehemaligen Jugoslawien, aber auch aus asiatischen Ländern betrieben werden.

Gut, daß Sie die hygienischen Zustände ansprechen, denn die kann man auch bei einigen Kebabbuden in Frage stellen.

GreyPaladin
00
12.8.2010, 02:15

Interessanter ansatz ;). Ich hab mich explizit auf die türkischen beschränkt da ich annahm du beschränkst dich auf diese.. da hast du mich gut ausgetrickst.. aber du brauchst an meinem posting 0% in der wortwahl ändern sondern nur dein verständnis von türkisch auf allgemein "ausländisch" änderen und ich bleib bei der meinung. es ändert nichts an meiner prinzipiellen aussage. ob es jetzt ein türke oder asiat, oder jugo oder böhm ist.. überall dort finde ich nettere leute und besseres essen als bei den "original österreichisch so tollen würstelbuden".

Loup de Mer
01
12.8.2010, 09:42

Sie haben sich selbst ausgetrickst.
Kurzer Rückblick:
Der Poster "Ich ist einE andereR" sprach davon, daß "die Türken so ziemlich die einzigen sind, die derartige Kleinunternehmen führen".
Das ist falsch und deswegen führte ich zum Beispiel die Thaliastraße an. Jeder, der die Thaliastraße kennt, weiß, daß dort Migranten aus dem ehemaligen Jugoslawien Imbisstuben betreiben.
Sie sollten die Diskussionsstränge aufmerksamer mitverfolgen, dann unterlaufen Ihnen auch keine Verständnisfehler.

Don Vincenzo
116
10.8.2010, 13:38

Ein intellektuell besonders hochwertiger Beitrag!

georgum
28
10.8.2010, 11:25
Kleine Kinder

Die es zum ersten mal schaffen auf den Topf zu gehen sind auch stolz auf das Gaki.
Das bedeutet aber nicht, dass sie ausserordentlich viel geleistet haben, ausser zu kacken.

GreyPaladin
02
10.8.2010, 10:32

Worauf sind die ganzen Waldviertler stolz?

Philodoofi
01
10.8.2010, 19:46
a waldviertler san 4 türken!

darauf sans stolz.

Berta von Hinnen heller von Sinnen
03
10.8.2010, 10:24

hm?
die mär vom echten wiener?
ich bin 0 wiener, ich bin 1/8 wiener, ich bin seit 10 jahren 1 wiener, ich war 1/4 wiener, jetzt bin ich 0 wiener...

die umfrage ist aufgrund ihrer herangehensweise schon mal fragwürdig.

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