Anwalt Mostafaei nach Norwegen geflohen

8. August 2010, 22:25
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Glaubt nicht an Steinigung seiner Klientin Ashtiani

Oslo - Der iranische Anwalt Mohammad Mostafaei ist wie angekündigt auf der Flucht vor der Verfolgung durch die Behörden seines Heimatlandes in Norwegen angekommen. Bei einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag in Oslo sagte der 31-jährige Menschenrechtsanwalt, er glaube nicht, dass es das Regime in Teheran dank der internationalen Aufmerksamkeit noch wagen werde, seiner als Ehebrecherin zum Tod durch Steinigung verurteilten Klientin Sakineh Mohammadi Ashtiani ein Haar zu krümmen.

Das Regime laufe Gefahr seine letzte Glaubwürdigkeit zu verlieren, falls Ashtiani physisch zu Schaden komme, sagte Mostafaei laut der norwegischen Nachrichtenagentur NTB. Der Anwalt wird selbst von der iranischen Polizei gesucht und flüchtete zunächst in die Türkei. Die Entscheidung, nach Norwegen weiter zu flüchten begründete er damit, dass er sich vor dem iranischen Geheimdienst in dem skandinavischen Land sicherer fühle als in der Türkei, wo er nach seiner Flucht sechs Tage im Gefängnis verbracht hatte. Mostafaei hat unterdessen für sich und seine noch im Iran befindliche Familie in Norwegen Asyl beantragt.

Norwegen half nicht bei der Flucht

Der norwegische Außenminister Jonas Gahr Störe zeigte sich ebenfalls erleichtert und sagte, er sei froh, dass sich Mostafaei nun in Sicherheit befinde und auf legalem Wege nach Norwegen gelangt sei. Störe dementierte jedoch Berichte, wonach die norwegischen Behörden aktiv an der Flucht des iranischen Anwalts mitgewirkt hätten. (APA)

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