Boxmark soll Prevent übernehmen

6. August 2010, 15:21
posten

Der Feldbacher Lederproduzent rettet den slowenischen Autositzbezüge-Hersteller - Boxmark tritt als strategischer Partner auf

Ljubljana/Slovenj Gradec/Feldbach - Der steirische Autozulieferer Boxmark soll seinen insolventen slowenischen Konkurrenten Prevent übernehmen. Wie die slowenische Wirtschaftsministerin Darja Radic am heutigen Freitag in Ljubljana mitteilte, hat Boxmark das beste Konzept für den Autositzbezüge-Hersteller im nordslowenischen Slovenj Gradec vorgelegt. Das Unternehmen, das 1.250 Mitarbeiter beschäftigt, hatte am Dienstag Konkurs angemeldet.

"Boxmark tritt als strategischer Partner auf und kann die Produktion in sehr kurzer Zeit wieder ankurbeln", sagte Radic. Das Unternehmen wolle 500 bis 700 Menschen beschäftigen. Sollte ein Großauftrag an Land gezogen werden können, kämen weitere 250 Leute dazu. Die beiden anderen Interessenten hätten dagegen keine Zusicherungen gemacht, auch tatsächlich in Prevent Global investieren zu wollen, sagte Radic. Die slowenische Regierung hatte potenziellen Investoren nicht näher bezifferte Staatshilfen in Aussicht gestellt.

Prevent-Global-Chef Renato Krajnc begrüßte Boxmark als "sehr gut etablierten Autozulieferer, der die Tradition und das Wissen in Slovenj Gradec in aller Hinsicht fortführen kann". Die Führung von Boxmark Leather wollte sich am Nachmittag in einer Pressekonferenz in ihrem slowenischen Werk in Kidricevo äußern. In der Boxmark-Zentrale war vorerst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Stammwerk in der Oststeiermark

Boxmark World Leather ist einer der führenden Hersteller hochwertiger Polsterleder für die Möbel- und Autoindustrie. Im Stammwerk im oststeirischen Feldbach sind 750 Mitarbeiter beschäftigt. Im Jennersdorf betreibt Boxmark eine Lederfabrik, die als angeblicher Mitverursacher des "Raab-Schaums" immer wieder in den Schlagzeilen ist. Boxmark produziert auch im kroatischen Varazdin.

Prevent Global befindet sich seit zwei Jahren in einem kontinuierlichen Niedergang, ausgelöst durch Streitigkeiten zwischen den beiden größten Eigentümern Janko Zakersnik (52 Prozent) und Nijaz Hastor (45 Prozent) und beschleunigt durch den Auftragsrückgang im Zuge der Wirtschaftskrise. Hastor ist Eigentümer der Prevent DEV mit Sitz in Wolfsburg, die sich in ihrer Tätigkeit ganz auf den VW-Konzern ausgerichtet hat. Prevent DEV hatte Ende 2008 den insolventen niederösterreichischen Autozulieferer Eybl International übernommen. (APA)

Share if you care.