Unmut über einen "Champagner-Sozialisten"

6. August 2010, 17:15
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Flüge und Topgehalt bringen Klaus Ernst, Chef der deutschen Linken, unter Druck

Berlin - Den Urlaub auf seiner eigenen Alm in Tirol hat Klaus Ernst vermutlich in vergangenen Jahren mehr genossen. Denn der Chef der deutschen Linken ist in ziemliche Erklärungsnot geraten. Zum einen ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue. Ernst wird vorgeworfen, drei Flüge zu Sitzungen von Aufsichtsräten über den Bundestag (also über die Steuerzahler) abgerechnet zu haben.

Noch mehr regt so manchen Genossen jedoch das üppige Salär von Ernst auf. Wie seine Ko-Vorsitzende Gesine Lötzsch erhält er monatlich eine Abgeordnetendiät von 7668 Euro, dazu eine steuerfreie Kostenpauschale von 3969 Euro. Im Gegensatz zu Lötzsch verzichtet er aber nicht auf 3500 Euro für den Parteijob. Auch eine Zulage von 1913 Euro aus der Fraktionskasse lässt er sich ausbezahlen, obwohl er nicht mehr Vize-Fraktionschef ist. Ernsts Begründung: Er wolle "nicht schlechter" dastehen als vorher.

Vor allem in den östlichen Bundesländern gärt es. Kay Spieß, Landesgeschäftsführer in Mecklenburg-Vorpommern, kritisiert, es gebe Kreisverbände, die hätten nicht einmal 3500 Euro für ein Jahr politische Arbeit. Und der Bundestagsabgeordnete Michael Leutert fragt: "Wie soll ich ein einfaches Parteimitglied noch dazu ermutigen, fünf Euro in die Parteikasse zu spenden, wenn die Linke es für das Spitzenpersonal mit vollen Händen ausgibt?" (bau/DER STANDARD, Printausgabe, 7./8.8.2010)

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    Klaus Ernst, Großverdiener und "Linke"-Chef

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