Fidelity rutscht unter fünf Prozent

6. August 2010, 15:17
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CEO Bodner darf vor Fusion mit PartyGaming noch 600.000 Aktien abstoßen

Wien - Die FIL-Limited-Fondsgesellschaften (Fidelity International) haben einen kleinen Anteil ihrer Aktien am österreichischen Glücksspielkonzern bwin, der kurz vor der Fusion mit der britischen PartyGaming steht und die Wiener Börse verlassen wird, verkauft. Fidelity International hält per 29. Juli nur mehr 1.779.053 bwin-Papiere, was 4,95 Prozent des Grundkapitals entspricht, teilte bwin am Freitag ad hoc mit. Zuvor hatte der Anteil 5,02 Prozent betragen.

Theoretisch könnten sich vor dem Zusammenschluss mit PartyGaming noch weitere Beteiligungsveränderungen bei bwin ergeben. Die bwin-Großaktionäre - der Industrielle Hannes Androsch sowie die beiden Vorstände Manfred Bodner und Norbert Teufelberger - haben nämlich keine Behaltefrist. Allerdings gebe es Restriktionen, sagte Unternehmenssprecherin Katharina Riedl auf APA-Anfrage. "Es darf nur über die Börse verkauft werden oder an unbeteiligte Dritte, die sich verpflichten, dem Merger zuzustimmen". Sowohl bei bwin als auch bei PartyGaming haben sich die Kernaktionäre bereits verpflichtet, für den Deal zu stimmen.

Bodner darf vor Abschluss der Fusion noch 600.000 Aktien verkaufen, Teufelberger aber nicht. Die beiden Vorstände halten über die New Media Gaming and Holding auf Malta rund 2 Millionen bwin-Aktien (5,63 Prozent), Androsch über eine Privatstiftung 8,85 Prozent. Verkaufsabsichten seien bisher aber weder von Bodner noch von Androsch bekannt, sagte Riedl.

Chefs der neuen Gesellschaft, die auf Gibraltar sitzen und nur an der Londoner Börse notieren wird, werden Teufelberger und PartyGaming-CEO Jim Ryan. Bodner wird in den Verwaltungsrat wechseln und will sich dem Vernehmen nach spätestens nach drei Jahren aus der Branche zurückziehen. Chef des Kontrollgremiums soll Simon Duffy werden, der zuvor den börsenotierten Fernsehsender NTL Inc. leitete. bwin wird an der neuen Gesellschaft 51,6 Prozent halten und PartyGaming 48,4 Prozent. Durch den Abgang bwins von der Wiener Börse könnten in Österreich einige der rund 800 Arbeitsplätze wegfallen. Weltweit beschäftigt der Sportwettenanbieter 1.500 Personen. (APA)

 

 

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