"Es gibt nichts außer einer Tagebucheintragung"

06. August 2010 18:49
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    Der BZÖ-Chef Josef Bucher (links) erklärt GEA-Chef Heinrich Staudinger und Standard-Mitarbeiterin Julia Herrnböck die Mechanismen der Marktwirtschaft. Staudinger bleibt sichtbar skeptisch, was die Wettbewerbsfairness für die Schuh- und Textilindustrie betrifft und will sich nicht mit 30-Euro-Löhnen in China matchen.

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    Heinrich Staudinger: "Es ist überhaupt nicht einzusehen, dass wir uns für eine kaputte Wirtschaft den Arsch aufreißen."

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    Josef Bucher: "Arbeitslosigkeit kann jedem von uns passieren. Aber diese Vollkasko-Mentalität ist falsch."

     

Wenn Josef Bucher und der alternative Unternehmer Heinrich Staudinger aufeinandertreffen, geht es um Löhne in China, die kaputte Weltwirtschaft und Zuwanderung

Standard: Wird die Haider-Konten-Affäre für das BZÖ zum Überlebenskampf?

Bucher: Nein, von dieser Kampagne wird aus meiner Sicht nichts übrig bleiben. Es gibt nichts, außer eine Tagebucheintragung eines Herrn Meischberger. Das betrifft eine Zeit, in der ich mich nicht einmal für Politik interessiert habe. Das BZÖ neu unter Josef Bucher ist eine neue Partei.

Standard: Trotzdem ist die Identifikation mit Haider da.

Bucher: Ja, die ist da. Dennoch wird aus meiner Sicht nichts von dieser Kampagne übrig bleiben, ich kann es mir nicht vorstellen.

Standard: Sie sprechen von einer Kampagne. Wer steckt dahinter?

Bucher: Einer Kampagne, genau. Von wem weiß ich nicht. Da stecken Interessen dahinter, dass man das Thema über Tage spielt, ohne dass es irgendwelche Fakten gibt. Ich bin immer ein Mensch der Seriosität gewesen, mir kann man nichts anlasten.

Standard: Bei der Zuwanderung spricht das BZÖ im Ausländercheck von klaren Spielregeln. Das klingt ziemlich nach Wildwest.

Bucher: Naja, ok, aber Spielregeln sind wichtig. Früher war die Haltung "Zuwanderungsstopp" . Das BZÖ neu steht für geordnete, qualifizierte Zuwanderung. Ohne Zuwanderung kommen wir nicht aus, ganz einfach. Ich sage aber auch ganz offen: Wenn wir schon die Möglichkeit haben, Zuwanderer bei uns zu integrieren, sollten wir auch nur die Besten nehmen.

Staudinger: Unsere Firma ist sieben Kilometer neben der Grenze. Wir haben jetzt endlich zwei Tschechen in der Firma. Die Grenze zwischen Österreich und Tschechien ist mit soviel Trauma belastet, dass diese Öffnung uns so gut täte, wenn wir endlich kooperieren lernen. Es tut uns regelrecht weh, dass wir auf diese Fachkräfte nicht zugreifen können.

Bucher: Bei mir arbeitet in der Rezeption auch eine Ungarin, in der Küche zwei Deutsche und im Service eine Tschechin. Alle bestens integriert.

Standard: Sie sagen nicht Nein zur Zuwanderung?

Bucher: Nein, das habe ich nie. Aber nur die, die der Arbeitsmarkt wirklich braucht. Jeder, der das leugnet, hat keine Ahnung von der Wirtschaft und vom Arbeitsmarkt.

Staudinger: Global glaube ich, dass wir einen freundlichen Umgang mit der Zuwanderung finden müssen. Denn dass die Wirtschaft Zuwanderer braucht, daran habe ich überhaupt keinen Zweifel. Wenn man diesen Migrationsdruck lindern möchte, müsste man aber eine gerechtere Welt als Ziel auf der Tagesordnung ganz oben halten. Viel von diesem Migrationsdruck resultiert aus himmelschreienden Ungerechtigkeiten.

Standard: Das BZÖ bezeichnet sich als Reformbewegung für den Mittelstand. Was ist denn der Mittelstand?

Bucher: Der Mittelstand umfasst alle, die in Österreich entweder Lohn- oder Einkommenssteuer bezahlen. Egal für welche Höhe des Einkommens. Diejenigen, die auf Leistung setzen und mehr verdienen wollen.

Staudinger: Ich sehe es so, dass aus Ihrem Begriff die Arbeitslosen oder alleinerziehenden Mütter rausfallen und dass generell immer mehr Menschen aus dem Mittelstand rausfallen. In eine vollkommen unnötige Armut. Ich glaube nicht, dass diese Tendenz ein Resultat bitterer Not ist, sondern von einem falschen Umgang mit Reichtum herrührt.

Bucher: Ich bin ja für soziale Absicherung, überhaupt keine Frage. Aber über die Grenzen hinaustragen: "Österreich ist das gelobte Land und bei uns kriegst du diese 744 Euro", führt noch zu schwerwiegenden Auswirkungen im Bereich der Schwarzwirtschaft. Viele pfuschen nebenbei und stellen sich mit 55 zum ersten Mal die Frage, wie sie sich die Pension finanzieren wollen. Wir führen viele auf eine völlig falsche Spur, wo sie später in existenzielle Not geraten.

Standard: Im BZÖ-Programm ist auffällig oft die Rede von der Leistungsorientierung.

Bucher: Weil wir von dem Prinzip ausgehen, dass Leistung sich lohnen muss. Wenn wir das untergraben, so wie wir das mit dem politischen Projekt Mindestsicherung machen, dann hab ich die Sorge, dass wir vielen jungen Menschen auf ihren Lebensweg die Einstellung mitgeben: "Du brauchst dich im Grunde nicht sonderlich zu bemühen, der Staat ist jederzeit zur Stelle." Das ist eine völlig falsche Botschaft an junge Menschen.

Staudinger: Ich glaube, dass es den meisten Menschen ein Anliegen ist, einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten zu können. Da geht es aber los: Welche Beiträge bringen der Gemeinschaft Geld, und welche bringen kein Geld. Zum Beispiel ist Kinderaufzucht quasi Gratis-Arbeit, während das Weltbörsen-Spekulieren eine ertragsreiche Arbeit sein kann. Das sind Rahmenbedingungen, die so manchen Menschen, der gerne einen Beitrag leisten möchte, die Lust verderben.

Standard: Haben Sie schon einmal jemanden kündigen müssen?

Staudinger: Nein. Wir haben einfach ein anderes Menschen- und Wertebild. Wenn wir den Profit steigern wollen, müssten wir 20 Schuster rausschmeißen und in Ungarn produzieren lassen und schon verdienen wir ein paar hundertausend Euro mehr im Jahr. Das machen wir aber nicht. Und zwar weil wir es nicht wollen, weil wir uns gern haben und weil wir gern daheim arbeiten wollen.

Standard: Stellt es Ihnen als wirtschaftsorientiertem Menschen da nicht die Haare auf?

Bucher: Nein, das ist eine vorbildliche Unternehmenskultur und höchst ehrenwert. So etwas verdient eigentlich den Staatspreis.

Staudinger: Setzen Sie sich bitte ein dafür!

Standard: Sagen Sie, dass die Mindestsicherung zu weniger Leistungsbereitschaft führt?

Bucher: Nein, Arbeitslosigkeit kann jedem von uns passieren. Aber diese Vollkasko-Mentalität, wo man Menschen suggeriert: "Du kannst in Österreich nicht in eine notleidende Situation kommen", ist falsch. Ich sehe das im Global-Zusammenhang: Wie die Menschen in China den Leistungswillen pflegen und bei uns der Leistungsgedanke zunehmend ins Hintertreffen rückt, da habe ich meine Sorge. Die werden uns davongaloppieren: In der Produktivität, in der Prosperität, in der Leistungsbereitschaft. Das ist sehr gefährlich und führt in die Sackgasse Arbeitslosigkeit.

Staudinger: Im Bezirk Gmünd haben von 70.000 Einwohnern 15.000 in der Textilindustrie gearbeitet. Davon sind keine 300 Arbeitsplätze übriggeblieben. Die haben den Job nicht verloren, weil sie zu faul gewesen sind, sondern weil Arbeiter in Fernost die selbe Arbeit im selben Tempo machen - nur billiger. In der Textil- und Schuhbranche ist das ein absolut unfairer Wettbewerb. Wenn wir im Waldviertel einen Schuh erzeugen, zahlen wir zehn Euro Staatsabgaben, während der chinesische Schuh einen Euro Staatsquote einbringt. Diese Rahmenbedingungen haben nichts mit Leistung und Fleiß zu tun.

Standard: Was wäre denn das bessere Gesellschaftsmodell?

Staudinger:Ich sehe überhaupt nicht ein, warum wir mit 1000-Euro-Löhnen gegen 30-Euro-Löhne im freien Wettbewerb konkurrieren. Das hat mit Fairness überhaupt nichts mehr zu tun. Ich bin viel in Afrika, weil wir zwei Spitäler unterstützen. Und dort ist es noch grauenhafter: Tansania hatte eine perfekte Kette von Baumwolle am Feld bis zum fertigen Textil. Das ist alles kaputt, weil sie nicht gegen die chinesische Textilindustrie antreten können. So stehen wir in diesen globalen Wettbewerb. Ich stimme Ihnen also nicht zu, dass das eine soziale Hängematte ist. Ich finde vielmehr, dass Unmengen ungeheuer fleißiger Menschen arbeitslos geworden sind. Diese Hetzjagd wird immer schneller. Es ist überhaupt nicht einzusehen, dass wir uns den Arsch aufreißen sollen, damit es der Wirtschaft gut geht, die in Wirklichkeit kaputt und krank ist (lacht). Jetzt schauen S' nicht so!

Bucher: Sie sprechen immer nur von einer Branche. Rahmenbedinungen muss es natürlich geben.

Staudinger: Wenn wir die 300.000 Arbeitslosen analysieren würden, werden wir draufkommen, dass 100.000 aus der Textil- und Schuhindustrie sind. Jeder von ihnen würde 400 Euro in den Gemeinschaftstopf erwirtschaften, wenn er eine Hacke hätte. So aber kostet er.

Bucher: Ein großer Teil der Arbeitslosen ist einfach schlecht qualifiziert. Laut einer Studie können 20 Prozent der Lehrlinge nicht rechnen oder sinnerfassend lesen. Wir müssen am Bildungssystem arbeiten.

Standard: Würde sich das BZÖ für mehr Investitionen im Bildungsbereich einsetzen ?

Bucher: Bildung ist das Um und Auf. Jeder Österreicher und jede Österreicherin hat Anspruch auf Bildung. So steht es auch in unserer Verfassung. Da ist aus meiner Sicht - und da nehme ich unsere Regierungsbeteiligung von 2000 bis 2006 nicht aus - zu wenig geschehen. Wir haben ein Bildungssystem, das längst überaltert und nicht mehr zeitgemäß ist und von den Gewerkschaften, anstatt von den Schülern dominiert wird. Über das Bildungssystem kann man viel Wachstum erzeugen.

Standard: Bei dem Thema Sondersitzungen hat die Opposition Sie schlussendlich hängen lassen.

Bucher: Nicht die Opposition, sondern nur Herr Strache. Mit den Grünen sind wir in Kontakt. Es wird Sondersitzungen Ende August geben, wenn Strache wieder im Lande ist und wenn er die Unterschriften seiner Abgeordneten zustande bringt. Das ist aber ein irres Spiel, das er betreibt. Zuerst die Ansage, wir werden die Bundesregierung vor uns hertreiben und es gibt wöchentliche Sondersitzungen und dann sagt er "Tschüss, ich bin auf Ibiza" .

Staudinger: Ibiza, passt eh zu ihm.

Bucher: Dann steht wieder in der Zeitung, ob er einen Sonnenbrand oder einen neuen Pickel hat. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, Printausgabe, 7./8. 8.2010)

ZU DEN PERSONEN

Josef Bucher (44) ist seit 2008 Klubobmann und seit 2009 auch Chef des BZÖ. Der Kärntner kommt aus der Tourismusbranche, 2002 zog er für die FPÖ in den Nationalrat ein, nach der Parteispaltung schloss er sich dem BZÖ an. Seit der Rückkehr der FPK zur FPÖ steht seine Partei in einem erbitterten Streit mit der Partei von Strache. Bucher ist verheiratet und Vater dreier Söhne.

Heinrich Staudinger (57) ist Geschäftsführer von GEA, die gesunde Schuhe vertreiben, und mittlerweile auch Haupteigentümer der Waldviertler Schuhwerkstatt. Staudinger besitzt auch eine Möbelwerkstatt, alle Unternehmen befinden sich in Schrems. Der geborene Oberösterreicher ist sozial stark engagiert und betreibt die "Sonnenfamilie", die größte Fotovoltaikanlage im Waldviertel.

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Posting 1 bis 25 von 202
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Das Wort
10.08.2010 14:25
Ein Talker mit Mut zur Wahrheit die Unfähigkeit von Parteigünstlingen zu benennen!

Ein Talker mit Mut zur Wahrheit die Unfähigkeit von Parteigünstlingen zu benennen!
Blindheit und Taubheit bei eigenen Schwächen ist der Toren Tor zum Parteierfolg.

Zu lasten der Bevölkerung die sowas nicht verdient.

Wählt man Grokonelle ab und versucht es mit mehr Freiheit und Mitbestimmung kann nur passieren, daß die Sabotage der Grokonellen so arg wird, daß man sie Guilettionieren muß.

Aber das sieht wohl jeder ein;-)

WDPP
10.08.2010 12:36

Bucher hat, so mein Eindruck, von der echten Arbeitswelt nicht wirklich eine Ahnung. Der Druck auf die Arbeitnehmer ist in den letzten Jahren gestiegen, es muss noch mehr Leistung um die gleiche Bezahlung geleistet werden und er tut so als würden bei uns alle Relaxt da sitzen und der Leistungsgedanken verkommen.

Die immer höheren Belastungen haben ihre Folgen, er bräuchte nur Zeitung zu lesen um das zu wissen. Doch er sagt stattdessen: Schauen sie nach China, in diese Richtung soll es gehen (so kann man das Interview zumindest interpretieren).

Ein paar Jahre nicht irgendwo im Management oder in der Partei, sondern echt harte Arbeit würden ihm gut tun.

Wenn das BZÖ aus dem Nationalrat fällt wird es niemand vermissen.

Retro
07.08.2010 22:01

"Kinderaufzucht" ist eigentlich ein ziemlich interessantes Wort..

Tycho Brahe
08.08.2010 10:09
Der Bienenzüchter

verwechselte das offensichtlich mit der Rinderaufzucht. Das kann schon mal passieren, die BZö ist ja für Leistung, und Hochleistungsrinder sind ja auch Leistungsträger.
Einfach nur peinlich, die verbalen Absonderungen dieses Mittelscheitelträgers (haben alle Haiderbumstis Mittelscheitel tragen müssen, eine Art Fetisch?)

philippe glatz1
10.08.2010 20:57
Sozusagen richtungsweisend

Man in black1
08.08.2010 13:49

"Kinderaufzucht" hat aber der Staudinger,nicht der Bucher gesagt! Und (obwohl ich sicher kein Anhänger irgendeiner rechten Partei bin):Der Bucher
trägt Seitenscheitel, nicht Grasser-Frisur und bei denen gibt es auch diese Stoppelfrisuren(Petzner etc.). Aber zur Ehrenrettung Bucher's: er ist der einzige dieser Konsorten,der nicht nur Nonsens spricht und auch nicht so schamlos lügt wie andere
(Grasser,Scheuch,Maischberger und viele weitere)!

gelbe vom ei
07.08.2010 20:19
idee gut. umsetzung mangelhaft.

keine frage, die gea produkte sind nicht schlecht. daran sieht man auch, wie qualitativ der rest des angebotes heutzutage "unterm hund" ist....

der staudinger spricht natürlich nicht von seinem autoritären führungsstil, seinem umgang mit mitarbeitern. da laufen sachen, die suchst in einem "klassischen" unternehmen mitunter vergebens. das würd' dort keiner dulden oder mit sich machen lassen. in eine firma kannst halt nicht reinschauen. was gea betrifft trügt der schein. den mitarbeiter-freundlichen-super-chef staudinger würde ich nicht eins zu eins glauben schenken... idee gut. umsetzung mangelhaft.

aber zum glück gibt es ja nicht nur den hr. staudinger, sondern auch noch andere "alternative" unternehmer, die es mit garantie besser machen!

Man in black1
08.08.2010 12:10
Stimmt genau!

Freut mich,daß ich nicht der einzige hier bin,der so denkt. Ich hab gestern schon an anderer Stelle meine Erfahrungen als kurzzeitiger GEA-Mitarbeiter
beschrieben.Aber der Schein trügt nicht nur bei GEA,
ich mußte in den 30 Jahren seit der Matura immer wieder "Brotjobs" neben Studium und Freiberuflichkeit annehmen.Hinter den Kulissen,die die Kunden beeindrucken sollen,schaut es meist fürchterlich aus.Am ärgsten bisher war die Diskrepanz bei THALIA.Die autoritäre
Geschäftsführerin, das unzumutbare Arbeitsklima und
das mobbing durch Mitarbeiter
werde ich nie vergessen.Oder namhafte Architekten,bei denen ich zeichnete:deren Verhalten
im Büro war das Gegenteil ihres Images in der Öffentlichkeit(Cholerisch,selbstsüchtig,knausrig,unduldsam)

Dionysos Dinkel
07.08.2010 20:51
Würsti !

Jede Billakassierin träumt wahrscheinlich von der "Autorität" Staudingers.

Natürlich hat jede Führungskraft im Idealfall eine natürliche Autorität. Wie soll's sonst auch gehen?

Sorry, aber ein lächerlicher Kommentar von dir.

Ingrid Goeschl1
08.08.2010 11:54

Dann frage ich mich, warum Billakassierinnen weniger Fluktiation haben als das Wiener Personal von GEA.

juergenp83
08.09.2010 06:31

Wieviele Mitarbeiter wird GEA in Wien haben? 15, vielleicht 20? Maximal. Wenn da 2 Mitarbeiter im Jahr gehen gibt das schon einen Prozentsatz von 10%+

Wo wird die Fluktuation bei Billa liegen? Meiner Erfahrung aus dem LEH nach liegt sie bei ca. 5 bis 8 Prozent. Kann das aber nur von ein paar Filialen in und um Wien sagen (gesamt vielleicht 80 oder 90 Mitarbeiter).

Worauf ich hinaus will: Um das vergleichen zu können, bräuchte man eine annähernd gleiche Bemessungsgrundlage. Und da passen GEA und Billa nicht zusammen. Schon 1 bis 2 Mitarbeiter bei GEA wären der Fluktuations-Prozentsatz von Billa.

A. B.2
30.08.2010 20:34
von fluktuation kann keine rede sein!

es werden einfach nur mehr.

4simo
 
08.08.2010 13:33
ich bitte das zu belegen...

wenn Sie bei so einer Aussage sich auf das Höresagen Alleine der Mitarbeiter verlassen, dann wäre das unter jeder Fairness!

also gehe ich davon aus, dass Sie Zahlen haben.
wieviele Mitarbeiter verlassen die Firma Billa/ Jahr und wiviele Gea im gleichen Zeitraum!

danke!

Dionysos Dinkel
08.08.2010 12:34

Ich frage mich auf welcher Grundlage ihre Behauptung basiert. Wie kommen sie drauf dass dem so ist. ??

Sollte es wirklich so sein, könnte es daran liegen dass Billakassierinnen leider oftmals wirklich aus "bildungsfernen" Schichten kommen(vertrottelte Begriffe), und wahrscheinlich wenig Visionen u Optionen haben. Dann bleiben sie vielleicht oftmals gleich dort.
Ich nehme mal an GEA-Verkäuferinnen haben wahrscheinlich oftmals studentischen Hintergrund. ...die gehen dann natürlich eines Tages wieder weg.

Staatsfreund No1
 
07.08.2010 23:45
Autorität

es ist das wunschdenken sozialer tagträumer, das ein betrieb demokratisch geführt wird.
das geht deshalb schon nicht, weil es vor dem gesetz einen verantwortlichen gibt und dieser hat nun mal die zügel zu führen.

gelbe vom ei
07.08.2010 21:43
wahrscheinlich

wahrscheinlich ist es beim billa eh nicht besser. und das ein chef beim billa mitunter auch einen "autoritären" umgang mit seinen mitarbeitern pflegt gibts sicher auch. ich glaub', ich lieg ich nicht ganz richtig mit der ansicht, dass man zum teil unguten umgang mit mitarbeitern in klassischen unternehmensstrukturen nicht findet.

aber was müßte ein alternativer unternehmer heute leisten, damit er sich "alternativ" nennen darf?! und wo ist das bei gea zu finden??!!

minski
08.08.2010 12:39
Staudinger, der verschiedene kleine Firmen aus der Region involviert, hat das in einer OKTO-TV-Diskussion in etwa so erklärt:

Alle kaufen in Supermarktketten, die zum großen Teil mit ausländischer Billig-Ware beliefert werden. Früher gab es in Ö. zB viele Schuhfabriken. Seine dürfte die letzte sein, die nicht eingegangen ist, WEIL er keinen Kredit bei der Raika bekam und es dafür schlauer anstellte. Kleine Unternehmen/Bauern werden von großen gefressen und sterben. Fast alle Schuhe kommen heute aus China, Äpfel und Wein aus Argentinien... d.h. Inlandsproduktion und Arbeitsplätze fallen weg. Er erklärt dann den Bauern die im Supermarkt "billig" einkaufen, dass das so funktioniert: Konzerne und Banken SAUGEN IN NÄCHTLICHEN TRANSAKTIONEN das Geld aus den Regionen! Aber das Geld ist dann weg! Wenn weder Geld noch Arbeitsplätze vorhanden sind, verarmt die Bevölkerung.

minski
08.08.2010 13:10
Die reichsten Millionäre sind Besitzer von Supermarktketten

Hier geht es auch um den Geld-Kreislauf, also wohin unser Geld verschwindet und gesaugt wird. Letztlich in private Taschen, ins Ausland, zu den Reichsten die zu wenig Vermögenssteuern bezahlen. Wenn es sich über globalisierte Konzerne bei geringster Steuerlast auf Nimmerwiedersehen ins Ausland vertschüst und dann vielleicht noch über komplizierte Treuhandkonstruktionen in Schweizer oder Liechtensteiner Steueroasen an der Steuer vorbeigeschummelt wird, fehlen im Inland immer mehr Steuerabgaben, Aufträge und die produktiven Arbeitsplätze brechen weg. Diejenigen, die noch Erwerbsarbeit finden, (im Supermarkt) müssen bei schrumpfenden Löhnen immer mehr leisten und Lohnsteuern zahlen, um diejenigen zu erhalten, die wegrationalisiert werden.

tom2312
07.08.2010 20:28
Ganz schlechter Stil

Staudinger hier in einem anonymen Posting anzuschütten ohne konkret zu werden ist ganz schlechter Stil.

„ ... andere alternative Unternehmer, die es mit Garantie besser machen ...“
Was genau wollen Sie damit sagen?

Ich kenne Staudinger nicht persönlich (wohl aber seine Produkte), aber ich muss ihn gar nicht kennen, um Ihr Posting letztklassig zu finden.

gelbe vom ei
09.08.2010 23:47
konkret werden?!

konkret werden?!

das erspar' ich ihnen! abgesehen davon wäre das zumindest für mein gefühl dann wirklich "letztklassig"!

ich allerdings finde es ganz und gar nicht letztklassig, wenn leute die erfahrungen gemacht haben aufstehen um ihre stimme zu erheben: "GANZ SO IST DAS NICHT! der hr. staudinger hat zwar schöne ideen, die er auch gerne in der öffentlichkeit kundtut, aber an der umsetzung in seinem unternehmen hapert es."

es ist nun mal so, dass sich diese firma ganz und gar nicht den titel "alternatives unternehmen" verdient. vielleicht sind die produkte "alternativ". aber das ist was anderes. "alternatives" wirtschaften und "alternatives" unternehmertum schaut anders aus...

Teresa Schwarz
12.12.2010 16:33
Woher?

Ich hab mich gerade extra beim Standard angemeldet und obwohl mein Kommentar doch recht spät ist, stellt sich mir die Frage woher sie diese Infos haben?
Ich kenne die Waldviertler Werkstätte wahrscheinlich ca. am 10 besten und den Heini und seine Umsetzungen vielleicht sogar am besten und bin regelrecht beeindruckt von den Veränderungen die sie bewirken und der wünschenswerten Atmosphere aller Angestellten.
Also, woher lieber Schreiber bekommen sie ihre Auskünfte?

Man in black1
08.08.2010 14:23

Hier schreiben aber alle anonym,daher ist auch jeder gleich
berechtigt,seine Meinung kundzutun!
Würde jeder unter wahrem Namen schreiben, wäre
es noch ärger mit persönlichen Beleidigungen und Haßtiraden.

Ingrid Goeschl1
08.08.2010 11:58

Nun, ich poste beispielsweise (im Gegensatz zu Ihnen) nicht anonym, verstehe aber, dass ehemalige MitarbeiterInnen vorsichtig sind, wenn sie sich negativ über einen wirtschaftlich gut gestellten und offenbar in den Medien gut vernetzten Unternehmer äußern.

Staatsfreund No1
 
07.08.2010 23:49
anonym anschütten

ist doch STANDARD hier.
die postings bei diesen tagblatt übertreffen jene von krone, heute, österreich in bezug zu beleidigung, verleumdung, verhetzung und anderen grauslichkeiten.
es fordert immer grosse überwindung hierher zu kommen, aber die sorge um den verlust der totalen objektivität treibt mich dann doch wieder her.

(wetten, dass jetzt ein schwall von wertlosen antworten kommt?)

gelbe vom ei
07.08.2010 21:12
klar

möchte das nur klarstellen. ich stelle alternatives, nachhaltiges wirtschaften nicht in frage. das ist auch gemeint mit "es gibt andere, die es meiner meinung besser machen". ich sehe halt nicht, warum GEA ein solches vorzeige-unternehmen sein soll....

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