GM bereitet Börsengang vor

6. August 2010, 08:28
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"Wir wollen die Regierung raus haben"

Traverse City - Der US-Autobauer General Motors hat mit den Vorbereitungen für seinen geplanten milliardenschweren Börsengang begonnen. Ein Datum für die Emission, die eine der größten aller Zeiten werden könnte, nannte Firmenchef Ed Whitacre am Donnerstag bei einer Branchenveranstaltung nicht. Allerdings räumte er mit seinen Aussagen erstmals öffentlich ein, das die Opel-Mutter auf das Börsenparkett zurückkehren will. "Ich weiß noch nicht, wann wir die Unterlagen einreichen können, weil wir noch sehr viel Arbeit zu erledigen haben", sagte Whitacre. In den nächsten beiden Wochen werde es aber nicht zu dem Schritt kommen.

Mit dem Börsengang könnte der Staat zu einem Minderheitsaktionär werden und GM den Schatten der unbeliebten Rettungsaktion durch den Staat abschütteln, führte Whitacre aus. "Wir wollen die Regierung raus haben", sagte der Firmenlenker. "Wir wollen ja schließlich nicht als Government Motors (Regierungs Motors) bekannt sein." Die US-Regierung hatte den Konzern 2009 mit rund 50 Milliarden Dollar (37,9 Mrd. Euro) an Steuergeldern vor dem Aus gerettet. Seither hält der Staat knapp 61 Prozent an GM.

Aus Kreisen verlautet bereits seit geraumer Zeit, dass GM wieder an die Börse strebt. Der einst weltgrößte Autobauer wolle die Unterlagen Mitte August einreichen und die Pläne noch vor den Kongresswahlen im November umsetzen, hieß es. Die Wahlen spielten bei dem Zeitplan keine Rolle, stellte Whitacre klar. Der Autobauer müsse schließlich die Investoren überzeugen, dass er nach fünfjähriger Restrukturierung das Ruder herumgerissen habe. "Es ist wirklich nicht an Wahlen oder Ähnliches gebunden. Wir wollen, dass es gut wird."

GM will nächste Woche seinen Zwischenbericht zum zweiten Quartal veröffentlichen. Der genaue Tag steht jedoch noch nicht fest. Die Zahlen würden gut ausfallen, sagte Whitacre. "Sie werden beeindruckend sein." (APA/Reuters)

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