Boa Constrictor "Amanda" in neuem Quartier

6. August 2010, 16:08
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Die Schlange, die in Graz von Großaufgebot gesucht worden war, lebt nun im "Haus der Natur"

Salzburg - Amanda hat ein neues Zuhause. Die Boa Constrictor kam am Freitag im Haus der Natur in Salzburg an und darf nach zehn Jahren in einem winzigen Glaskasten nun erstmals in artgerechter Umgebung leben. Nach der Würgeschlange hatte in der Vorwoche in Graz ein Großaufgebot tagelang gesucht, während sie hinter einem Küchenschrank versteckt völlig ahnungslos einen verfütterten Hasen verdaute.

An Hunderten Besuchern vorbei wurde das 2,70 Meter lange und 18,8 Kilo schwere Weibchen in einer Plastikbox in den Reptilienzoo des Hauses der Natur gebracht. Dort erwartete Amanda eine Schar an Fotografen, Kameraleuten und Journalisten, wie man es an der Salzach eher von Festspiel-Auffahrten oder Premierenfeiern gewohnt wäre. Davon unbeeindruckt und alles andere als kamerascheu ließ die Kaiserboa das minutenlange Blitzlicht-Gewitter über sich ergehen, ehe sie in ihr neues Terrarium gehoben wurde. Dort zog sie sich bald auf einen Baum zurück.

"Sie ist nachtaktiv und wird erst, wenn alle Besucher weg sind und es dämmerig wird, mit der Erkundung ihres neuen Umfeldes beginnen", erklärte der Leiter des Reptilienzoos, Günter Prem. Dieses bietet ein Wasserbecken, unterschiedlich temperierte Bodenflächen und auch Bäume zum Klettern, also ein Umfeld, wie es ihrer eigentlichen Heimat in Mittel- und Südamerika entspricht. Auf die Frage über die bisherigen Bedingungen des Tieres in der Glasbox in Graz kam dem Experten auch das Wort "Tierquälerei" in den Mund.

Im Nachbar-Terrarium sind zwei Kaiserboa-Männchen einquartiert. "Wenn sich Amanda das nächste Mal gehäutet hat, werden wir die Verbindungstür öffnen und dann sehen, ob es einmal Nachwuchs gibt", sagte Haus-der-Natur-Direktor Norbert Winding. Prem hofft, dass es in einem Jahr so weit sein könnte, "Schlangen sind aber auch wählerisch bei der Partnersuche", räumte er ein. (APA)

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