VwGH genehmigt ersten Abschnitt der 380-kV-Leitung

5. August 2010, 15:17
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Berufungen aus dem Flachgau und Oberösterreich abgewiesen

Salzburg - Der Kampf mehrerer Salzburger Gemeinden und Bewohner aus dem Innviertel gegen die 380-kV-Leitung des Verbunds zwischen St. Peter am Hart (Bezirk Braunau) und Elixhausen (Flachgau) ist juristisch abgeschlossen: Der Verwaltungsgerichtshof hat nun die Beschwerde der Leitungsgegner abgewiesen. Die Leitung stelle keine Gefahr für die Gesundheit dar und entspreche dem Stand der Technik, so die Kernaussagen im Bescheid, der der APA vorliegt.

Der Teilabschnitt des 380-kV-Ringschlusses war bereits von der Salzburger und der Oberösterreichischen Landesregierung (erste Instanz) als auch vom Umweltsenat (zweite Instanz) genehmigt worden. Die Anrainergemeinden Berndorf, Seeham, Obertrum und Seekirchen sowie einige Anrainer aus Oberösterreich, die eine teilweise Verkabelung wollten, hatten dagegen berufen und sind nun gescheitert.

Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen

Das Höchstgericht schloss sich der Ansicht des Sachverständigen an, der eine Gesundheitsgefährdung durch das Projekt ausgeschlossen hatte. Und auch den zweiten großen Einwand der Gegner, eine Freileitung entspreche nicht mehr dem Stand der Technik und sei zumindest teilweise durch ein Erdkabel zu ersetzen, schloss sich der VwGH nicht an. "Stand der Technik" bedeute, dass die Funktionstüchtigkeit erprobt und erwiesen sei, und dies sei gerade bei Freileitungen der Fall, während es für die Erdverkabelung noch keine Erfahrungswerte gebe.

Mit dem Bau des ersten Abschnittes wurde auf Salzburger Seite bereits im vergangenen Sommer begonnen. Die 46 Kilometer lange Leitung wird den Rückbau von 64 Kilometer 220-/110-kV-Leitungen ermöglichen. Das Investitionsvolumen beträgt 96 Millionen Euro. Dieser Teil der Leitung soll bereits im Frühjahr 2011 in Betrieb gehen.

Der zweite Abschnitt der 380-kV-Leitung von Elixhausen nach Kaprun (Pinzgau) befindet sich noch in der Projektierungsphase. Die Leitung ist laut Verbund für die langfristige Versorgungssicherheit notwendig. Außerdem macht der Konzern einen weiteren Ausbau der Kaprun-Kraftwerks-Gruppe - konkret das Pump-Speicher-Werk Limberg III - vom Bau dieser Leitung abhängig. Für dieses Kraftwerk läuft seit dem Winter die Umweltverträglichkeitsprüfung. (APA)

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