Neuer Präsident Santos vereidigt

8. August 2010, 00:08
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"Uribes Erbe" soll Beziehungen zu Venezuela und Ecuador verbessern

Bogotá - Unter extremen Sicherheitsvorkehrungen ist am Sonntag der frühere Verteidigungsminister Juan Manuel Santos als neuer Präsident Kolumbiens vereidigt worden. Der 58 Jahre alte ehemalige Journalist und Ökonom folgt auf Álvaro Uribe, der das südamerikanische Land acht Jahre lang regierte. Santos gilt als "Uribes Erbe". Er versprach, dessen Politik fortzusetzen. Zu seiner Vereidigung bei regnerischem Wetter auf dem Bolivar-Platz in Bogotá kamen mehrere tausend Gäste aus dem In- und Ausland.  

Als Uribes größte Leistung gilt die teilweise Wiederherstellung der Sicherheit in Kolumbien im Kampf gegen die linke FARC-Guerilla. Auf Santos kommt die schwierige Aufgabe zu, jetzt die Ursachen der Gewalt zu beseitigen, um dem Land auch inneren Frieden zu bescheren.

Belastete Beziehungen

Außerdem wird erwartet, dass er versuchen wird, die Beziehungen zu den Nachbarn Ecuador und Venezuela zu verbessern. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez befand sich in einem Dauerkonflikt mit Uribe. Vor wenigen Tagen warf er dem Kolumbianer vor, gemeinsam mit den USA einen Krieg gegen sein Land vorzubereiten, und brach deshalb die Beziehungen zu Kolumbien ab.

Der Streit spitzte sich am Freitag allerdings weiter zu. Uribe legte beim Internationalen Strafgerichtshof Klage gegen Chávez ein. Nach den Worten von Uribes Rechtsanwalt Jaime Granados werden dem venezolanischen Präsidenten Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Dies wurde damit begründet, dass Chávez kolumbianischen FARC-Rebellen in Venezuela Unterschlupf gewährt habe.

Uribe habe ihn zudem beauftragt, den venezolanischen Staat beim Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte anzuzeigen, weil er auf seinem Territorium den Aufenthalt "Terroristen" dulde, teilte der Anwalt weiter mit. Chávez kam nicht zu der Vereidigung nach Bogotá und schickte seinen Außenminister Nicolás Maduro. Dieser sagte bei der Ankunft, er sei im Auftrag von Chávez mit den besten Absichten gekommen, um die Weichen für eine gute Zukunft zu stellen. (APA/dpa)

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    Der neue und der alte Präsident: Juan Manuel Santos und Álvaro Uribe

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