Australiens nukleare Welt-Müllhalde

6. August 2010, 17:29
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    foto: reuters/rio tinto/david hancock/

    Ein Lkw transportiert uranhaltiges Erz aus einer Mine in Australiens Northern Territory. 25 Prozent der bekannten Uranvorkommen finden sich auf dem Kontinent.

Die australische Regierung will im Zentrum des roten Kontinents ein Endlager für Atommüll einrichten - auf Land, das von Aborigines bewohnt wird. Einige Politiker hoffen, dereinst Uranmüll aus der ganzen Welt dort lagern zu können.

Es ist australisches Outback wie aus dem Bilderbuch. Rote Erde, verwittertes Gestein, bizarr geformter Fels, trockenes Spinifex- Gras. Eine Natur im isolierten Inland des Kontinents, die sich seit Jahrmillionen kaum verändert hat. Und so soll es auch bleiben, das Gebiet von Muckaty Station etwa 120 Kilometer nördlich des Dorfes Tennant Creek im Northern Territory. Das fordern viele der dort seit Jahrtausenden lebenden Ureinwohner. Die traditionellen Besitzer dieses Landes sind verzweifelt, weil die sozialdemokratische Regierung gegen ihren Widerstand ein Endlager für radioaktive Abfälle errichten will.

Die Idee aufgeworfen hatte noch die konservative Regierung, angeführt von Premierminister John Howard. Als 2007 die neue Regierung gewählt und Kevin Rudd Premierminister wurde, sahen die Aborigines vom Walmampa-Clan das Projekt als tot und begraben - doch weit gefehlt.

Die Labor-Regierung belebte die Idee unter dem Druck der mächtigen Bergbauindustrie wieder und drängte auf Vollzug. Doch grundsätzliche Fragen von Kritikern und Experten sind nicht beantwortet. Ist die Geologie in diesem fast täglich von Erdbeben erschütterten Gebiet überhaupt geeignet? Wie sollen die Abfälle gesichert werden, wie transportiert?

Im April gab eine Gruppe von Anwälten bekannt, sie wolle die Regierung verklagen und damit die Pläne stoppen, weil Canberra nicht alle beteiligten Landbesitzer konsultiert habe. Für mehrere Aborigines-Gruppen der Region ist das Gebiet von großer religiöser Bedeutung.

Doch es gibt auch Befürworter. Einige Aborigines der Region sind der Meinung, ein nukleares Endlager sei gut für ihre Gemeinde: Sie erhoffen sich Arbeitsplätze, Ausbildungsmöglichkeiten und Lizenzabgaben.

Zweitgrößter Uranförderer

Kevin Rudd wurde Ende Juni in einem parteiinternen Machtkampf entthront. Julia Gillard, seine bisherige Stellvertreterin, übernahm das Amt und rief für den 21. August Wahlen aus. Seither ist es um das Projekt Muckaty still geworden. Eine Gillard-Regierung würde es wohl aber wieder aufleben lassen. Denn Canberra ist unter Zugzwang.

Australien hat zwar nur ein Atomkraftwerk, und das produziert Material für medizinische Zwecke. In Spitälern im ganzen Land häufen sich aber die Nuklearabfälle, die bisher zur Entsorgung nach Europa verschifft werden. Seit Jahren fordern Wirtschaftskreise, Australien müsse seinen Atommüll im eigenen Boden endlagern.

Doch für Umweltschützer und Grüne ist Muckaty nur ein Vorwand für einen weitaus größeren Plan. Australien ist der zweitgrößte Uranförderer der Welt und ein bedeutender Exporteur des Brennstoffs. Mindestens 25 Prozent aller weltweit nachgewiesenen Uranvorkommen befinden sich in australischem Boden. Der internationale Druck auf Canberra wächst, verbrauchte Nuklearbrennstäbe von den Exportländern zurückzunehmen und zu entsorgen. Einige konservative Politiker sehen eine Chance für ein Geschäft - ein Riesengeschäft.

Eine treibende Stimme ist der südaustralische Senator Nick Minchin. Sein Traum ist, die isolierte australische Binnenregion in seinem Bundesstaat zur nuklearen Müllkippe für die Welt zu machen. Es ist anzunehmen, dass der konservative Oppositionsführer Tony Abbott ein solches Szenario begrüßen würde, falls er am 21. August Julia Gillard schlägt und Premierminister wird. (Urs Wälterlin aus Sydney/DER STANDARD, Printausgabe, 7./8.8.2010)

Dr. Schland
10
18.8.2010, 12:18
Hallo ihr lustigen Wortspieler! :-)

Wie wäre es mal mit Argumenten? Atomstrom ist mittelfristig nicht ersetzbar - über die Gründe kann man sich streiten, es ist aber Fakt. Und wenn schon endgelagert werden muss, dann doch bitte in einem isolierten Outback mit sehr überschaubarer Flora und Fauna. Was die Aborigines betrifft: Wenn eine faire Vergütung ausgehandelt wird (was sicher nicht sicher ist), wäre das für sie besser als generationenübergreifend staatlich alimentiert zu werden und in Alkoholismus und Depressionen zu verfallen. Das einige Westler lieber bettelarme Eingeborenen haben wollen, die dem Kischee entsprechen, anstatt sich mit einer selbstbewussten neuen Generation auseinanderzusetzen, die Tradition und Moderne verbindet, spricht für selbstgerechte Verbohrtheit.

MetaM.
 
02
Was bedeuten Menschenrechte, wenn dies zugelassn wird?

Für australische Ureinwohner ist also im eigenen Land kein Platz mehr?
Es ist schon beschlossen, daß Zentralaustralien weiträumig zu einem internationalen Atomsperrgebiet erklärt werden soll?
WER VERANTWORTET DIESE WAHNWITZIGEN PLÄNE?
-ist die UNO, Amnesty International und Greenpeace, Robin Wood und/oder ein Bündnis zum Schutz vor verfolgten und bedrohten Menschen informiert? In dem Zusammenhang muss auf die unbedingte Beendung aller Atomprogramme plädiert werden und die Atom-lobby soll ihre FinanzPotenz in erneuerbare Energieprojekte investieren.

krokokater
 
00
Die Briten haben das Feld schon aufbereitet

http://en.wikipedia.org/wiki/Brit... _Maralinga

Einfach dort weitermachen....

Michael Jack Dundee
 
00
18.8.2010, 13:30

Dort soll aber das Endlager gar nicht sein, siehe Artikel. Es geht um Northern Territory bzw South Australia und nicht um Western Australia.

wero2
01

keiner scheint je versucht zu haben das ´plutonium mit bp zu versenken
keiner von Euch - denkt an laufzeitverlängerung
anstrengend
wirds aber erst für die nachfolgenden
wer von denen weis dann noch
wo ist tschernobil - un d handelt sichs nicht um
ein internetspiel

mal klar machen, und rowe ist für nuklearen scheiß

Wir lebten immer in der a-scheisse - wie kommen Wir zusammen?
und eh nimmer raus.

ABER HEUTE LASST DIE LAUFEN
SCHAUT AUF MORGEN
INFO IST ALLES
UND
ZEHN PACKERLN BETON DARÜBER - WIRD NICHT REICHEN

es lebe meine atomgeneration

katzendreck - gefressen - in euren a-spielen was wolllt ihr noch

bussi für Meitner
bussi für einstein

und schau ma mal

AntiFa201
13
typisch...

diese "sozialdemokraten" zeigen wieder mal ihr asoziales gesischt. ist in DE und anderswo nicht anders. aber der dumme wähler fällt immer wieder drauf rein.

Der Zwersch
01

Und solange linke wie rechte Extremisten es als sonderlich schlau ansehn potentielle Wählerschichten zu beleidigen (dumm) wird sich daran auch glücklicherweise nichts ändern.

wero2
00
sehr geehtrte oder geteerte mit menschen

für eine weiter laufzeit derselben stimme ich auch deswegen - da die eh schon verseucht sind -

Sie keine watts - o - konsumation - sorry

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