Für Bittner auch in Österreich möglich

5. August 2010, 18:00
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Wien / New York - "Eine tolle Initiative, das kann man nur begrüßen." So kommentierte der Geschäftsführer des Österreichischen Instituts für Spendenwesen, Gerhard Bittner, den am Mittwochabend bekannt gewordenen Vorstoß von Microsoft-Gründer Bill Gates und Investmentguru Warren Buffett, die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Der Initiative haben sich 40 Milliardäre in den USA angeschlossen.

Ähnliches, wenn auch in kleinerem Maßstab, sei auch in Österreich denkbar. Mit dem einen Unterschied zu Amerika: "Über Spenden wird bei uns, kulturell bedingt, nicht gesprochen", sagte Bittner dem Standard.

Aber auch in den USA ist noch vieles ziemlich vage. Die von Gates und Buffett, selbst seit Jahren an der Spitze der vom Magazin "Forbes" publizierten Liste der Superreichen zu finden, gestartete Kampagne "The Giving Pledge" bleibt bis auf weiteres eine Absichtserklärung. Hollywood-Regisseur George Lucas, der sich der Initiative angeschlossen hat, sagte: "Ich gebe die Mehrheit meines Vermögens, um Bildung zu verbessern. Das ist der Schlüssel für das Überleben der Menschheit."

Der Mitbegründer und Vorstandschef des IT-Konzerns Oracle, Larry Ellison, meinte: "Bisher habe ich im Stillen gespendet, weil ich der Meinung war, dass das eine persönliche und private Sache ist." Buffett habe ihn aber überzeugt, dass man ein Beispiel setzen und auf diese Weise andere Menschen beeinflussen könne, es ihnen gleich zu tun." Mit dabei im Spendenverein sind unter anderem auch der 93-jährige David Rockefeller, Microsoft-Mitbegründer Paul Allen sowie New Yorks amtierender Bürgermeister Michael Bloomberg.

Bittner vom Österreichischen Institut für Spendenwesen würde sich trotz des begrüßenswerten Vorstoßes mehr an Transparenz wünschen: "Es ist unklar, inwiefern die Summen, die zugesagt werden, dann tatsächlich diversen Projekten zugute kommen."

Spendenaufkommen gestiegen

Auch in Österreich gebe es Großspender - "gar nicht so wenige, wie man glauben könnte", sagte Bittner. Professionelle Spendensammler, die über Banken gezielt solche Personen ansprechen und meist über Jahre Vertrauen zu diesen aufbauten, würden aber ungern bis gar nicht Einblick geben. Bittner: "Da gibt es nicht einmal Schätzungen."

Was das allgemeine Spendenaufkommen betreffe, habe die Wirtschaftskrise entgegen früher geäußerter Befürchtungen keinen Einbruch gebracht - im Gegenteil. 2009 dürfte das Spendenaufkommen Schätzungen zufolge 400 bis 450 Mio. Euro betragen haben. 2008, zu Zeiten der Hochkonjunktur, waren es knapp 400 Mio. Euro. (Günther Strobl, DER STANDARD, Printausgabe, 6.8.2010)

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