Bill Gates und Warren Buffett

5. August 2010, 18:22
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Milliardäre keilen bei ihresgleichen Spenden

Microsoft-Gründer Bill Gates und Investment-Guru Warren Buffett zählen zu den reichsten Männer der Welt. Im Jahr 2006 entschied sich Buffett, einen Großteil seines Vermögens zu spenden. Damals gingen 30 Milliarden Dollar an die Bill-Gates-Stiftung. Ursprünglich hatte Buffett geplant, sein Vermögen nach seinem Tod für wohltätige Zwecke zur Verfügung zu stellen. Doch vor wenigen Jahren starb seine Frau Susan, mit der er trotz jahrelanger Trennung gut befreundet war, und die eigentlich den Übergang des Milliardenvermögens in Benefizwerke organisieren sollte. So entschied Buffett kurzerhand, der Stiftung von Microsoft-Milliardär Gates und dessen Frau Melinda 80 Prozent seines Vermögens schon zu Lebzeiten sukzessive zu vermachen.

Von dieser Idee wollen beide auch andere Milliardäre überzeugen: Wochenlang hingen sie an den Telefonen, dann hatten sie mehr Geld zusammen, als einige EU-Länder als Bruttoinlandsprodukt vorweisen können. Buffett und Gates haben 40 Milliardäre überredet, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu spenden. Mit dieser einzigartige Aktion dürften 100 Milliarden Dollar (75 Milliarden Euro) zusammenkommen.

Einen großen Teil seines Vermögens hat der 54-jährige Gates für die medizinische Forschung und die Dritte Welt gespendet. Doch das Engagement stößt nicht überall auf Zustimmung: Im Stillen hat sich die private Hilfsorganisation in einen Weltverbesserungskonzern mit problematischer Strategie verwandelt, analysierte Die Zeit.

Während Buffett, der Sohn eines Wertpapierhändlers und späteren Kongressabgeordneten, bereits mit elf Jahren an der Börse spekuliert haben soll, brach Gates sein Harvard-Studium ab, um Microsoft mit aufzubauen. Per Zufall erhielt er 1980 den Großauftrag, ein Betriebssystem für den ersten PC von IBM zu liefern, er schrieb Bücher und gründete die Fotoagentur Corbis. Die Geschäftsführung von Microsoft gab er 2000 ab und konzentriert sich inzwischen auf seine gemeinnützige Arbeit in der Stiftung, die ein Stammkapital im zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich haben soll. Die Stiftungsgelder fließen weltweit für sozial benachteiligte Studenten sowie den Kampf gegen Aids (er war deshalb vor wenigen Wochen in Wien beim Lifeball), Malaria und Tuberkulose. Bis zu seinem Tod will Gates 95 Prozent seines Vermögens spenden - es beträgt derzeit 53 Milliarden Dollar. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe, 6.8.2010)

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