Wien macht die Waschküchen sicher

5. August 2010, 11:08
2 Postings

Ein elektronisches System soll in den Gemeindebauten die gerechte Verteilung der Waschtage gewährleisten und vor unbefugten Zutritten schützen

5.800 Waschküchen gibt es in den Wiener Gemeindebauten, 80.000 Mieterinnen und Mieter nutzen diese regelmäßig. Dabei kam es immer wieder zu Ärgernissen und Beschwerden, wenn sich etwa einzelne Personen nicht an die geltende Waschküchenbetriebsordnung gehalten haben; jede Mieterin bzw. jeder Mieter hat beispielswiese Anrecht auf einen Waschtag (sieben Stunden) pro Monat. Weil zudem der "Waschtourismus" überhandnahm, werden die Wiener Gemeindebauten sukzessive auf ein neues elektronisches Zutrittssystem umgestellt.

Chip öffnet Türen

Im Sommer 2008 wurde "naTÜRlich sicher" präsentiert: ein modernes Chip-System, das die Tür zur Waschküche nur nach ordnungsgemäßer (telefonischer) Vorreservierung öffnet und die Waschgeräte freischaltet. Per Zentralcomputer werden die Anmeldungen verwaltet, ein codierter Chip gehört seitdem zur Standardausrüstung von mittlerweile knapp 20.000 Waschküchen-Nutzern in 450 städtischen Wohnhausanlagen (mit 1.200 Waschküchen) gehört.

Für die Bewohner schlägt sich das System mit durchschnittlich 2 Euro pro Monat zu Buche. Wer öfter als einmal pro Monat wäscht, dem werden die angefallenen Stromkosten - aufgezeichnet per Chip - weiterverrechnet. "Mehr als 90 Prozent der Mieter sind mit dem elektronischen Zutrittssystem sehr zufrieden", stellte Wohnbaustadtradt Michael Ludwig (SPÖ) im vergangenen Mai das Ergebnis einer Befragung von 400 Gemeindebau-Mietern vor. Auch das telefonische Service für die Waschküchenbuchungen hätten acht von zehn Nutzern als sehr zufriedenstellend bewertet, es habe zudem keinen einzigen Beschwerdefall über eine widerrechtliche Nutzung einer "naTÜRlich-sicher"-Waschküche mehr gegeben.

"Teures System"

Die Wiener Grünen können die positive Bilanz nicht ganz nachvollziehen. Für Stadtrat David Ellensohn hätte es gereicht, "die Waschküchen einfach mit
normalen Schlüsseln zu versperren und diese den Bewohnern zur Verfügung zu stellen". Außerdem sei der wahre Beschwerdegrund schlicht der, dass die einzelnen Hausparteien mit den ihnen zugestandenen Waschzeiten nicht das Auslangen finden würden. Statt dem "teuren System" hätte deshalb einfach die Anzahl der Waschmaschinen erhöht werden sollen, so Ellensohn. (red)

  • Zugang zur Waschküche nur noch per Chip: Vizebürgermeister Michael Ludwig bilanziert erfreut, für die Wiener Grünen hätte es gereicht, die Anzahl der Waschmaschinen zu erhöhen.
    foto: pid/halada

    Zugang zur Waschküche nur noch per Chip: Vizebürgermeister Michael Ludwig bilanziert erfreut, für die Wiener Grünen hätte es gereicht, die Anzahl der Waschmaschinen zu erhöhen.

Share if you care.