Forscher erzeugen erstmals neue Herzmuskelzellen

5. August 2010, 18:48
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Fibroblasten durch Einschleusen von Genen "umprogrammiert"

San Francisco - Ist der Herzmuskel (etwa durch einen Herzinfarkt) einmal geschädigt, dann gibt es so gut wie keine Chance auf Abhilfe: Herzmuskelzellen können sich nämlich so gut wie gar nicht regenerieren, eine Herztransplantation ist in viele Fällen die einzige Überlebenschance.

Seit über zwanzig Jahren arbeiten Forscher daran, wie man andere Zellen dazu bringen könnte, sich in Herzmuskelzellen zu verwandeln. Nun könnte kalifornischen Wissenschaftern zumindest bei Mäusen ein Durchbruch gelungen sein: "Wir haben einen Weg gefunden, um Fibroblasten, die 50 Prozent aller Herzzellen ausmachen, in neue Herzmuskelzellen zu verwandeln", sagt Deepak Srivastava, der Leiter der Forschungsgruppe an der University of San Francisco.

Wie sie das angestellt haben, ist in der neuen Ausgabe des Fachmagazins Cell (Bd. 142, S. 375) nachzulesen: Srivastava und seine Kollegen gingen ähnlich vor wie Stammzellforscher Yamanaka bei der Reprogrammierung von Hautzellen "zurück" in induzierte pluripotente Stammzellen (iPS).

Sie schleusten drei Gene (Gata4, Mef2c und Tbx5) ein - und programmierten damit die Fibroblasten indes direkt in die gewünschten Herzmuskelzellen um, ohne den "Umweg" über die iPS zu gehen. Die neue Methode habe auch den Vorteil einer höheren Erfolgsquote, so Srivastava, der aber auch eingestand, dass weitere Arbeit zur Verbesserung des Verfahrens nötig sei. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 06.08.2010)

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