Zehn EU-Staaten machen Kindern Einbürgerung leicht

6. August 2010, 19:03
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Kindern die Staatsbürgerschaft verleihen, wenn diese auf Staatsgebiet geboren sind

Wien - Angesichts des grünen Ansinnens, Kindern von Ausländern, die hierzulande geboren werden, unter bestimmten Bedingungen die österreichische Staatsbürgerschaft zu verleihen, hat sich die Gesellschaft für Europapolitik die Mühe gemacht, entsprechendes Recht in anderen EU-Staaten aufzulisten (siehe Grafik).

Hintergrund: Der Vorstoß für den Nachwuchs von Eltern, die seit fünf Jahren hier leben beziehungsweise eine unbefristete Niederlassungsbewilligung haben, hat den Grünen viel Empörung von ÖVP, FPÖ und BZÖ eingetragen ("linke Träumereien", "Gedankenexperimente"). Doch der Blick in die Mitgliedsländer der Union zeigt, dass bereits zehn der 27 Staaten - freilich unter bestimmten Auflagen - Kindern die Staatsbürgerschaft verleihen, wenn diese auf Staatsgebiet geboren sind. In sieben Ländern davon gilt auch das doppelte "ius soli" (Recht des Bodens, also Territorialprinzip): Als Staatsbürger gelten Kinder, wenn zumindest ein Elternteil im Land geboren ist.

Nach dem sogenannten "ius sanguinis", dem strengen Abstimmungsprinzip, gehen bei der Einbürgerung neben Österreich, Italien, Schweden und Finnland nach wie vor sämtliche neue EU-Mitgliedsstaaten vor. (nw/DER STANDARD, Printausgabe, 7./8. August 2010)

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    grafik: der standard
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