"Wir haben uns das ganz anders vorgestellt"

7. August 2010, 21:25
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  • Austria - Ried

Karl Daxbacher (Austria-Trainer): "Hauptgrund war, dass wir aus unserem Ballbesitz kein Kapital haben schlagen können. Ried hat uns alle Räume zugemacht, wir haben keine Torchance vorgefunden. Das war eine taktische Lehrstunde für uns, daher ist der Sieg für Ried völlig verdient. Wir haben eine Serie hingelegt, die natürlich beeindruckend ist. Es waren aber auch viele knappe Siege dabei, daher habe ich gewusst, dass sie auch irgendwann zu Ende gehen wird."

Zlatko Junuzovic (Austria-Offensivspieler): "Wir sind heute sehr schwer hineingekommen, sind nie zu richtigen Torchancen gekommen. Wir sind hoffnungslos und ohne Erfolg aufs Tor gestürmt. Ried hat eine sehr gute Leistung geboten, wir nicht. Daher haben sie verdient gewonnen. Sie haben es in der Mitte sehr eng gemacht, das ist für unseren Fußball sicherlich schädlich. Die Niederlage dämpft die Euphorie ein bisschen, wir dürfen uns aber nicht verrückt machen lassen. Wir wissen, dass wir sehr guten Fußball spielen können."

Paul Gludovatz (Ried-Trainer): "Ich gehe davon aus, dass die Vorzeichen so überdeutlich waren, dass wir uns eigentlich die Anreise hätten sparen können. Hier im Horr-Stadion gewinnt man vielleicht einmal von zehnmal, heute durfte das passieren. Es gehört auch ein bisschen Glück dazu. Wesentlich war aber die Geduld, die Austria nicht spielen zu lassen. Die Tabelle ist eine Momentaufnahme, ich denke auch über die Fußspitzen hinaus."

Peter Hackmair (Ried-Torschütze): "Es ist sehr schön, dass wir endlich einmal hier den Sieg eingefahren haben. Wir haben hier schon oft gut gespielt, sind aber nie belohnt worden. Ich gelte ja normalerweise nicht als Goalgetter, bin aber froh, dass ich der Mannschaft mit dem Tor habe helfen können. Die Hereingabe von Thomas Schrammel war perfekt, ich habe eigentlich nur noch den Fuß hinhalten müssen. Auf die Tabelle gebe ich nach so wenigen Runden noch nicht viel. Mir ist wichtig, dass wir Selbstvertrauen getankt haben."

  • Sturm - Rapid

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Ich ärgere mich nicht über die Niederlage, denn Rapid war die bessere Mannschaft, klar überlegen und hat verdient gewonnen. Bei uns war der letzte Pass nicht da, es hat die Zielstrebigkeit nach vorne gefehlt. Ich ärgere mich viel mehr über die Platzverhältnisse hier, dass man es einfach nicht schafft, alles vernünftig zu koordinieren, wenn zwei Tage vor so einem Spitzenspiel die Regionalliga-Mannschaft vom GAK hier im strömenden Regen spielt."

Joachim Standfest (Sturm-Verteidiger): "Wir haben uns das ganz anders vorgestellt, aber heute ist nichts zusammengegangen. Wir haben einfach keine zweiten Bälle gewonnen, dadurch sind wir nicht zu Chancen gekommen. Das war das Hauptproblem von uns heute. Wir müssen die nächste Woche hart arbeiten, denn wir sind nicht so weit, wie wir vielleicht geglaubt haben."

Peter Pacult (Rapid-Trainer): "Ich bin zufrieden, dass wir das umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen haben - nämlich, dass wir das Spiel selbst in die Hand nehmen. Wir haben Sturm von Beginn an nicht zur Entfaltung kommen lassen und sind dann auch verdient in Führung gegangen. Ich muss der Mannschaft über 90 Minuten ein Riesenkompliment machen. Wir waren sehr gut organisiert und haben zwei wunderschöne Tore gemacht. Da sieht man auch das Selbstvertrauen, das die Mannschaft jetzt wieder hat. Nach den zwei Niederlagen zum Saisonbeginn habe ich ja immer wieder gesagt, dass man alles nicht so schwarz sehen darf. Ich wusste, dass wir die Qualität haben, dass wir uns da wieder selbst herausziehen. Die Verletzung von Veli Kavlak dürfte nicht so schlimm seien, er hat bei einer Drehbewegung wieder eine leichte Dehnung im Knie erlitten."

Jürgen Patocka (Rapid-Torschütze zum 1:0): "Es freut mich, dass wir wieder einmal in Graz voll punkten konnten, denn hier ist es immer sehr schwer. Wer die Tore macht, das ist unwichtig, Hauptsache wir gewinnen, aber es war natürlich eine ideale Flanke von Saurer auf mich. Der Sieg war verdient, wir haben von Beginn an sehr aggressiv gespielt und es Sturm damit sehr schwer gemacht. Wir sind jetzt bereit für Aston Villa."

Mario Sonnleitner (Rapid-Innenverteidiger und Ex-Sturm-Spieler, der in Minute 71 ausgeschlossen wurde): "Keine Ahnung, ob das wirklich Torraub war, denn der Ball war schon fünf Meter von Mario Haas weg. Aber wichtig ist nur, dass wir gut gespielt und gewonnen haben. Die Fans haben sich relativ human benommen. Dass es ein paar Pfiffe gegeben hat, das ist normal."

  • Salzburg - Wiener Neustadt 

Huub Stevens (Salzburg-Trainer): "Wiener Neustadt hat auch heute wieder einen guten Fußball gespielt. Tremmel hat bei der ersten Chance gut gehalten, dann hat er das leider in bestimmten Momenten nicht mehr getan. Jantscher hat seine Qualitäten, das wussten wir. Und das hat er auch heute wieder bewiesen. Mit Boghossian und Zarate haben auch die anderen zwei Neuzugänge getroffen, das war wichtig. Aber es geht vor allem darum, dass wir teilweise sehr guten Kombinationsfußball gezeigt haben. Aber teilweise haben wir auch dumme Fehler gemacht. Wenn in der Öffentlichkeit von einer Krise gesprochen wird, dann mache ich mit. Das finde ich lustig, da muss man Humor zeigen."

Jakob Jantscher (zweifacher Salzburg-Torschütze): "Das war eine sehr wichtige Partie für uns. Wir mussten dieses Spiel gewinnen, und das ist uns auch gelungen. Die zwei erzielten Tore freuen mich, aber wichtig war vor allem der wichtige Sieg. Einige Kleinigkeiten stimmen bei uns noch nicht, das müssen wir abstellen, denn international wird das bestraft. Ich glaube nicht, dass wir in einer Krise waren. Wir sind am Anfang der Saison, da kann noch nicht alles klappen. Ich habe mich schon ganz gut eingewöhnt in die Mannschaft, aber das ist mir auch nicht sehr schwer gefallen, außerdem habe ich viele Spieler schon gekannt."

Peter Schöttel (Wr. Neustadt-Trainer): "Vom Einsatz her kann ich meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Es war ein solider Auftritt meiner Mannschaft. Wir haben aber vorne und hinten zu viele Fehler gemacht. Wenn man Salzburg zum Toreschießen einlädt, dann verliert man hier natürlich. Daraus müssen wir unsere Lehren für die Zukunft ziehen. Mich ärgert, dass das Tor von Aigner aberkannt wurde. Da wird nur bei den kleinen Teams sofort Foul gepfiffen, da wird man schon ein bisschen nachdenklich."

Christian Ramsebner (Wr.-Neustadt-Verteidiger): "Wir sind gut in die Partie gekommen, dann habe ich leider mit einem dummen Fehler das 0:1 verschuldet. Das darf nicht passieren. Von der Chancenverteilung wäre für uns mehr drinnen gewesen. Unser Selbstvertrauen ist sicher nicht angekratzt. Immerhin haben wir auswärts gegen den Meister gespielt, da kann man schon einmal verlieren."

  • Mattersburg - Wacker

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Ein Remis wäre gerecht gewesen, aber wir haben wieder Konzentrationslücken gehabt. Wenn der gegnerische Trainer nach dem Schlusspfiff zu mir kommt und 'Danke' sagt, sagt das alles. Wir hätten das Unentschieden halten müssen. Innsbruck hatte während der ganzen Partie auch keine hundertprozentige Chance. Am Freitag haben wir ein Cup-Spiel, das wir gewinnen werden. Ich bin mit dieser Situation nicht happy, aber man darf den Kopf jetzt nicht hängenlassen."

Walter Kogler (Wacker-Trainer): "Wir haben mit der Tabellenführung nicht gerechnet, aber es ist eine schöne Position. Wichtiger waren für uns die drei Punkte. Wir haben einen guten Start hingelegt und uns von den letzten Plätzen absetzen können. Wir haben fast das Maximum herausgeholt. Wenn wir weiterhin so aggressiv spielen, werden wir in der Liga eine gute Figur abgeben. Die Einwechslungen von mir waren keine goldene Hand, sie sind auf der Hand gelegen."

  • LASK - KSV

Helmut Kraft (Trainer LASK): "Endlich haben wir heute agiert wie vor zwei Wochen (3:4 gegen Austria), aber haben leider unsere Chancen nicht genutzt. Kapfenberg hat einen von zwei, drei Kontern zum Siegestor genützt. Das ist eben die Situation, wenn man in der Tabelle hinten drinnen steht. Wir haben auf allen Linien enttäuscht und keinen Punkt nach vier Runden. Da ist es mehr und mehr gefragt, dass man geduldig ist."

Lukas Kragl (Stürmer LASK): "Wir haben viel mehr Chancen gehabt, machen sie aber leider nicht rein. Ich weiß auch nicht, was wir machen sollen. Ich hoffe, dass in Zukunft der Knoten aufgeht. Bei uns fehlt die nötige Konsequenz und auch das nötige Glück."

Werner Gregoritsch (Trainer Kapfenberg): "Der Sieg ist auf unser hervorragendes Kollektiv mit vielen jungen Spielern zurückzuführen. Die Mannschaft kann Verletzungen von Spielern wie Pavlov und Fukal wegstecken. Wir haben auch mit dem Tormann einen Goldgriff gemacht, er hat einige Bälle gehalten. Wir haben auf unsere Chance gewartet. Wir wussten, wer in so einem Spiel das Tor macht, wird als Sieger nach Hause fahren. Die sieben Punkte heben natürlich das Selbstvertrauen."

Deni Alar (Torschütze Kapfenberg): "Wir haben immer gewusst, dass es in Linz sehr schwer ist zu gewinnen. Es war sehr viel Geduld gefragt. Wir schauen, dass wir so schnell wie möglich von unten wegkommen, erst dann können wir nach oben schauen. Aber wir dürfen jetzt nicht locker lassen."

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