Diskriminierung

Jobsuche: Schönheit kann kontraproduktiv sein

9. August 2010, 14:32
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    foto: epa/rios

    Schöne Frauen, hier ein Model (Name der Redaktion nicht bekannt), haben einer Studie zufolge einen Nachteil bei traditionellen Männerberufen.

Gutes Aussehen ist für Frauen bei der Jobsuche einer Studie zufolge nicht immer ein Vorteil - für Männer dagegen schon

Washington - Schöne Frauen würden bei der Stellenvergabe in traditionellen Männerberufen massiv diskriminiert, berichteten US-Forscher im Fachblatt "Journal of Social Psychology" am Freitag.

Sie legten für ihre Untersuchung 60 Studenten Fotos von 200 angeblichen Jobsuchenden vor, um über ihre Anstellung in 26 verschiedenen Berufsgruppen zu entscheiden. Das Spektrum der Berufe reichte dabei vom Unterwäscheverkäufer über Finanzvorstand bis zum Nachtwächter und Baustellenchef.

Nachteil

Schöne Frauen hätten von den Testteilnehmern fast nie den Zuschlag für Posten wie Finanzvorstand, Forschungsdirektor, Ingenieur oder Baustellenleiter bekommen, hieß es in der Studie der Universität von Colorado. "In diesen Berufen ist Schönheit wirklich ein Nachteil für eine Frau", sagte Mitautorin Stephanie Johnson.

Ein attraktiver Mann werde dagegen bei jeder Art von Stelle bevorzugt. In einem leicht abgewandelten Test wurden den Teilnehmern neben Fotos auch Lebensläufe vorgelegt. Dies änderte die Einschätzung aber nicht. "Man hätte denken können, dass sie bei zusätzlichen Informationen nicht nur aufgrund des Äußeren entschieden hätten", sagte Johnson. "Das war aber nicht der Fall." 

Männerdomänen

"Die Lösung dieses Problems ist ganz einfach", meint die Psychologin Caroline Erb gegenüber pressetext. "Männer wollen Frauen in gewisse Domänen nicht einlassen. Diese vorsintflutliche Einstellung gibt es vor allem in typischen Männerjobs offensichtlich immer noch", so Erb. Alleine schon die Tatsache, dass Frauen überhaupt solche Jobs anstreben, stoße den Verantwortlichen negativ auf. "Das Vorurteil, dass Frauen für solche Arbeiten nicht geeignet sind, hält sich hartnäckig."

Erb sieht damit den Beweis dafür, dass Attraktivität mit anderen Qualifikationskriterien für einen bestimmten Job gleichgesetzt wird. "Im Grunde genommen sind es Ängste, dass Männer von ihren Pfründen vertrieben werden könnten." Attraktivität und Schönheit werden anderen Berufen zugeschrieben. "Das entspricht natürlich nicht der objektiven Wahrheit, denn Frauen können diese Jobs ebenso gut - wenn nicht sogar besser - erledigen als Männer."

Schöne Menschen haben es leichter

Erst kürzlich hat das Nachrichtenmagazin Newsweek in einer Studie an mehr als 200 Managern und mehr als 900 Befragten festgestellt, dass attraktive Frauen bei der Bewerbung in jedem Fall besser abschnitten. Bei der Frage nach neun Attributen auf einer zehnteiligen Skala, lag das Aussehen an dritter Stelle und wurde als wichtiger eingestuft als Ausbildung und Humor.

"In zwei Studien konnten wir feststellen, dass Attraktivität für Männer und Frauen bei der Jobsuche von Vorteil war - vor allem dann, wenn es darum ging, eine geschlechtsspezifische Arbeit zu finden", schreiben die Forscher. "Attraktivität war für Frauen dann vorteilhafter, wenn sie sich um typisch feminine Jobs bewarben." Attraktive Frauen wurden etwa bei der Sichtung von Bewerbungsunterlagen für den ausgeschriebenen Job als Sicherheitsdirektor, Baustoff-Händler, Gefängniswärter und Abschlepp-Service-Dienstleister übersehen. Bei der Ausschreibung der Arbeit zur Rezeptionistin oder Sekretärin wurden attraktive Frauen bevorzugt. (APA/AFP/pte)

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Wer "schön" ist soll gefälligst Model werden.

Advaita0
00
24.8.2010, 18:29
only in America! In Schweden findet man hübsche Frauen in fast allen Berufen

das ist dort so selbstverständlich, wie Nespresso der bei mir von George Clooney serviert wird.

Jacek Ruzyczka
00
14.12.2011, 20:04
Nur dass die Skandinavier uns Ösis…

…generell weit voraus sind, eben auch bei der Emanzipation der Frau im Beruf. Die Maxime «Weib, heirate, setze Gören in die Welt und verkrieche dich am Herd» ist aus unseren Köpfen wohl immer noch nicht ganz wegzukriegen. :-((((

Sabine Werner
00
10.8.2010, 19:00

Schwachsinn, meist werden doch die schöneren Larven genommen, auch wenn die Qualifikation tw. unter dem Hund ist - in vielen Branchen ganz normal, und Schöne werden sicher nicht diskriminiert - ganz im Gegenteil. Die nicht so Hübschen haben das Bummerl.

Gute Laune ist kein Verbrechen
00
20.4.2012, 14:12
Ein Beitrag zum Thema "Egal, was umfangreiche Studien sagen - wenn's nicht in mein Weltbild passt, ist's 'Schwachsinn'"...?

Ich ertappe mich übrigens selbst manchmal dabei, dass ich schöne Frauen diskriminiere. Der (unbewusste) Gedankengang lautet wie folgt: "Die ist derart attraktiv, der ist sicher immer alles zugeflogen. So leicht wird sie's mit MIR aber nicht haben!"

Darüber hinaus stehen Männer mittlerweile unter Beobachtung - jedesmal, wenn einer eine besonders attraktive Frau einstellt, muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, dies eben deshalb gemacht zu haben. Deshalb rudern viele dagegen - und schöne Frauen werden diskriminiert.

...somit hat es eine schöne Frau leider doch nicht immer sooo leicht.

Auf anderen Gebieten natürlich schon. Keine Frage.

LSDBlue
00
12.8.2010, 15:27
Schreibens doch eh

"Bei der Frage nach neun Attributen auf einer zehnteiligen Skala, lag das Aussehen an dritter Stelle und wurde als wichtiger eingestuft als Ausbildung und Humor."

Li-Ion
00
11.8.2010, 12:13
da wär ich mir nicht so sicher...

...vor allem für Jobs wo es um viel Geld geht werden schöne Frauen womöglich als "Bimbo" angesehen und nur auf ihr Aussehen reduziert, egal ob sie qualifiziert sind oder nicht.

Busson1
00
10.8.2010, 13:51

Endlich eine Studie, die erklärt, warum Bohrinseln in Alaska bestenfalls von einer hässlichen Frau geführt werden.

Schiffakapitäninnen von Binnenschleppern sind ebenso selten wie ganz gewöhnliche Hochseefischerinnen.

Vielleicht sind manche Berufe nicht bei Frauen nachgefragt.

grashüpferIn
00
10.8.2010, 13:46

Nichtdiskriminierung ist auch ein Diskriminierungsgrund.
Arme Frauen, noch ärmere Männer!

Irgendein Jürgen
00
10.8.2010, 13:33
Thema verfehlt

Im Artikel geht es primär um die Diskriminierung von Frauen an sich, ob schöne Frauen gegenüber ihren hässlichen Kolleginnen benachteiligt werden kommt nicht vor.

Lenny Leonard
01
10.8.2010, 13:22
Saakaschwilli

hat von dieser Studio vermutlich nichts gewußt, als er seine Wirtschaftsministerin ernannte.

Lenny Leonard
00
10.8.2010, 13:24
"Studie" natürlich

DasLebenIstSchwerUndDannStirbtMan
01
10.8.2010, 07:46

ganz ernst kann auch die redaktion den artikel nicht genommen haben, wie man an der bildwahl (und unterschrift) erkennt.
ich bin sicher, bei dem foto würden ihre bewerbungsunterlagen für den job des gefängniswärter nicht übersehn. auch abschlepp- service- dienstleister könnte man sich durchaus vorstellen.

sasad sdaff
00

als reinigungskraft ist attraktivität ein nachteil, da diese arbeiten und nicht angebaggert werden sollen. am besten sind menschen ohne/mit schlechten sprachkenntnissen, da sie dann auch nicht die angestellten vom arbeiten abhalten.

Oliver Schröder aus 20m hier volley
02

Ach deshalb bin ich kein CEO!

ravenna
47
Fakt ist,...

...dass bei entsprechender Gelegenheit eher Frauen andere Frauen bei der "Karriere" behindern, als es es Männer machen. Bei der Behinderung von "schönen Frauen" ist das ziemlich sicher noch ausgeprägter.

Das sollten die Berufsfrauen bei all ihren Studien, Artikeln usw. nicht vergessen. Auch in diesem Artikel werden ja wieder die Männer pauschal als "die Bösen" hingestellt.

LexBarker
00
11.8.2010, 22:40

sind sie "böse"?

petra 0815
107

Fakt ist, dass Männer immer noch glauben, sie und ihre Geschlechtsgenossen seien per se klüger als Frauen. Und Fakt ist, dass Männer glauben, diejenigen sind die Superguten, die ordentlich bei ihnen reinschleimen und nicht verstehen, dass diese Hofierung/Bewunderung/Übereinstimmung nur ein Mittel zum Zweck ist und jede reale (ehrliche) Grundlage enbehrt. Hab schon so manchen Mentor als vom Protegé "abgesägt" erlebt.

Persona gone missing
01
Fakt?

Also ich bin ein Mann und ich habe kein solches Bild von Frauen. Diese Verallgemeinerung ist vollkommen unangebracht. Wenn man Glück hat kann man mithilfe von Psychologen auflösen, warum man immer wieder den "Falschen" begegnet, die das eigene subjektive Weltbild bestätigen...

ravenna
27

Ihr Fakt ist nichts weiter als Ihr höchst eigenes Vorurteil, was in manchen Fällen zutreffen mag, aber sicher nicht allgemein. Ihr Posting trieft förmlich vor Frust.

"Mein Fakt" im Posting ist duch Studien belegt und kann man auch immer wieder in dem ein oder anderen Artikel im Standard lesen.

super web checker
01
Schwachsinnige Analyse!

Studenten glauben also nicht, dass attraktive (junge?) Frauen Finanzchef sind?
Wer so einen Job macht sieht einfach nicht attraktiv aus. Egal ob Mann oder Frau.

Vorpotsky
00

Denn wenn man alles in der Hand hat, kann man keinesfalls verlieren,
und wer so gut und fließig ist, der lebt verdient in Saus und Braus -
aber wir, wir sehen besser aus!
Wir sehen besser aus als sie,
Sind nette Menschen mit Moral und Phantasie,
Wir hab'n vielleicht nicht so viel Macht und keinen Swimmingpool im Haus,
Aber dafür sehen wir besser aus!

fangdenhut
02
Was für eine Methodik?

Das kann doch nie und nimmer jene Entscheidungssituation abbilden, vor der Personalchefs tatsächlich stehen. Es geht ja normalerweise nicht um die Frage, Bewerber entweder der Putzkolonne oder der Controlling-Abteilung zuzuweisen, sondern im Gegenteil darum, für eine offene Stelle bspw im Controlling eine/n BewerberIn zu nominieren.

Wenn man so viele Berufe vor sich sieht, dann kann man sich vl eine auffallend attraktive Frau besser als Unterwäscheverkäuferin vorstellen als andere, und gibt der halt mal diesen Job, und den anderen teilt man dann halt die anderen Berufe zu. Diese Methode ist so diametral entgegengesetzt zur angeblich untersuchten Situation, dass man dahinter ja fast schon Absicht vermuten möchte...

Petzi Petz
02
Genau aus diesem Grund wird im Anglo-Amerikanischen Raum

sehr oft auf ein Foto bei Bewerbungsunterlagen verzichtet.

Ulrich Nagel
01

Fotos sind verboten. Ebenso Geburtsdatum. Nur Ausbildngszeiten duergen angefuehrt werden um zu verhindern, dass man wg diskriminierung nach geschlecht oder alter oder rasse oder... beschuldigt wird.

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