Nach Scheitern am K2

Kaltenbrunner am Rückweg

7. August 2010, 15:34

Im ORF-Interview: "Ich kann es auch gar nicht recht glauben, dass das passiert ist" - Skyrunner Christian Stangl hegt noch Hoffnung auf erneuten Gipfelsturm und bleibt

Wien - Die oberösterreichische Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner hat nach der Tragödie am K2, wo Freitag früh ihr schwedischer Bergkamerad Fredrik Ericsson beim Aufstieg zum Gipfel tödlich verunglückt ist, unbeschadet das Basislager auf etwa 5.000 Metern Höhe erreicht. Der Schock über den Tod des Bergsteigers sitzt aber tief. In einem Interview mit dem ORF Oberösterreich sagte sie: "Ich kann es auch gar nicht recht glauben, dass das passiert ist." Und weiter: "Ich habe nur gesehen, dass er stürzt und dass es ihn überschlägt. Er hat noch kurz geschrien und dann war er weg."

Laut dem Bericht sollen sich die beiden beim gemeinsamen Aufstieg gegenseitig gesichert haben: "Bei den weniger steilen Passagen haben wir das Seil weggegeben. In einer solchen Passage im Flaschenhals wollte er (Ericsson, Anm.) einen Haken schlagen, weil eine steilere Passage gekommen wäre. Da muss ihm ein ziemlich großer Brocken ausgebrochen sein."

Leichtsinnsfehler

Ihr Ehemann, der deutsche Bergsteigers Ralf Dujmovits (48), führte den Tod des Schweden im dpa-Gespräch auf einen Leichtsinnsfehler zurück. Dieser soll kurz vor dem Absturz entschieden haben, sich doch lieber sichern zu wollen. Beim Einschlagen eines Hakens habe er sich dann zu wenig auf seinen festen Stand konzentriert und sei abgerutscht: "Er hat einfach einen Leichtsinns-Fehler gemacht." Mit dem schlechten Wetter hatte der Unfall nichts zu tun.

Gerlinde Kaltenbrunner meinte, dass es am K2 heuer "abnormal warm" sei und daher auch die Steinschlaggefahr sehr groß. Abgesehen davon, wären die Verhältnisse aber perfekt gewesen. Ob sie noch einen Aufstieg auf den K2 versuchen wird, beantwortet die Alpinistin gegenüber dem ORF so: "Ich muss erst einmal ein paar Tage vergehen lassen, aber die Leidenschaft ist in mir. Ich werde sicherlich in die Berge zurückkehren, ob es der K2 sein wird, kann ich jetzt noch nicht sagen."

Rückweg noch am Samstag antreten

Laut Kaltenbrunner-Sprecherin Kathrin Furtner wollten die Alpinistin und ihr Ehemann noch heute, Samstag, den Rückweg antreten. Der genaue Zeitpunkt für die Heimreise nach Österreich sei aber unklar, aufgrund der schweren Überflutungen in Pakistan ist mit Verzögerungen zu rechnen.

Noch nicht an die Heimreise will der steirische Skyrunner Christian Stangl denken. Er hege weiterhin die Hoffnung auf einen weiteren Versuch, den Gipfel des K2 zu erobern. Nach Angaben des Innsbrucker Meteorologen Karl Gabl könnte es nächste Woche tatsächlich noch einmal die Möglichkeit dafür geben. Über das Wochenende soll es zwar 30 bis 40 Zentimeter schneien, "nächste Woche gibt es aber drei Tage, wo es wenig Niederschläge geben soll". Laut gestrigem Prognosemodell dürfte das gegen Wochenmitte sein.

Die Tragödie am Berg ereignete sich am Freitag in den frühen Morgenstunden. Kurz nach 8.00 Uhr meldete sich Gerlinde Kaltenbrunner mit Entsetzen bei ihrem Mann und berichtete, dass ihr Begleiter Fredrik Ericsson an ihr vorbei gestürzt sei. Ericsson habe beim unangeseilten Vorsteigen im tiefen Schnee an einer Felsinsel seitlich des Flaschenhals zur Standplatzbereitung einen Haken schlagen wollen, sei dabei wahrscheinlich weggerutscht und habe sich nicht mehr abfangen konnte.

Gerlinde Kaltenbrunner stieg ab, mit anderen Bergsteigern suchte sie nach dem Verunglückten. In 7.200 Metern Höhe bei Lager III entdeckten sie schließlich den reglosen Körper von Ericsson. Aufgrund der gefährlichen Verhältnisse am Berg entschlossen sich die Alpinisten in Rücksprache mit dem Vater des Toten, die Leiche am Berg zurückzulassen. (APA)

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suboptimal
 
22
14.8.2010, 13:41
Gratulation - nach sieben Versuchen endlich der Erfolg

Er habe praktisch die vergangenen drei Sommer auf dem K2 verbracht, mehrere Monate im Basislager, um auf einen günstigen Moment des Aufstiegs zu warten. „Ich bin drei Jahre lang auf diesem Berg herumgenudelt“, sagte Stangl. Speziell in den letzten drei Tagen vor dem Aufstieg sei er sich wie ein Darsteller in dem Gefangenenfilm „Papillon“ mit Steve McQueen vorgekommen.

„Meine Situation hat mich immer an den Film erinnert. Und ich mach das auch noch freiwillig, das ist ja das Allerärgste.“ Stangl: „Da muss man schon einen Klopfer haben, das stimmt schon.“

http://www.tt.com/csp/cms/s... radler.csp

Teletubby
11
13.8.2010, 00:09
Sind's jetzt nicht schn DREI

sog. Bergkameraden, die für ihren übersteigerten Ehrgeiz ins Gras gebissen haben?

suboptimal
 
02
14.8.2010, 15:27
Schrumpfschlauch
00
13.8.2010, 12:58
Ein Berg voll Leichen

willywonka
02
11.8.2010, 15:34
man muß nicht überall hin, überall rauftsteigen und überall hinsegeln, -fahren was weiß ich.

wäre besser so.

georg salomon
 
813
Der Neid is a Hund

Was sich so in den Standardforen tummelt, ist ein Wahnsinn. Warum können sich nicht Leute, die den Kobenzl für einen Berg halten, einfach eines Kommentars enthalten. Was diese Frau macht ist ihre Sache und kostet keinen Standardposter, blad, ungebildet und im Unterleiberl vor dem Computer, auch nur einen Cent. Wer vom Bergsteigen keine Ahnung hat, kann sich doch für ihn interessanteren Themen zuwenden - Hermanns Strandbar, Donnerstagsdemo, Debilenclubbings a la Loveparade, Donauinselfest, etc., etc., ....

Michael_1
16
Zwei Dinge sind unendlich,...

In einem Punkt haben Sie Recht: "Was diese Frau macht ist ihre Sache". Dafür bekommt sie für meinen Geschmack allerdings zuviel Sendezeit und Platz in den Medien. Wenn ein Raser mit 240 in den Tod fährt, weil ers´genauso wissen will, bekommt er dafür keine Reportagen im ORF und wird nicht als Held gefeiert.
Auch wenn es Ihnen nicht gefällt, ich finde es gut, dass es Foren mit freier Meinungsäusserung gibt, auch wenn diese, so wie in Ihrem Fall, dazu genutzt werden um andere Menschen zu verunglimpfen bzw zu beleidigen.

sextiger
35
11.8.2010, 01:40
seh ich anders

Ich würde gerne viel mehr im Fernsehen über Leute wie Frau Kaltenbrunner sehen und hören. Dass es Foren mit freier Meinungsäußerung gibt, finde ich nur insoferne positiv, als dass man daran erinnert wird von welcher Art Menschen man umgeben ist, dass man sozusagen daran erinnert wird, von wieviel Mißgunst und Schadenfreude man ständig umgeben ist. Wenn hier ständig -unter anderem - behauptet wird, dass es Frau Kaltenbrunner völlig "kalt" lässt, dass ihr Kamerad in den Tod stürzt, sagt das alles über die Fantasien und den seelischen Zustand der Spott-Poster aus. So sehe ich das.

Wirtueller
03
10.8.2010, 09:57

Die Menge an "Sendezeit" die Sie konsumieren, steht Ihnen völlig frei selbst zu bestimmen. Ich finde die Berichterstattung sehr gut und für meinen Teil weiß ich nun genau, daß ich den K2 nie mit Schiern hinunter fahren werde.

nick morgenland
 
04

ich habe nicht den eindruck, dass es ein überangebot an hochleistungs-alpinismus in den medien gibt. ein raser, der mit 240 in den tod fährt, riskiert in der regel auch andere menschenleben. die sportliche leistung und vernunft der raser liegt beträchtlich unter der leistung, die in diesem segment des alpinismus gefordert wird.

in den österreichischen medien sind nur ganz wenige sportarten präsent, alpinismus gehört nicht dazu.

wenn das stimmt, was in der gestrigen reportage zu erfahren war, so hat 2009 und 2010 kein einziger mensch den gipfel des k2 erreichen können.

georg salomon
 
24

Mich stört freie Meinungsäußerung nicht. Ich fürchte mich nur vor der Gesinnung die hinter solchen (Meinungs?)äußerungen steht. Die Freude am Scheitern und, in diesem Fall, sogar am Tod Anderer. Erinnert mich an etwas.

cooldown
20

Das ist doch nur armselige Besserwisserei von Menschen, die sich nicht die Mühe nehmen "verstehen" zu wollen ;-)

Tina Tsornigg
46

Wer freut sich am Tod anderer? Die Bergwahnsinnigen Ihres Schlages sind es, die ununterbrochen von Eigenverantwortung schwafeln, von hochqualifizierten Risikoexperten und weltmeisterlichen Auskennern. Und wenn etwas passiert, und einer der Erleuchteten in den Tod stürzt, gibt es schnoddrige Kommentare, in denen die Worte "Leben" und "Erfüllung" vorkommen. Das ist gelinde gesagt Glorifizierung von Irrsinn. Neid, da scheinen Sie sich offenbar auszukennen - hat vielleicht ein Rekord-Aspirant auf den anderen. Menschen, die diesen Wahnsinn aus guten Gründen ablehnen, Neid zu unterstellen, ist schlicht und einfach dumm. Jetzt dürfen Sie weiterklettern, Wichtigster!

bergkasperl
50
11.8.2010, 01:29
lieber tina:

Menschen wie Ihnen Neid zu unterstellen ist schlicht und einfach richtig. Oder sind würmer nicht zu gefühlen wie neid fähig?

Tina Tsornigg
03
11.8.2010, 01:43

Sie geben tiefe Einblicke in die Bergkameradenseele, Kasperl. Mit der sexuellen Orientierung haben Sie scheinbar auch Probleme. Bitte nehmen sie schlicht zur Kenntnis: Ich hege keinen Neid gegen Gerlinde Kaltenbrunner. Ich habe ein erfülltes Leben auf der richtigen Seite der Todeszone. Und ich bin selbst auf Berge gestiegen. Das kann schön sein. Sehr schön. Wenn Menschen zu Schaden kommen, hört sich der Spass auf. Möglich, dass Sie da andere Prioritäten haben. Ihren vielsagenden Nick haben Sie ja wohl selbst gewählt, oder?

comX
 
01
15.8.2010, 03:46
betr. "Wenn Menschen zu Schaden kommen, hört sich der Spass auf."

Das ts(z)ornig(g)e Weltbild...

Andere Menschen sehen das für sich jedoch so, dass dort, wo die Gefahr besteht, dass man (theoretisch) zu Schaden kommt, der Spass erst beginnt!

Wie eng muss der Intellekt sein, dass man nur seine Sicht der Dinge akzeptieren kann?

Nur: es steht einem frei, ob man mit solchen Leuten noch was zu tun haben will. Und wenn nein, das ist jedem sein gutes Recht, trennt man sich von diesen Menschen, die Dinge machen oder unterlassen, die für das eigene Weltbild essentiell sind.

Das steht jedem frei und kann sehr befreiend sein. Man braucht auf diese Menschen dann auch nicht zornig sein.

bergkasperl
50
11.8.2010, 01:10
das sehe ich anders

Ich unterstelle Ihnen Neid und Ignoranz und vor allem halte ich Sie nicht für eine Frau. Ehrlich gesagt denke ich über Postings wie die Ihrer, dass diese einen negativen Höhepunkt der Standardforen darstellen. Hohntriefende Objektivität gewissermaßen. Ich halte Ihre Argumentation für hässlich. Bye.

Tina Tsornigg
03
11.8.2010, 10:10

Ich halte Sie weder für einen Mann noch für einen Bergsteiger.

sextiger
20
12.8.2010, 00:35
null problem

ein Problem wäre es , wenn mich Leute wie Sie schätzen würden.

Tina Tsornigg
01
14.8.2010, 19:44

Sie sind also Bergkasperl UND Sextiger. Muss anstrengend sein.

georg salomon
 
51

Wie gesagt, ein Wahnsinn, was sich in den Standardforen herumtreibt. Gott sei Dank, sind diese Meinungen in der Regel völlig unwichtig. Was Sie allerdings so "tsornig" macht, derartig beleidigend zu werden, wäre, im akademischen Sinne, interessant. Persönlich ist es mir wurscht. Wissen Sie, das Wandern in den Bergen kann derartige Spannungen lösen helfen, unter denen Sie zu leiden scheinen. Der Kontakt zur Natur und zu netten Menschen, übrigens - je höher, desto netter, gibt Ruhe und Ausgeglichenheit. Sie fühlen sich im Einklang mit sich selbst. Probieren Sie es aus, es loht !

cooldown
32
Pianisten und Bergsteiger könnten etwas gemeinsam haben.

Ehrgeiz, Intelligenz, Einfühlungsvermögen, hartes Training und nur einige wenige Sternstunden in denen man "eins" ist mit sich und dem Universum und dadurch die Welt derer, die verstehen wollen worum es geht ein wenig öffnen können.

Was ein Pianist ist oder ein Bergsteiger könnte niemals "tsornig" sein, denke ich mir.

baroli
31

Pianisten mit Kletterern zu vergleichen, ist schon ein starkes Stück.
Und selbst Pianisten sind nur Handwerker.
Ab und zu , alle 100 Jahre, ist ein Künstler dabei.

bergkasperl
10
11.8.2010, 01:13
danke!

damit wissen wir schon einmal eines sicher: Sie sind weder das eine, noch das andere.

sextiger
10
12.8.2010, 00:37
Siehe oben

Von Ihnen geschätzt zu werden, würde mich beleidigen.

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