Innerebner-Töchter in Konkurs

5. August 2010, 14:01
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Nach dem Konkurs der Innerebner Holding werden für die Tochtergesellschaften ebenfalls Konkursanträge eingebracht

Innsbruck - Nach dem Konkurs des Tiroler Bau- und Immobilienunternehmens Innerebner Holding GmbH mit Sitz in Innsbruck werden für die Tochtergesellschaften ebenfalls Konkursanträge eingebracht. Die Gesamtverbindlichkeiten der Gruppe liegen bei rund 40 Mio. Euro, teilte der Kreditschutzverband KSV 1870 mit. Firmen-Chef Ekkehard Hussl war am Montag eine letzte Frist eingeräumt worden, bis heute Donnerstag Mittag, ein Finanzierungskonzept auf die Beine zu stellen.

Da es Hussl nicht gelungen sei die "erlösenden Millionen" für eine Weiterführung der Unternehmensgruppe sicherzustellen, werden für die Innerebner Bauträger GmbH, die Innerebner Bau GmbH, die Innerebner Immobilien GmbH und die VIT Errichtungs- und Betriebs GmbH Konkursanträge eingebracht. Die Verbindlichkeiten für die Bau Gmbh betragen laut Kreditschutzverband in etwa 3 Mio. Euro. Zudem verfüge die Gesellschaft über keine Liegenschaften und habe auch sonst kaum Vermögen.

Elf Millionen Schulden

Der Schuldenstand der Immobilien GmbH liege nach derzeitigem Stand bei 11 Mio. Euro, jener der Bauträger GmbH bei 2,9 Mio. Die Fremdverbindlichkeiten der VIT liegen nach der Liegenschaftsverwertung laut KSV bei 7 Mio. Euro. Die vorhandenen Liegenschaften der insolventen Gesellschaften seien weitgehend überbelastet.

Die Insolvenzen der Innerebner-Gruppe sind laut KSV großteils auf die misslungenen Veranlagungs- bzw. Kursabsicherungsgeschäfte und die negative Kursentwicklung im Zusammenhang mit den Fremdwährungskrediten der jeweiligen Gesellschaften in Millionenhöhe zurückzuführen.

Hussl soll Medienberichten zufolge unter anderem im Zuge der Finanzkrise mindestens zehn Mio. Euro verloren haben. Bereits 2003 soll er mit verschiedenen Finanzspekulationen rund 3,5 Mio. in den Sand gesetzt haben. Die Banken hätten 2009 schließlich den Geldhahn zugedreht, da Hussl wegen mangelnder Liquidität offene Finanzlöcher nicht mehr stopfen habe können. Seitdem seien Immobilien des Unternehmens verkauft worden, zudem habe die Hypo Tirol Millionen wertberichtigen müssen. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat in dieser Causa bereits Ermittlungen aufgenommen. Es soll überprüft werden, ob in diesem Fall strafrechtliche Delikte vorliegen. (APA)

 

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