Hochwasser

Neun Tote in Sachsen, Polen und Tschechien

8. August 2010, 14:59

Erinnerungen an Jahrhundert-Hochwasser von 2002 - Neiße in Görlitz erreichte Höchststand

Zittau - Acht Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser von 2002 hat heftiger Dauerregen am Wochenende innerhalb kürzester Zeit Flüsse und Bäche im Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Polen zu reißenden Fluten anschwellen lassen. In dramatischen Aktionen wurden Menschen gerettet, die sich an Bäume und Brückenpfeiler geklammert hatten oder auf den Dächern ihrer überfluteten Häuser ausharrten. Der Pegelstand der Neiße schoss binnen drei Stunden um vier Meter in die Höhe, nachdem in Polen eine Staumauer brach. Es werde in Görlitz keine schnelle Entspannung geben, sagte die Sprecherin des Landeshochwasserzentrums, Karin Bernhardt, am Sonntag in Dresden.

Tote in Erzgebirgsregion

Im Erzgebirgsort Neukirchen ertranken am Samstag eine 72-Jährige, ihr 74-jähriger Ehemann und ein 63-jähriger Nachbar bei dem Versuch, Waschmaschinen aus dem Keller ihres Mehrfamilienhauses zu retten. In mehrere Regionen Sachsens wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Entlang der Neiße wurden die Menschen mit Lautsprecherwagen vor einer massiven Flutwelle gewarnt, nachdem im polnischen Radomierzyce (Radmeritz) eine Staumauer gebrochen war.

Der Pegel in Görlitz zeigte Sonntag früh mehr als sieben Meter an - und damit den höchsten Wert seit Beginn der Messungen im Jahr 1912. Der normale Wert liegt dem sächsischen Hochwasserzentrum zufolge im Mittel bei 1,70 Meter. Retter bargen vom Hubschrauber aus einen völlig erschöpften Mann, der sich verzweifelt an einen Brückenpfeiler geklammert hatte. Die Flutwelle auf der Neiße sei aber nicht so extrem wie nach dem Bruch der Staumauer befürchtet, sagte Gerlind Walter vom Katastrophenschutz-Stab des Landkreises Görlitz. Ein Tagebausee habe einen großen Teil des Wassers "geschluckt" - sein Wasserspiegel legte um 45 Zentimeter zu.

Opfer auch in Polen und Tschechien

In Polen sprach Innenminister Jerzy Miller am Sonntag von drei Todesopfern durch die Flut. Medienangaben zufolge handelt es sich um zwei Frauen und einen Feuerwehrmann, der bei der Sicherung eines Deiches vom Wasser mitgerissen wurde. Ein Regionalpolitiker und sein Fahrer überlebten, weil sie sich neun Stunden an umtoste Bäume klammerten. Ihr Wagen war von der Hochwasserwelle nach dem Dammbruch erfasst worden. Etliche vom Wasser eingeschlossene Menschen in der Region wurden von den Dächern ihrer Häuser gerettet. Bogatynia - eine Stadt mit mehr als 18.000 Einwohnern - war für Stunden fast vollständig überflutet, mehrere Häuser stürzten ein. Auch in Teilen von Zgorzelec, der Nachbarstadt von Görlitz, stand das Wasser zwischen den Häusern.

In Tschechien ertranken ebenfalls mindestens drei Menschen, teilten die Behörden mit. Drei Menschen wurden zunächst noch vermisst, darunter ein Mann, der vor den Augen anderer in einen reißenden Fluss stürzte. Mehr als 2.000 Menschen mussten am Wochenende in Notquartieren übernachten, nachdem mehrere Ortschaften überflutet wurden. Etliche Personen wurden mit Hubschraubern gerettet und in Sicherheit gebracht - unter anderem von Luftrettern aus Deutschland. Betroffen war vor allem die Region um Liberec. Mehrere Zugverbindungen nach Deutschland waren unterbrochen.

Rasend schnell war das Wasser am Samstag auch in die knapp 40 Kilometer von Görlitz entfernte Stadt Zittau geflutet, ein Wohnviertel musste evakuiert werden. "Hier herrscht absolutes Chaos, das übertrifft alles bisher Dagewesene", sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Mehrere Menschen wurden verletzt oder vom Wasser eingeschlossen. Helfer waren in Schlauchbooten unterwegs. Entlang der Neiße und der Mandau wurden nach Angaben des Katastrophenschutz-Stabs von Samstag an insgesamt fast 1.500 Menschen in Sicherheit gebracht, 1.700 Helfer waren im Einsatz. Am Sonntag floss das Wasser langsam wieder ab.

Auch aus anderen Ortschaften wurden sinkende Pegelstände gemeldet. Im Raum Chemnitz und dem Erzgebirge hätten ebenso wie in der Sächsischen Schweiz die Aufräumarbeiten begonnen, berichtete Walter. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte Hilfe zu. "Ich gehe davon aus, dass der Freistaat Sachsen genau wie die Kommunen den Betroffenen unter die Arme greifen."

Das Tief "Viola" hatte die Wassermassen auf seinem Weg gen Osten gebracht. Die extremen Regenfälle seien "nicht so überraschend" gewesen, sagte Robert Scholz, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Von Westen her ziehe bereits ein neues Schauerband auf die Region zu, in der Summe werde es aber nicht so viel regnen wie in den vergangenen Tagen. Die Wetterlage vom Wochenende sei ähnlich der gewesen, die im August 2002 zum Jahrhunderthochwasser geführt hatte.

Heftiger Regen hatte zuvor auch in Bayern Straßen überschwemmt und Flüsse über die Ufer treten lassen. Vor allem im Allgäu fielen an mehreren Orten binnen 24 Stunden mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter - so viel wie normalerweise im ganzen Monat Juli. (APA)

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Nirual
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Österreich braucht ein Meer..

..überfluten wir Deutschland!!!

aus spaß wurde ernst

Mathias
 
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dämlicher medialer Übertreibungsjournalismus!

2002 war eine "Jahrhundertflut" ... wie es aussieht brauchen die Berichterstatter wieder neue Begriffe, damit dieser Begriff "Jahrhundertflut" nicht alle 5-10 Jahre recycelt werden muß!

Am Ende eines Jahrhunderts lassen sich vergleiche leicht machen, doch nicht zu Beginn eines Jahrhunderts!

Möchte nur wissen, was in Polen und Tschechien seit 2002 alles für Maßnahmen getroffen wurden, damit die damalige Situation nicht wieder so stark passiert. DAS wäre doch mal ein interessanter Bericht!

Wurzelloser Kosmopolit
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"habe einen großen Teil des Wassers "geschluckt" - sein Wasserspiegel legte um 45 Zentimeter zu."

Zu was der olle, vielbekämpfte Kohletagebau doch alles gut sein kann....

James131
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Dumm nur fuer Bundesstrasse und betroffene, die da wohnen.

DeKa
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die Russen brauchens und die Ossi kriegens

Dramatisch finde ich, dass es knapp 1000 km weiter östlich das Wasser fehlt, was der Osten Deutschland heute in MAssen bekommen hat...

Irgendwie ist das Wetter im Moment komisch. Zig Wirbelstürme in Deutschland, Dürreperiode in Russland, Hochwasser in Ostdeutschland, Schnee an der Copacabana und und und...

eyeinthesky
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an der copa cabana gibt immer schnee

greenling
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ist auch kein wunder, wenn man das wetter durcheinander bringt!

Harald Ecke
 
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Ich war's nicht! Der Laun war's!!

phaidros
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wann war das wetter je anders?

Gerhard Ingolf
01

Als ich ein Kind war hieß es: "Das Wetter ist erst so schlecht, seit die Amis mit ihren Antonbomben (sic!) schmeißen"

Jetzt müßte man wohl sagen: "Das Wetter ist erst so schlecht, seit die Amis mit ihren Atombombenversuchen aufgehört haben"

ji
02

Was hat denn bitte ein Foto eines Klosters an der Donau in Bayern in einem Bericht über Ostsachsen zu suchen? Wo sind denn Bilder aus geteilten Stadt Görlitz(grösstes Flächendenkmal Deutschlands) und Bad Muskau(Weltkulturerbe)??

Jürgen Rembremerding
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Das ist nicht "ein Kloster"!

Das ist "DAS Kloster":

http://www.weltenburger.de/brauereil... online.htm

DerEwigeRaisonneur
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Ist ein Überbleibsel der ersten Fassung des Artikels, in der auch von Bayern die Rede war.

alexanderletten
 
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Bad Muskau erwartet ja erst den höchsten Pegelstand.

Bei meiner Ehr
01
Bitte all die Wassermassen ins Weinviertel umleiten

Danke!

Meerwelle
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Also ich glaube, daran sind fix die Amis Schuld.

Emil Sacklinger1
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Das stimmt

aber mitschuldig auch Zölibat und Xenophobie

Spi an
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na wenn wir da jetzt aufzuzählen beginnen

dann sicherlich auch kiffen und masturbation

Shadow
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und was ist mit den 68ern?

Harald Ecke
 
00

Meinen Sie den Jahrgang, oder die Umgepolten von den damaligen Aufbegehrern?

ARO5
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und Zöliakie

Meerwelle
03

Sie haben übrigens die Pädophilie vergessen.

Aber sollte man angesichts von Bilder mit einem halb überschwemmten Kloster nicht tatsächlich über die Möglichkeit einer "liebenden Strafe Gottes" (Zitat Laun) nachdenken???

Miklaus Röchlinger
00

genau. Gott straft aus Liebe, oder wie war das lt. Bischof Laun?

Nick Tameer
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Die haben jüngst falsch gewählt.

Jeff Bloeff
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Genau da ihr wieder, daß Obama keinen Deut besser als Bush ist.

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