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Wie man am Land so spricht

10. August 2010, 15:47
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Einige heimische Firmen dirigieren ihre weltweiten Standorte nicht von einer Metropole aus, sondern aus einer Kleinstadt. Wie sie das machen, fragten wir den Büromöbel-Hersteller Bene und den Leiterplatten-Erzeuger AT&S

Kleinstädte waren vor ein paar Jahren noch so unsexy, dass man witzelte, dass dort nachts nur die Lichter ausgehen. Doch das Bild von hochgeklappten Gehsteigen, tristem und wirtschaftlichem Ödland stimmt so schon lange nicht mehr. In Österreich haben Firmen, die im internationalen Geschäft kräftig mitmischen, ihren Sitz abseits der Landeshauptstädte und operieren von urbanen Regionen aus. Denken wir hier an KTM, die von Mattighofen aus im Motorrad-Offroad-Sport vorne mitmischen, Red Bull hat seinen Sitz in Fuschl am See, der Formel 1-Zulieferer Pankl operiert von Bruck an der Mur aus.

Die Firma AT&S ist der führende Leiterplatten-Hersteller in Europa und Indien. 1987 gegründet, beschäftigt die Firma heute 5500 Mitarbeiter an den Standorten – und jetzt kommt es – Leoben, Fehring, Klagenfurt, Nanhangud in Indien, Shanghai und Korea und Hongkong. „Derzeit ist das Headquarter noch in Wien, aber verschiedene Headquarter-Aufgaben werden an verschiedenen Standorten wahrgenommen“, erklärt Martin Theyer, Director Strategy Development and Communications bei AT&S, „das Treasury machen wir in Leoben, Sales und Marketing sitzen in Hongkong und Wien, in Shanghai haben wir den Einkauf.“ Die AT&S-Welt ist eine vernetzte, „mit vernetzten Aufgaben.“

Aktiv bei Social Networks

Die Unternehmensgruppe Bene, die von der Entwicklung bis zum Verkauf ihrer Büromöbel alles abdeckt, leitet ihre 83 Standorte in 33 Ländern alle von Waidhofen an der Ybbs aus. Um mit den Filialen in Verbindung zu bleiben, verrät der Vorstand der Bene AG, Mag. Thomas Bene, „nutzen wir die üblichen Kommunikationsmittel wie Telefon, Fax, Internet oder E-Mail wie auch unser umfangreiches Intranet.

Darüber hinaus sind wir im Bereich Social Media sehr aktiv, um zum Beispiel Mitarbeiter über Aktivitäten anderer Standorte zu informieren. Social Media fördert auch die persönliche Kommunikation.“ Durch Fotos auf diversen Plattformen wissen die Mitarbeiter, wie ihr Gegenüber aussieht. Bei wichtigen Besprechungen ist Thomas Bene aber der persönliche Kontakt wichtig, „der durch Dienstreisen ermöglicht wird.“

Video-Konferenzen gibt es bei AT&S eher selten – dort greift man lieber zum internen Live-Chat – während man bei Bene noch testet, „auch in Verbindung mit Bene Möbeln.“ Die Telefonate laufen bei Bene aber schon als Voice over IP übers Internet.

Nur ein Katzensprung

Einen Nachteil im abgelegenen Standort sieht Thomas Bene nicht: „Da rund die Hälfte unserer Mitarbeiter weltweit im Vertrieb tätig ist, sind diese mobiles Arbeiten auch auf Dienstreisen gewohnt. Unsere Mitarbeiter wie auch unsere Kunden kommen gerne in unser Headquarter in Waidhofen an der Ybbs.“ Und für Martin Theyer von AT&S „sind die Flughäfen Wien und Graz für einen international agierenden Konzern nur einen Katzensprung entfernt.“

„Sehr viel interne Kommunikation läuft bei uns über E-Mails. Lotus Notes ist unser Hauptkommunikationsmittel“, sagt Martin Theyer. Auch bei Bene nimmt Lotus Notes eine Schlüsselstelle ein: „Internet und Intranet laufen bei uns auf Lotus Notes.“

Große Teile der Kommunikation laufen folglich übers Netz – dafür ist es egal, ob der Konzernsitz in der Pampa oder in einer Metropole ist. „Ausfälle, die die Leitung betreffen, gab es in den letzten Jahren keine“, erinnert sich Thomas Bene. „Die Sicherung der Daten erfolgt zentral im Headquarter in Waidhofen an der Ybbs.“

Anders läuft die Datensicherung bei AT&S: „Wir sichern sowohl zentral als auch dezentral, aber vor allem sind alle unsere Corporate Daten ring fenced und geschützt.“

Die Schwachstellen

Als größte Schwachstelle in der Kommunikation mit den Standorten sieht man bei Bene die Verteilung von großen Datenmengen innerhalb der Gruppe. Bei AT&S hingegen arbeitet man an einer neuen Krisenkommunikations-Strategie: „Die ganze Macht von Web 2.0 ist uns in ihrer ganzen Tragweite nur ansatzweise bewusst“, gesteht Martin Theyer. „Alte Systeme verschwinden, neue entstehen – wer dies am schnellsten erkennt und für sich nutzen kann, wird weiterhin in der Kommunikation erfolgreich sein und sein Zielpublikum ansprechen.“

Auch Thomas Bene arbeitet an Neuerungen am Kommunikationssystem, mit denen er Waidhofen an der Ybbs auf gleiche Höhe mit den Standorten Berlin, Richmond, Dubai oder Dublin bringt: „Wir streben den Einsatz von unified communications an, bei der wir alle Formen unserer Geschäftskommunikation vereinheitlichen können.“

  • Martin Theyer, Director Strategy Development and Communications bei AT&S: "Die Flughäfen Wien und Graz sind für einen international agierenden Konzern nur einen Katzensprung entfernt."
    foto: at&s

    Martin Theyer, Director Strategy Development and Communications bei AT&S: "Die Flughäfen Wien und Graz sind für einen international agierenden Konzern nur einen Katzensprung entfernt."

  • Thomas Bene arbeitet bei bene daran, die Geschäftskommunikation zu vereinheitlichen. Social Networks sind in die firmeninterne Kommunikation schon integriert.
    foto: bene

    Thomas Bene arbeitet bei bene daran, die Geschäftskommunikation zu vereinheitlichen. Social Networks sind in die firmeninterne Kommunikation schon integriert.

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    Große Teile der Kommunikation laufen übers Netz - dafür ist es egal, ob der Konzernsitz in der Pampa oder in einer Metropole ist

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