Kaltenbrunners Gipfelsieg ist greifbar

5. August 2010, 19:31
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Gute Wetterverhältnisse - "Drücken alle die Daumen, dass es dieses Mal klappen möge"

Für die oberösterreichische Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner scheint der Gipfelsieg auf dem K2 in greifbarer Nähe. Es wäre der 14. und somit letzte Achttausender, der ihr noch in ihrem Gipfelbuch fehlt. Gute Bedingungen in 8.000 Metern Höhe machte ein gutes Weiterkommen möglich, wie Kaltenbrunners Ehemann Ralf Dujmovits über das Internet verlauten ließ. Nur heftige Steinschläge machten den Alpinisten zu schaffen. Sowohl die Oberösterreicherin als auch "Sky-Runner" Christian Stangl sind u.a. derzeit am Weg zum Gipfel in 8.611 Metern Höhe. Dujmovits drehte wegen Steinschlags um.

Nach einem langen, anstrengenden Tag erreichten die Alpinisten die Schulter des K2 auf 8.000 Metern. "Überraschend gute Verhältnisse hat es dort oben gegeben, der Schnee ist kaum zu spuren und der Wind hält sich in Grenzen", schreibt Dujmovits. Und auch für das Wetter gab es vom Innsbrucker Meteorologen und Alpinisten Karl Gabl im Wesentlichen Positives zu vermelden: Zwar soll die erste Nachthälfte noch bewölkt sein, in der zweiten Nachthälfte soll es dann aber wieder aufklaren und einen schönen Tag bei moderatem Wind und angenehmen minus 15 Grad geben. "Drücken wir alle die Daumen, dass es dieses Mal klappen möge. Es wäre Gerlinde so sehr zu vergönnen", so Dujmovits.

Steinschlag zwang Dujmovits zur Umkehr

Die Alpinisten hatten während ihres Aufstiegs mit schwierigen Bedingungen zu kämpften. Dujmovits: "Kurz nachdem wir im Lager III in 7.200 Meter Höhe bei allerschönstem Wetter ankamen, wurden wir gleich mit den aktuell schärfsten Gefahren des K2 konfrontiert. Schon während des Aufstiegs waren wir fortwährendem Steinschlag ausgesetzt. Glücklicherweise ohne Folgen." In den ersten beiden Stunden der Nachtruhe hatte Gerlinde Kaltenbrunner sogar im Schlaf den Helm auf.

Dujmovits beschloss aufgrund des heftigen Steinschlags, den er als Vorausgehender auslöste, in der Höhe von 7.500 Metern seinen Aufstieg aus Sicherheitsgründen abzubrechen. "Die Chance einen Stein auszulösen, der einen der Kollegen verletzt oder selbst einen Stein abzubekommen, hatte ich noch bei keiner anderen Bergtour so hoch eingeschätzt und damit war für mich der Umkehrzeitpunkt gekommen. Wenn man den Gipfel schon einmal erreicht hat, treten die Gefahren und Risiken verstärkt in den Vordergrund." Seine Frau stieg weiter Richtung Gipfel. Zeitgleich mit Kaltenbrunners Ankunft auf der Schulter auf knapp 8.000 Metern, war Dujmovits wieder im Basislager.

Der Alpinist hatte kurz danach noch Kontakt mit seiner Frau. "Es geht ihr soweit ganz ordentlich." Neben Kaltenbrunner sind noch zwei Amerikaner, vier Polen, ein Russe und ein Schwede zum Gipfel unterwegs. (APA)

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    Gerlinde Kaltenbrunner bestieg im Mai 2010 auch den Mount Everest.

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