Quelle-Gläubiger kriegen bis zu 70 Prozent

5. August 2010, 10:30
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Das Verfahren soll bis Sommer 2011 abgeschlossen sein - Interessentengruppe für Firmenareal

Linz - Die Gläubiger des in den Konkurs geschlitterten Linzer Versandhändlers Quelle bekommen 60 bis 70 Prozent ihrer Forderungen. Das berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten" am Donnerstag. Im schlechtesten Fall würden 70 Mio. Euro an offenen Forderungen bleiben, im besten Fall 60 Mio., erklärte Masseverwalter Erhard Hackl. Dem werde am Ende ein Massevermögen von etwa 45 Mio. Euro gegenüberstehen. Eine erste Vermögensverteilung werde im Dezember erfolgen, zur Gänze soll das Verfahren im Sommer 2011 abgeschlossen sein.

Zwei offene Punkte beeinflussen noch, wie viel Geld es letztlich gibt: Zum einen hängt es am Erlös, den die Oberbank als Leasingpartner für das Quelle-Hochregallager lukriert, so Hackl. Zum anderen ist noch eine Rechtsfrage zu klären, die Rückstellungen der Betriebspensionen betreffend. Hier geht es darum, ob das vorhandene Wertpapierdepot zur Bedeckung der Ansprüche der Betriebspensionisten auch für die Pensionsansprüche der Alt-Vorstände heranzuziehen ist. "Ich sehe das nicht so", wird Hackl in dem Bericht zitiert. Da es keine Judikatur gibt, muss das der Konkursrichter bzw. das Oberlandesgericht Linz entscheiden.

Wenig Einfluss auf die Quote werde laut Hackl die Verwertung des Firmenareals haben. Er bestätigte konkrete Verhandlungen mit einer Interessentengruppe, einen Vertrag sollte es im Herbst geben. Hier dürfte es zu einer großen Lösung kommen, die das nebenliegende Woolworth-Gebäude einschließt.

Einen Negativrekord für Gläubiger bringt hingegen der Abschluss des ersten Konkurses aus dem Inowatt-Reich. Die Steyrer Firmengruppe von Christian Sthul war im Vorjahr mit 80 Mio. Euro Schulden pleitegegangen. Die Gläubiger der Inowatt Stahl - Sthul hatte die Firma Gründler aus der Insolvenz gekauft - bekommen nur 0,4 Prozent ihrer Forderungen abgegolten. Gemessen an der Größe des Betriebs sei erstaunlich, wie wenig freies Vermögen vorhanden gewesen sei, so Franz Loizenbauer vom AKV. (APA)

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