Indischer Vodafone-Partner überlegt Verkauf

9. August 2010, 08:13
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Anteile könnten bald an der Börse angeboten werden

Derzeit besitzt die indische Essar-Gruppe  33 Prozent an dem britisch-indischen Mobilfunk-Joint-Venture Vodafone-Essar . Nun soll die Geschäftsführung einen möglichen Verkauf prüfen, berichtet der britische Guardian. Für die Teilhaber würde das wohl äußerst profitabel sein - Indien ist mit 20 Mio. Neukunden im Monat im Moment der am schnellsten wachsende Mobilfunk-Markt der Welt.

Bereits 2007 kaufte Vodafone die Anteile von Hutchison Whampoa  für 5,7 Mrd. Pfund auf. Die indischen Gesetze würden eine alleinige Eigentümerschaft von Vodafone jedoch nicht erlauben - Vodafone bräuchte einen neuen indischen Partner. Die Essar-Gruppe überlegt nun, die Anteile an der Börse anzubieten.

Profitabilität

Für das indische Unternehmen könnte diese Möglichkeit noch weit profitabler sein als ein Verkauf an Vodafone. Man habe die Option, die gesamten Anteile für 3,1 Mrd. Pfund an den Mehrheitseigentümer zu verkaufen. Die Essar-Gruppe, die sich im Besitz einer der reichsten Familien Indiens, den Ruias, befindet, überlegt, die Anteile in London oder Indien an die Börse zu bringen. Britische Investoren hätten damit die Möglichkeit, direkt in den boomenden indischen Mobilfunkmarkt einzusteigen.

Alleinige Eigentümerschaft verboten

Diese Lösung würde auch Vodafone einige Schwierigkeiten ersparen. Sollte die Essar-Gruppe dennoch die Verkaufsoption wahrnehmen, müssten sich die Briten einen neuen indischen Teilhaber suchen. Die indische Gesetzgebung würde eine alleinige Eigentümerschaft verbieten. In der Vergangenheit hat die Essar-Gruppe bereits Erfahrungen an der Londoner Börse gesammelt - und das sehr erfolgreich. Mit dem Börsengang der Essar-Energy-Aktien im Frühjahr erzielte das Unternehmen Kapital von etwa 5,5 Mrd. Pfund. (pte)

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