Eklat in Österreichs Schwimm-Team

6. August 2010, 19:01
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Rogan und Jukic kriegen sich vor Anreise zur EM verbal in die Haare

Wien - "Gib keine Interviews mit Aussagen über meine Familie mehr. Kümmere dich besser um Statements über deine Familie", sagte Dinko Jukic zu Markus Rogan. "Ich bin egoistischer als Dinko, aber auch er hat ein starkes Ego", sagte Rogan.

Die gemeinsame Busfahrt am Samstag zur EM nach Budapest, wo am Montag die Schwimmbewerbe starten, wäre eine Chance gewesen, die Wogen innerhalb des Schwimmverbandes (OSV) zu glätten. Anstatt dessen nutzten die Aushängeschilder Dinko Jukic und Markus Rogan die Präsentation des Teams am Freitag in Wien, um die schwelenden Konflikte gleich offen auszutragen.

Auslöser war die Diskussion um eine OSV-Staffel über 4 x 200 m Freistil. In einem Krone-Interview hatte Markus Rogan kritisiert, dass Dinkos Coach, sein Vater Zeljko, seinen Schützling nicht für eine Staffel zur Verfügung stellen würde. "Ich habe nie gesagt, dass Dinko nicht schwimmen kann", sagte Zeljko Jukic aber dem Standard. Dinko Jukic warf daraufhin dem OSV fehlende Kommunikation vor. "Der Verband hat sich um nichts gekümmert, was die Staffel betrifft. Mit mir hat niemand gesprochen."

Auch die Enttäuschung über Rogans verfrühte Abreise nach dem Gewinn von 200-m-Lagen-Gold bei der Kurzbahn-EM im Dezember 2009 in Istanbul brachte Dinko Jukic noch einmal zur Sprache: "Wer sagt mir, dass er das in Budapest nicht wieder macht und dann wegen ihm ein möglicher Staffel-Start ins Wasser fällt?"

Rogan entschuldigte sich 

Rogan zeigte Reue. Etwas spät, aber doch. "Es war vielleicht nicht die beste Entscheidung, abzureisen", sagte der 28-Jährige. "Ich habe mich damals aber nicht fit genug gefühlt, mehr als die eine Goldene zu gewinnen. Ich möchte mich bei der Mannschaft entschuldigen."

Ansonsten freute sich der Wiener auf das mögliche 200-m-Lagen-Finale am Mittwoch gegen Jukic und Lokalmatador László Cseh. "Für László kann es unangenehm werden, wenn er Zweiter wird." Jukic: "Es liegt mir nicht, mit großen Tönen herumzuspucken." OSV-Präsident Paul Schauer beschwichtigte: "Wir sind gottseidank ein Team aus mündigen Individualisten." (krud; DER STANDARD Printausgabe 7./8. August 2010) )

 

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    Werden keine Freunde mehr: Die österreichischen Schwimmer Dinko Jukic (l.) und Markus Rogan.

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