Polizei geht gegen rechtsextreme Demonstranten vor

7. August 2010, 23:09
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Anlass ist geplante Verlegung der Statue des Königs Swatopluk in Bratislava

Bratislava - Die slowakische Polizei ist am Samstag in Bratislava gegen rechtsextreme Demonstranten vorgegangen. Anlass war eine behördlich nicht genehmigte Kundgebung gegen die geplante Verlegung der Statute des Königs Swatopluk. Dieser gilt vor allem Nationalisten als Symbol für die slowakische Eigenstaatlichkeit.

Parallel dazu fand eine Veranstaltung von Bürgeraktivisten, die sich gegen Rechtsextremismus richtete, statt. Dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen den Demonstrantengruppen. Nachdem sich die Extremisten weigerten, ihre behördlich nicht genehmigte Versammlung aufzulösen, ging die Polizei gegen die Demonstranten vor. Insgesamt wurden sechs Personen festgenommen, darunter der Führer der rechtsextremen "Volkspartei Unsere Slowakei", Marian Kotleba.

Um die Statue des Königs Swatopluk, die im Mai auf der Burg in Bratislava aufgestellt worden war, gibt es zahlreiche Kontroversen. Während die einen den im Jahr 894 verstorbenen Swatopluk, König des Großmährischen Reiches, als nationalistisches Symbol in Beschlag nehmen, protestieren Bürgeraktivisten dagegen, die Statue für "Propaganda, Gewalt und Neo-Nazi-Lügen" zu missbrauchen. Einige slowakische Historiker meinen, dass nicht bewiesen sei, dass Swatopluk in Bratislava residiert habe.

Die Einweihung der Statue fand im Juni durch die sozialdemokratische Oppositionspartei "Smer" (Richtung) statt, offenbar als Bestandteil ihrer Wahlkampagne. Ex-Premier und Smer-Chef Robert Fico erklärte, Swatopluk sei lange vor dem Heiligen Stephan und dem Heiligen Wenzel, den Nationalheiligen Ungarns und Tschechiens, "hier gewesen".

Ein Teil der Öffentlichkeit lehnt den Schöpfer der Swatopluk-Statue, Jan Kulich, ab, der bereits mehrere Statuen vor der Wende errichtete und als Bildhauer des ehemaligen KP-Regimes gilt. Der neue Parlamentspräsident Richard Sulik setzte nun eine Kommission ein, die über das weitere Schicksal der Statue entscheiden soll. (APA/CTK/TASR)

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