Berlin überprüft Fall eines verurteilten NS-Verbrechers

6. August 2010, 23:06
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Klaas Carel Faber floh 1952 aus niederländischem Gefängnis nach Bayern

Berlin  - Im Fall des in Bayern lebenden verurteilten NS-Kriegsverbrechers Klaas Carel Faber setzt sich die deutsche Regierung für die Vollstreckung eines rund 60 Jahre alten Urteils der niederländischen Justiz ein. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) bat Bayern nach Angaben eines ihrer Sprecher vom Freitag darum, die "verschiedenen rechtlichen Möglichkeiten" zu prüfen, wie der 88-Jährige zur Verantwortung gezogen werden könne. Dabei solle auch untersucht werden, "ob aus heutiger Sicht eine Übernahme der Strafvollstreckung" des niederländischen Urteils aus den 40er Jahren in Betracht komme. Eine Antwort aus dem bayerischen Justizministerium lag demnach noch nicht vor.

Faber wird auf der Liste der meistgesuchten NS-Verbrecher des Simon-Wiesenthal-Zentrums geführt. Seit Jahrzehnten lebt der gebürtige Niederländer unbehelligt von der Justiz im bayerischen Ingolstadt. Faber gehörte im Zweiten Weltkrieg dem SS-Sonderkommando "Silbertanne" an. Die niederländische Justiz verurteilte ihn wegen der Ermordung von 22 Juden zum Tode, das Urteil wurde aber in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Im Jahr 1952 brach er aus einem niederländischen Gefängnis aus und floh in die Bundesrepublik Deutschland.

Die Niederlande bemühten sich mehrfach um eine Auslieferung. Da Faber als Mitglied der SS die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, lehnte Deutschland dies allerdings immer wieder ab. Nach Angaben israelischer Medien war der israelischen Regierung am Mittwoch eine von 150 Anwälten unterzeichnete Petition übergeben worden, in der diese aufgefordert wird, die deutsche Regierung zu juristischen Schritten gegen Faber zu drängen. (APA)

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