Deutsche Privatsender fordern Milliardeneinsparung von ARD und ZDF

7. August 2010, 14:20
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Medien berichten über Papier für unionsgeführte Bundesländer

Hamburg - Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF könnten nach Ansicht der deutschen Privatsender eine Milliarde Euro sparen. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet in seiner am Montag erscheinenden Nummer, der Privatsenderverband VPRT habe ein zehnseitiges Schreiben mit Sparvorschlägen an eine neue Arbeitsgruppe der unionsregierten Bundesländer unter Vorsitz der sächsischen Staatskanzlei geschickt. Darin heißt es dem Bericht zufolge, bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gebe es Einsparpotenziale von mindestens einer Milliarde Euro "sogar unter der Prämisse, dass die Programmqualität nicht leidet".

Die härtesten Schnitte würden jedoch gerade dort im Programm empfohlen, wo ARD und ZDF "nicht die schlechteste Arbeit abliefern", schreibt das Blatt. Eine Kürzung des Sportrechte-Etats um 40 Prozent solle zum Beispiel rund 310 Mio. Euro bringen. Mit 146 Mio. Euro schlüge eine Reduzierung des Spielfilmbudgets um 40 Prozent zu Buche.

Personaleinsparungen

In dem Papier schlagen die Privatsender laut "Spiegel" zudem die radikale Einstellung aller sechs Digitalkanäle vor, was gut 220 Mio. Euro brächte. Die Sendeanstalten der ARD können 145 Mio. Euro sparen, wenn sie keine Neueinstellungen mehr vornähmen, heißt es weiter. Zwar habe die Sendergruppe bis 2012 Personaleinsparungen von knapp 400 Mio. Euro vorgesehen, dennoch plane sie "Mehrbedarf" im Personalbereich für neue Aufgaben. "Mit Blick auf die über 51.000 Mitarbeiter bei ARD, ZDF und Deutschlandradio scheint es mehr als fraglich, ob ein Mehrbedarf besteht", schreibt der Verband Privater Rundfunk und Telemedien.

Die Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer haben im Juni entschieden, die Rundfunkgebühren ab 2013 nicht mehr pro Gerät, sondern pro Haushalt und Betrieb zu erheben. Diese wurden zuletzt zum 1. Jänner 2009 um 95 Cent auf 17,98 Euro im Monat erhöht. Diese Höhe gilt bis Ende 2012. Bis dahin sinkt das Gebührenaufkommen laut GEZ (Gebühreneinzugszentrale) um 10 bis 15 Prozent. Denn immer mehr Menschen werden aus sozialen Gründen von der Zahlung befreit, der Bevölkerungsrückgang führt ebenfalls zu Einnahmeausfällen, und viele zahlen nur noch die geringere Pauschale für PC. (APA/apn)

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