Auch als Erwachsene voller Elan

5. August 2010, 08:30
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Persönliche Stabilität kommt erst im Laufe der Zeit

Riverside/Erlangen - Das Temperament, das Kinder an den Tag legen, behalten sie ein Leben lang bei. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der University of California in Riverside und des Oregon Research Institute. Die Wissenschaftler haben Daten von insgesamt 2.400 Elementarschülern aus den 1960er Jahren aus Hawaii herangezogen und 144 der damaligen Probanden neuerlich interviewt.

"Wir bleiben das ganze Leben lang die gleiche Person", so Studienleitautor Christopher Nave von der University of California in Riverside. "Das zeigt, dass es extrem wichtig ist, die Persönlichkeit zu verstehen, denn diese folgt uns immer und überall durch all die Jahre hindurch." Insgesamt haben die Wissenschaftler die vier verschiedenen Eigenschaften Wortgewandtheit, Anpassungsfähigkeit, Impulsivität und Selbstwertgefühl genauer untersucht.

Persönliche Stabilität entwickelt sich später

"Zahlreiche Großstudien sind zum Schluss gekommen, dass sich persönliche Stabilität erst im Laufe eines Lebens einstellt", meint Frieder Lang, Leiter des Instituts für Psychogerontologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. "Bei den hier untersuchten Eigenschaften handelt es sich um Temperamentsmerkmale." Lang hält es für möglich, dass sich solche Formen früher stabilisieren.

"Man muss auch darauf hinweisen, dass in der Studie nur jene 144 Probanden nochmals untersucht werden konnten, weil sie von den Forschern zur Befragung gefunden werden konnten." Das bedeutet in weiterer Folge, dass all jene, die im Laufe ihres Lebens umgezogen sind, ins Gefängnis kamen oder Insassen einer psychiatrischen Klinik wurden, nicht mehr befragt wurden. Zur Persönlichkeitsentwicklung tragen viele unerwartete Ereignisse außerhalb der Familie bei. Daher stellt sich der Wissenschaft immer noch die Frage, wann ein Mensch sozusagen fertig entwickelt ist.

Wortgewandtheit bleibt erhalten

Wortgewandte Kinder mit einem hemmungslosen Mitteilungsbedürfnis tendierten auch im jungen Erwachsenenalter dazu, in intellektuellen Angelegenheiten reges Interesse zu zeigen. Sie sprechen fließend, behalten die Kontrolle über Situationen und entwickeln einen hohen Grad an Intelligenz. Kinder mit geringerer Sprachgewandtheit neigen eher dazu, bei Hürden aufzugeben und zeigen sich im zwischenmenschlichen Bereich unbeholfen.

Kinder, die von Lehrern als anpassungsfähig - damit ist der erfolgreiche Umgang mit unbekannten oder neuen Situationen gemeint - beschrieben wurden, zeigten dieses Verhalten auch als Erwachsene. Sie wurden als frohgemut, redegewandt und intelligent beschrieben. Jene, die als Kinder als nicht anpassungsfähig eingestuft wurden, neigten als Erwachsene dazu, über sich selbst schlecht zu sprechen, von Fremden Rat zu suchen und im Umgang mit anderen eher unbeholfen zu sein.

Impulsive und laut sprechende Kinder behielten ihre Eigenschaften ebenso wie jene, die als nicht gefühlsbetont eingestuft wurden. Sie waren als Erwachsene eher ängstlich, hielten andere Menschen auf Distanz und zeigten sich unsicher. Ähnlich verhielt es sich mit Kindern, die eine Tendenz zu niedrigem Selbstwertgefühl aufwiesen. Auch diese Eigenschaft behielten sie bis ins Erwachsenenalter bei. (pte)


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