Vuvuzela-Fanal für Frieden

5. August 2010, 18:25
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Das neue Grundgesetz behebt einige Gründungsmängel des ostafrikanischen Staates - von Alexander Fanta

Das Beispiel Kenia zeigt, dass die südafrikanischen Nervtöter-Tröten zu mehr gut sind, als den Ablauf eines Fußballspieles zu stören. Der Ton der Vuvuzelas war auch die adäquate Begleitmusik zu einer friedlichen, sauberen Abstimmung über einen neuen Verfassungsentwurf für Kenia. Das Land kann nun nach den politischen Grabenkämpfen und Unruhen der vergangenen drei Jahre endlich zur Ruhe kommen.

Das neue Grundgesetz behebt einige Gründungsmängel des ostafrikanischen Staates, der sich 1963 von Großbritannien lossagte. Die Macht des Präsidenten wird eingeschränkt, auch kann sich der derzeit amtierende Mwai Kibaki im Jahr 2012 nicht mehr zur Wahl stellen. Mit seiner Unterstützung für die neue Verfassung öffnete er das Fenster der Möglichkeiten für seinen einstigen politischen Gegner Raila Odinga. Damit beweist er demokratische Reife, die auch außerhalb Afrikas als Vorbild dienen kann.

Die Verkleinerung des Kabinetts von derzeit knapp 50 auf maximal 22 Minister ist ein Absage an Korruption und Vetternwirtschaft in den politischen Zirkeln der Hauptstadt. Die Regierung muss zudem einen Teil ihrer Macht an die Amtssitze von 47 neu geschaffenen Lokalgouvernements abgeben - damit wird auch der Vorwurf abgemildert, die Politik der Zentalregierung werde von nur einer Ethnie dominiert. Kenia hat nun beste Aussichten, wieder zu einem Vorzeigeland für ganz Ostafrika zu werden. (Alexander Fanta/DER STANDARD, Printausgabe, 6.8.2010)

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