Kroatien-Kredite

Hypo ringt mit BZÖ-Mann um Yachthafen

5. August 2010, 18:44
  • Artikelbild
    foto: veronika wengert

    Hohe Wellen verursacht die verschuldete Marina Novigrad in der Kärntner Hypo. Sie kämpft um ihr Pfand, die Marina-Konzession. Ihr neues Visavis dabei: BZÖ-Mann Harald Fischl.

Beim Engagement für die Marina Novigrad geht es um 21 Millionen Euro und die Konzession. Neuer Verhandlungspartner ist Harald Fischl

Wien - Die verstaatlichte Hypo Group Alpe Adria hat Sorgen mit ihren Finanzierungen in Kroatien, das ist bekannt. Weniger bekannt sind hierzulande die Troubles, die die Banker mit der kleinen, feinen Marina im malerischen Novigrad haben, an der istrischen Westküste. Dort kämpft die Bank um rund 21 Mio. Forderungen aus einem Kredit und um die wertvolle Konzession für die Marina. Ihr kämpferisches, neues Visavis dabei: Harald Fischl, Bundesfinanzreferent des BZÖ.

Die Geschichte begann 2005, als die kroatische Hypo-Leasing in Novigrad ein Tourismusprojekt (Fünf-Stern-Luxushotel Nautica, Yachthafen für ungefähr 365 Schiffe mit bis zu 40 Metern Länge) finanzierte. Kreditnehmer war die Tourismusgesellschaft Civitas Nova, die zu einem Teil der Stadt Novigrad und mehrheitlich dem Hotelier Milkan Maravić gehörte. Seit kurzer Zeit gibt es nun aber einen neuen Anteilseigner: Fischl (bzw. eine ihm zuzuordnende Gesellschaft) hat die Gesellschaft Maravićs gekauft.

Der 52-jährige Steirer ist Gründungsmitglied des BZÖ; bis 2001 saß der gelernte Kellner, Ex-Versicherungsmakler und heutige Unternehmer für die FPÖ im Nationalrat. Im Jahr 2000 war er Vize-Obmann des FPÖ-Parlamentsklubs, nach der Parteispaltung wechselte er zum BZÖ. Heute ist er mit seiner Fürstenfelder Harald Fischl Holding unter anderem im Immobiliengeschäft tätig und betreibt Senioren- und Pflegeheime; vorübergehend gehörte ihm auch die Wienerwald-Restaurantkette.

Unentspannt

Zu seinem Marina-Engagement in Istrien befragt, reagiert Fischl unentspannt. Stimme alles nicht, für den Fall der Publikation solle man mit Unannehmlichkeiten rechnen, sagte er dem STANDARD in weit weniger zurückhaltenden Worten. Hinter all dem, so schweift der einstige Berater Jörg Haiders ab ("Ich konnte ihm Dinge sagen, die ihm andere nicht sagen konnten", so Fischl jüngst im Kurier), stehe nur der Wunsch bestimmter Medien, "alles kaputtzumachen, was Jörg Haider aufgebaut hat".

Dabei ist in der Causa Marina Novigrad die Lage eher für die Klagenfurter Bank unentspannt als für die Eigentümer. Denn der Kredit wurde nicht bezahlt, die Hypo sitzt nun eben auf Außenständen von rund 21 Mio. Euro. Die Crux dabei: Die kroatische Hypo-Leasing hat sich einst zwar ein Pfandrecht einräumen lassen - nämlich die Konzession fürs Betreiben des Yachthafens - aber um die kämpft sie nun bereits seit mehr als einem Jahr. Vergeblich. An der Marina-Konzession hängt aber so gut wie alles, denn nur wer die hat, kann auch die angrenzenden Grundstücke geschäftlich nutzen, also etwa die Schiffsliegeplätze oder das Hotel. Die Konzession ist kurz gesagt sehr viel Geld wert.

An dem Punkt wird die Geschichte kompliziert, denn inzwischen hat der derzeitige Marina- und Hotelbetreiber eine zweite Civitas Nova gegründet, nun gibt es eine AG und eine GmbH, letztere ist neuerdings eben Fischl zuzurechnen. Die Konzession liegt dem Vernehmen nach in der Civitas Nova AG, die wiederum eine Sache für den Insolvenzrichter ist.

Kampf um die Konzession

Seit eineinhalb Jahren versucht die Bank nun schon, die Konzession zu bekommen - die dafür nötige Zustimmung der staatlichen Behörden steht aber aus. "Die Bank muss ihre Rechtsposition vertreten und Vermögenswerte sicherstellen. Wir gehen davon aus, dass die von offizieller kroatischer Regierungsseite zugesicherte Übertragung der an uns verpfändeten Konzession in Kürze erfolgt", zeigt man sich in der Kärntner Hypo optimistisch. In kroatischen Kreisen wird aber vermutet, dass Fischl und Maravić die besseren Kontakte im Lande haben.

Was leere Kassen betrifft, zeigt sich Fischl als Politiker durchaus hilfsbereit, erzählte er im Kurier. 2005, als im BZÖ "kein Cent da war", sprang er gleich selbst in die Bresche und gewährte dem BZÖ einen Kredit von 1,5 Mio. Euro. (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 6.8.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 133
1 2 3 4
umschnall-hildo
00
14.8.2010, 00:34
Österreich in punkto Korruption Europa-Meister

Spitzmaus
00
Durch Hr. Fischl weiß man, dass man .....

auch mit Pflegeheimen ordentlich verdienen kann. Seine Vergangenheit als Versicherungsmakler ist ja auch nicht unbestritten.

eleon
01

ich besorg mir jetzt auch ein parteibuch!

hsasa.
00
Harald Fischl,

ein Name den man sich merken muss. Es gilt die Unschuldsvermutung.

der Farbenblinde
03
ich wusste nicht, dass FPÖ bzw. BZÖ Mandatare so reich sind und HOldings haben. Das sollte man mal dem lieben kleinen Gemeindebaubewohnern erzählen, wen sie da auf Neue wählen...

schlechter Gutmensch
02
13.8.2010, 10:31
.. waren sie auch nicht...

.. vor dem Jahr 2000 .... aber dann ging es rasch bergauf mit dem Vermögen- aber alles einfach ehrlich!

Ein vormals kleiner Magna-Angestellter ist seither gar Großinvestor mit amtlicher Unschuldsvermutung.

1010001010001010010
01

warum ist das nicht im sportteil?

ceterum censeo faymanem esse d...
10
In kroatischen Kreisen wird aber vermutet, dass Fischl und Maravic die besseren Kontakte im Lande haben....

Das ist zu bezweifeln!!!

Kroatien will in die EU und wenn beispielsweise Pröll als neuer "Eigentümer" der Hypo mal kurz den in der EU sehr einflussreichen Kollegen Hahn anruft, dann wird es ganz schnell zappenduster bei Fischl und Maravic.....

Auf diese Weise wären solche Probleme schnell gelöst. Doch leider würden SPÖ und Grüne dem Finanzminister einen solchen Erfolg nicht gönnen und daher diese Methode auf der Stelle zum großen Skandal hochpolemisieren.

Aus diesem Grund wird wohl wieder der Steuerzahler für die 21 Mille herhalten müssen. Wie schade!

Slaveverwandler
00
14.8.2010, 02:26
Ich bitte sie,

Am 1. Januar 2007 wurden als 26. und 27. Mitgliedstaat Rumänien und Bulgarien - beide Staaten konstitutionelle Hochburgen des organisierten Verbrechens - in die Union aufgenommen.

Alleine 2008 pumpt die EU in diese Systeme 1,448Mrd(RU) bzw. 608Mio(BG).
Griechenland, ebenfalls fest in der Hand des organisierten Wirtschaftsverbrechen, erhielt 2008 einmal mehr den Jackpot: ganze 6,186 Milliarden EUR - nicht zuletzt aufgrund frisierter Budgetzahlen, für welche sie 2010 mit einem unverbindlichen 25Mrd. Bailout belohnt wurde.

Glaubens wirklich dass bei EU-Beitritts-Deals mickrige 21Mio eine Rolle spielen?
Die zahlen dem Österreicher vor Ort die üblichen 1Mio Beraterhonorar und die Jammerei hat ein Ende.

ceterum censeo faymanem esse d...
00
14.8.2010, 09:00
Das ist natürlich ein Grund!

Fischl und Maravic sollen also vom österreichischen Steuerzahler profitieren, weil ja schließlich anderswo auch Gelder in zweifelhafte Kanäle fließen, richtig?

Wer so denkt, der braucht sich nicht zu wundern, warum der Ruf der SPÖ in Sachen Geld- und Wirtschaftspolitik so schlecht ist.

Karl Benemsi
01
10.8.2010, 09:27

weil ja bekanntlich gerade die övp im bzö-saustall besonders aufräumt - und morgen, liebe kinder, erzähl ich euch ein anderes märchen !

ceterum censeo faymanem esse d...
00
10.8.2010, 11:32
In meinem Posting gehts aber nicht ums Aufräumen, ..

.. sondern nur um den schnöden Mammon.

Ein Anruf bei Hahn hätten den Zweck, dass dieser sich "einsetzt", die Koratischen Stellen zu "informieren", dass in EU-Ländern der Geldgeber ein eingetragenes Verfügungsrecht auch umgehend erhält, wenn der Schuldner insolvent geworden ist.
So eine "Intervention" eines mächtigen EU-Kommissars "überzeugt" Beitrittswerber ungemein und Fischl & Co könnten sich auf der Stelle brausen.

Mehr bräuchte es nicht, um dem österreichischen Steuerzahler um 20 Mio Euro zu entlasten! Aber bei Euch Sozi geht leider das politische Kleingeld vor. "Aufräumen im BZÖ-Saustall" schlägt natürlich große Wellen in den Medien und daran wollt Ihr Euch ergötzen, stimmts?

Deshalb werden wir wieder einmal blechen! Wie immer.

Franz Parteder
11
Noch etwas

Harald Fischl hat am 21. März für das BZÖ in Fürstenfeld kandidiert und nur 1 Mandat erhalten.
Im ersten Zorn wollte er (wegen der Undankbarkeit der Leute) seine Funktion als Präsident des Basketballclubs Fürstenfeld zurücklegen - hat das aber dann doch nicht getan.
Das künftige Schicksal des Gerald Grosz hängt weniger von der Gunst der Wähler als von der Gunst des Harald Fischl ab.

Franz Parteder
00
Fischl Holding

Auf der Homepage des BZÖ-Steiermark (Gerald Grosz) ist bis heute ein Hinweis auf die Fischl-Holding und ein Link zu Fischls Kräutergartengruppe (Pflegeheime).
http://www.bzoe-steiermark.at/

081547112
00
fischl

hier eine übersicht mit allen beteiligungen etc. falls sie es interessiert
http://www.firmenabc.at/harald-fi... C#deepinfo

ich bins, der fritzl
00

personal@kraeuter-garten.at
mich gruselts, das BZÖ kümmert sich um alte menschen ?

Erika Rothen
00
Hat etwa der Fischl dem Scheuch seinen 'ungarischen' BMW versichert?

schlechter Gutmensch
01
Wie meinte dereins BZÖ-Chef Buchner:

"Das BZÖ hat die HAA aus den Fängen der Politik befreit"

... tja....

Ich bin, also muss ich auch denken
00
SehrgeehrteFrauGraber

aufderTastaturgibtesunteneineganzlangeTaste.DienenntsichLeertaste.DieVerwendungderselbenerhöhtdieLesefreundlichkeitganzwesentlich!

sydonne
01
s.g.ibinoisomussihoitschonirgendwosposten

...miristdieleertasteabersowasvonegalsolangedieartikelinformativgutrecherchiertsind...denkengeschiehtnichtzwangsläufignachdemerwachenunddielesefreundlichkeitkönnensgerne
für
sich
behalten
...

Spi an
00
wastustndudoschowiedapostn

fratrecoeure

Pauli Feuerstein
01
Und,

was ist jetzt so interessant an dieser Geschichte ausser dass eine Gesellschaft, die Fischl nahe steht, eine Gesellschaft gekauft hat die einen Kredit von der HAA hat und dieser notleidend ist?

:)

Synchronschachklub "Rudolf Nurejew"
08
ex-kellner fischl hat für sich selbst das wort "bedienung" neu definiert.

das "B" in BZÖ dürfte für "bedienen" stehen.

roter mob
03
warum erhöht man nicht

für alle die BZÖ wählen oder wählten einfach die steuern ein bissl, sodass sie besser erkennen können, wie der haider und seine freunde dem kleinen mann immer gehoflen haben! kann man die nicht erkennen? also vielleicht fängt man einmal in kärnten an zu suchen!

Dusty Bottoms
05

Schon interessant, wie im Dunstkreis der Buberlpartie Habenichtse plötzlich zu Millionären wurden. Unsere (?) Justiz schaut hier mittlerweile seit gut 20 Jahren zu. Und ein großer Teil unserer Mitbürger kapiert noch immer nix!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 133
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.