Noch 26.000 Vertriebene nach Ossetien-Krieg

5. August 2010, 16:46
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Zwei Jahre nach Saakaschwilis Angriff - Amnesty: "Die georgische Regierung muss mehr als das Mindestmaß für diese Menschen tun"

Wien - Auch zwei Jahre nach dem fünftägigen Krieg zwischen Russland und Georgien um die von Tiflis abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien sind tausende Flüchtlinge nicht zurückgekehrt. Rund 26.000 Vertriebene werden auch in absehbarer Zukunft nicht in ihre Heimatdörfer zurückgehen können, schrieb die Menschenrechtsorganisation Amnesty International am Donnerstag in einer Aussendung. Während und nach dem georgisch-russischen Krieg im August 2008 seien etwa 128.000 Menschen aus Südossetien und angrenzenden Gebieten sowie aus dem abchasischen Kodori-Tal vertrieben worden.

Etwa 246.000 Georgier bzw. sechs Prozent der georgischen Bevölkerung seien Vertriebene im eigenen Land. Ein Großteil flüchtete während der Konflikte der 1990er Jahre, so Amnesty. "Die georgische Regierung muss mehr als das Mindestmaß für diese Menschen tun", forderte Amnesty International in einem aktuellen Bericht, der am Donnerstag in Tiflis vorgestellt wurde. Sie müsse Wohnraum, Arbeit und medizinische Versorgung zur Verfügung stellen, damit die Betroffenen wieder im Leben Fuß fassen könnten.

Der Amnesty-Bericht "In the waiting room: Internally displaced people in Georgia" berichtet, dass viele, die schon vor fast zwei Jahrzehnten geflüchtet sind, immer noch in Baracken der Armee ohne ausreichende Hygiene oder Privatsphäre lebten. Neue Siedlungen seien zum Teil auf dem Land fern jeder Infrastruktur angelegt, von Wiederansiedlungs-Programmen Betroffene wurden nicht ausreichend konsultiert. Armut und Arbeitslosigkeit würden Binnenvertriebene besonders häufig treffen.  (APA)

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    Ein Flüchtlingszelt in Südossetien.

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    In früheren Zeiten stürzten sich gescheiterte Kriegsherrn in ihr Schwert, Georgiens Machthaber Saakaschwili gedenkt zum zweiten Jahrestag seines verlorenen Angriffskrieges der getöteten georgischen Soldaten.

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