25 und schon ein Evergreen

5. August 2010, 18:42
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In Budapest starten am Montag die EM-Schwimmbewerbe. Bei den Herren hofft man auf ein Duell zwischen Rogan und Jukic. Nadarajah gilt in Abwesenheit von Mirna Jukic als Beste

Wien - Eine Busfahrt noch hätten Österreichs Spitzenschwimmer Markus Rogan und Dinko Jukic Zeit, um mögliche interne Querelen aus dem Weg zu räumen. Am Samstag um 10 Uhr vormittags startet in Vösendorf die Fahrt mit fast allen OSV-Athleten an Bord gen Budapest, wo am Montag die Langbahn-EM mit dem Start der Schwimmbewerbe also richtig anhebt. Weil der 28-jährige Rogan nach seinem Titel über 200 m Lagen bei der Kurzbahn-EM im Dezember 2009 in Istanbul gleich abreiste, hatte ihn Jukic, der Vierter über die Distanz wurde, für seine mangelnde Teamfähigkeit kritisiert. Dem Standard sagte der 21-Jährige nach EM-Bronze über 200 m Delfin damals: "Ich will der Leithammel werden, der auch handelt wie ein Idol."

Der sportliche Höhepunkt dürfte wieder das Aufeinandertreffen der beiden im 200-m-Lagen-Bewerb werden. Jukic hatte 2008 in Eindhoven hinter dem ungarischen Favoriten László Cseh Silber geholt. Rogan will zudem seine Titel über 100 und 200 m Rücken verteidigen.

Bei den Damen gibt es in Abwesenheit von Mirna Jukic, die in Eindhoven über die Brustbewerbe (Gold über 100 m, Silber über 200 m, Bronze über 50 m) erfolgreich war, nichts zu verteidigen. Fabienne Nadarajah, die sprintstarke Wienerin, hat ihre Medaillen (4x EM-Bronze, 1x WM-Silber) auf der Kurzbahn geholt, die erste vor sieben, die letzte vor drei Jahren. Trotz ihrer 25 Jahre gilt sie als Evergreen im Team. "Bei den Mädels bin ich am längsten dabei."

Nadarajah ist in Budapest aussichtsreichste OSV-Schwimmerin, über 50 m Rücken spekuliert sie mit dem Finale. In der Nennliste wird sie mit der zwölftbesten Zeit geführt, nur acht Athleten - und nicht zehn, wie noch in Istanbul - kommen in den Endlauf. "Da ist alles eine Sache von Hundertstelsekunden" , sagt sie. Eine Medaille wird sich, Hundertstel hin, Hundertstel her, aber nicht ausgehen, genauso wie ein Finale über 50 m Delfin und 50 m Kraul. "Da muss ich realistisch bleiben."

Mit dem Verbot der Auftrieb verleihenden Ganzkörperanzüge, die in den vergangenen zwei Jahren für 200 Weltrekorde gesorgt haben, ist Nadarajah gut zurecht gekommen, auf ihre 50-m-Rücken-Bestzeit fehlte im Training nur noch ein Zehntel.

Ihre Zimmernachbarin im Team, Mirna Jukic, geht ihr dafür ab. "Ich würde es mir wünschen, wenn sie in den Schwimmsport zurückkehrt. Aber das ist ihre Entscheidung. Und ich weiß, dass ihr diese nicht leicht fällt." (David Krutzler, DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 6. August 2010)

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    Bei der Kurzbahn-EM imDezember 2009 in Istanbul schlug Fabienne Nadarajah über 50 m Rücken als Fünfte an. In Budapest sind die Bahnenlänger, und auch derGanzkörperanzug fehlt. Dennoch ist das Finale das große Ziel. "Das ist eine Sache von Hundertstelsekunden."

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