Zungenkrebs und Waldbrand

8. August 2010, 15:42
posten

Steaua-Präsident kann nicht an sich halten, Trainer Piturca gibt nach drei Partien auf - Absagen in Russland: Spartak im estnischen Exil

Bukarest - Nach nur drei Spieltagen hat Trainer Victor Piturca beim rumänischen Fußball-Rekordmeister Steaua Bukarest das Handtuch geworfen. Der ehemalige Nationaltrainer Rumäniens reagierte damit auf die anhaltende Kritik von Vereinspräsident Gigi Becali. Piturca hatte das Amt zu Saisonbeginn unter der Bedingung angetreten, dass sich der Klubboss nicht in der Öffentichkeit negativ über Spieler oder Fans äußert.

"Ich habe ihm eine Verdopplung seines Gehalts angeboten", sagte Becali, der in den vergangenen Jahren zahlreiche Trainer verschlissen hat: "Aber er möchte eine Garantie, dass ich meinen Mund halte. Dann würde ich allerdings Zungenkrebs bekommen." Nach drei Runden hat Steaua immerhin sieben Punkte auf dem Konto.

In Moskau wurde wegen des Qualms von den Torfbränden rund um die Stadtdas für Sonntag angesetzte Derby gegen Pokalsieger ZSKA Moskau abgesagt. Auch die Begegnung zwischen Martin Stranzls Spartak und Tabellenführer Zenit St. Petersburg wurde verschoben, ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

Vize-Meister Spartak schickte seine Mannschaft noch am Sonntagabend per Flugzeug nach Estland, wo bis auf weiteres trainiert wird. "Ich weiß nicht, wie lange wir dort bleiben und auch nicht, wo wir genau wohnen werden. Es ist alles ziemlich kurzfristig gegangen", sagte der Burgenländer.  Schon in den vergangenen Tagen sei jedes Training angesichts der Rauchbelastung eine Tortur gewesen. "Man tut sich beim Atmen schwer, man bekommt Kopfschmerzen und die Augen tränen", berichtete der Innenverteidiger, dessen Familie sich bereits in Österreich befindet.

Die verheerenden Waldbrände hatten den russischen Verband bereits gezwungen, das Länderspiel gegen Bulgarien am kommenden Mittwoch von Moskau nach St. Petersburg zu verlegen. (sid)

Share if you care.