Bundeswehrreform sieht Halbierung des Heeres vor

7. August 2010, 14:17
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Seehofer: "Identitätsfrage erster Güte"

Berlin - Das von Deutschlands Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) favorisierte Modell für die Bundeswehrreform sieht nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" nahezu eine Halbierung des Heeres vor. Aus einem internen Papier von Ende Juli ergebe sich eine Verkleinerung des Heeres von derzeit etwa 95.000 auf knapp 55.000 Soldaten, berichtete das Magazin am Samstag in einer Vorausmeldung aus seiner am Montag erscheinenden neuen Ausgabe. 4500 der Stellen sollen mit sogenannten freiwilligen Wehrdienstleistenden besetzt werden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte zu dem Bericht, bei den in den Medien wiedergegebenen Modellen handle es sich "um interne Überlegungen".

Die Unionsspitze befürchtet Unruhe an der Basis, falls die Wehrpflicht abgeschafft wird. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer mahnte laut "Focus" am 2. August im Parteivorstand, bei der Bundeswehr gehe es um "eine Identitätsfrage erster Güte". Da sei Vorsicht geboten. Seehofer sagte weiter, das Thema habe eine "noch größere Bedeutung als die Gesundheitsreform". Er befürchte einen "heißen Herbst", wird der bayerische Regierungschef zitiert. Er habe die Kollegen beschworen, alle müssten "als politische Familie ganz eng beieinanderstehen". (APA)

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