Millionenschäden für Spaniens Tourismus befürchtet

5. August 2010, 14:53
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Spaniens Tourismus befürchtet wegen Fluglotsenstreik Millionenschäden - Spaniens Fluglotsen planen Mitte August dreitägigen Streik

Madrid - Es gibt weder ein genaues Datum, noch steht fest, ob er überhaupt stattfinden wird. Doch der für Mitte August geplante Streik der spanischen Fluglotsen löst bereits große Furcht in der gesamten spanischen Reisebranche aus. Sollte der Streik wie von der spanischen Fluglotsengewerkschaft UCSA geplant zwischen dem 16. und 20. August stattfinden, würde das Millioneneinbußen für Spaniens Tourismusbranche bedeuten.

Mitten in der Hochsaison würden täglich rund 164.000 ausländische Urlauber nach Spanien fliegen, rechnet Jose Luis Zoreda, Präsident des Verbands spanischer Reiseveranstalter Exceltur vor. Wenn von diesen Touristen, die im Durchschnitt täglich 75 Euro ausgeben, nur 30 Prozent aufgrund des Fluglotsenstreiks fernblieben, würde dass Verluste in Höhe von 39 Mio. Euro bedeutet, so Zoreda.

Auch der Verband der Fluglinien (ALA) warnte davor, dass bei einem Streik viele Urlauber Spanien den Rücken kehren und ihre Ferien in anderen Mittelmeerländern verbringen würden. Die Reiseveranstalter machen sich besonders Sorgen um die Reaktion der sogenannten Last-Minute-Bucher, die mittlerweile einen bedeutenden Teil der Spanien-Urlauber ausmachen. Derzeit ist noch nicht klar, ab welchem Datum der dreitägige Streik genau stattfinden wird. In jedem Fall wird es jedoch nach dem 16. August sein, da Fluglotsenstreiks mindestens zehn Tage im Voraus angekündigt werden müssen.

Ein möglicher Streik, egal zu welchem Zeitpunkt der Hochsaison, könnte viele Last-Minute-Bucher von einem Spanien-Urlaub abhalten. Mallorcas Hotelverband erklärte, ein Streik könnte sogar bis zu ein Drittel der Hotelbuchungen gefährden. Auf dem Flughafen von Palma wären von einem Streik in der laufenden Hochsaison bis zu 2.500 Flüge und rund 400.000 Passagiere betroffen. Die britische Tageszeitung Daily Mail schürt bereits Angst bei britischen Spanien-Urlaubern und erklärte, dass rund 300.000 Engländer von einem möglichen Streik zu diesem Zeitpunkt betroffen wären. Nun schauen alle gespannt auf die in Madrid anlaufenden Gespräche zwischen der USCA-Fluglotsengewerkschaft und der spanischen Regierung.

Hintergrund des Konflikts, der auf dem Rücken Tausender Urlauber und Geschäftsreisender ausgetragen werden soll, ist ein seit Monaten schwelender Protest der Fluglotsen gegen eine im April eingeführte Tarif- und Arbeitsreform. Seit April dieses Jahres verdienen spanische Fluglotsen bis zu 40 Prozent weniger, weil ihre Überstunden im Zuge staatlicher Sparmaßnahmen nicht mehr mit dreifachen Lohnaufschlag honoriert, sondern nur noch wie reguläre Arbeitsstunden bezahlt werden. Spaniens Verkehrsminister Jose Blanco Lopez werde einen Streik zwar akzeptieren, bezeichnete ihn allerdings als "ungerechtfertigt", da es nicht um die Verteidigung von Arbeitsrechen gehe, sondern um die von Privilegien. Spaniens Flutlotsen gehören mit einem Jahresgehalt von bis zu 350.000 Euro zu den am Bestbezahlten weltweit. Mit der Regierungsreform sinkt der Gehaltsdurchschnitt bis 2013 auf 200.000 Euro im Jahr. (APA)

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