Ermordete Ärztin war sich des Risikos bewusst

8. August 2010, 14:32
161 Postings

Karen Woo gab für Hilfseinsatz gut bezahlte Stelle auf - Diesen Monat wollte sie heiraten

Berlin - Bei der ermordeten Britin unter den in Afghanistan getöteten christlichen Helfer handelt es sich nach BBC-Angaben um die Ärztin Karen Woo. Diese wusste nach einem Bericht des britischen Senders, dass die geplante Tour zu hilfsbedürftigen Menschen in abgelegenen Gegenden schwierig werden würde. "Der Treck wird nicht einfach. Zu Fuß und mit Packpferden wird er drei Wochen dauern - kein Fahrzeug kann dieses bergige Gebiet erreichen", schrieb sie den Angaben zufolge kurz vor dem Aufbruch in einem Brief. Diese Expedition "wird auch nicht ohne Risiko sein". Aber sie glaube, dass eine medizinische Behandlung der Menschen, die es am bittersten nötig hätten, den schwierigen Einsatz Wert sei.

Nach einem Aufenthalt in Kabul 2009 hatte Karen Woo sich entschlossen, sich intensiv den Afghanen zu widmen. Sie gab deswegen eine gut bezahlte Stelle auf. "Die Sachen, die ich während meines Besuchs gesehen habe, gaben mir als Ärztin das Gefühl, wieder die menschlichen Seiten zusammenzubringen, gute und böse", erklärte sie damals laut BBC.

Hochzeit stand bevor

Woo wollte noch in diesem Monat heiraten. Sie machte sich laut den britischen Medienberichten schon Gedanken über ihr Hochzeitskleid.

Doch das Leben der 36 Jahre alten Ärztin aus London wurde jäh beendet. Die Britin wurde nach Informationen von BBC in Afghanistan umgebracht. Vermutlich Taliban erschossen sie demnach zusammen mit anderen Ärzten der christlichen Hilfsorganisation International Assistance Mission (IAM) im Nordosten des Landes. Die Leichen wurden Ende der Woche gefunden und am Sonntag zur Identifizierung nach Kabul geflogen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die ermordete Britin Karen Woo.

Share if you care.