Nigeria räumt am Kapitalmarkt auf

6. August 2010, 11:41
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Börsenchefin und Präsident der Börse in Lagos müssen gehen, ein erster Schritt, um Investoren zurück zu holen

Lagos - Ndi Okereke-Onyuike, Nigerias Börsen-Generaldirektorin, muss gehen. Nigerias Börsenaufsicht (SEC) hat die Dame - und mit ihr den Präsident des Handelsplatzes, Aliko Dangote, gefeuert. Begleitmusik für die Aktion am Donnerstag: Der Auftritt von Polizisten, die zu gewährleisten hatten, dass es zu keinem Widerstand gegen die Direktive kam.

Ex-Deloitte-Chef Emmanuel Ikazoboh wurde als neuer Börsen-Chef installiert. Ikazoboh wird die Geschäfte allerdings nur interimistisch übernehmen. SEC-Chefin, Arunma Oteh, der die Rochade zu verdanken ist, hat bereits zu ihrem Amtsantritt Anfang 2010 strengere Regulierung in Aussicht gestellt. Der Schritt wird als Versuch gewertet, das Vertrauen der Investoren in Behörden und Regierung zurück zu erlangen.

Arunma Oteh kündigte vergangenen Monat ein scharfes Vorgehen gegen mutmaßliche Kapitalmarkt-Vergehen von 260 Organisationen oder Personen an, die die nigerianische Bankenkrise im Vorjahr an die Oberfläche getrieben hatte. Damals schrammten Nigerias Banken knapp am Kollaps vorbei: Laxe Regulierung und lasche Aufsicht über den Börsenhandel wurden als "Totengräber des Systems" identifiziert. (Regina Bruckner, derStandard.at, 6.8.2010)

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    Die Aufsichtsbehörde will künftigen Exzessen einen Dämpfer verpassen.

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    Das Börsenparkett in Lagos.

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