Amazon: Volle Kraft voraus

25. April 2003, 17:14
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Der Online-Händler schreibt zwar weiter rote Zahlen, hat aber die Erwartungen übertroffen - Anleger zweifeln nicht an den Erfolg

Seattle - Der amerikanische Online-Händler Amazon hat im ersten Quartal trotz der Rückkehr in die roten Zahlen die Markterwartungen übertroffen. Die Aktie legte nachbörslich um über 9 Prozent auf 27,45 Dollar (24,94 Euro) zu. Außerdem erhöhte Amazon.com die Prognose für 2003.

Der Umsatz stieg 28 Prozent auf 1,084 Mrd. Dollar, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss in Seattle mit. Analysten hatten im Schnitt mit 1,05 Mrd. Dollar gerechnet. Der Fehlbetrag betrug 10 Mio. Dollar oder 3 Cent je Aktie. Im Schlussquartal 2002 hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 1 Cent je Aktie erzielt. Vor einem Jahr war ein Fehlbetrag von 23 Mio. Dollar oder 6 Cent je Aktie angefallen.

Gestiegene Erlöse im internationalen Geschäft

Vor allem im internationalen Geschäft verzeichnete der Online-Händler kräftig gestiegene Erlöse. Finanzchef Tom Szkutak zufolge zahlte es sich aus, dass Amazon die Preise gesenkt und verstärkt die Kosten für die Lieferung den Kunden abgenommen habe.

"Amazon hat nur wegen seiner aggressiven Preispolitik und seinem umfangreichen Service unter dem Strich rote Zahlen geschrieben. Die Anleger honorieren, dass das Unternehmen damit weiter aggressiv wachsen will. Operativ ist das Geschäft eindeutig intakt", sagte ein Händler in New York.

Bisherige Umsatzprognose erhöht

Das Unternehmen erhöhte seine bisherige Umsatzprognose für 2003. Für das Gesamtjahr erwartet Amazon.com nun einen Umsatzanstieg von rund 19 Prozent auf 4,7 Mrd. Dollar. Im zweiten Quartal sollen die Erlöse zwischen 1 und 1,05 Mrd. Dollar liegen.

Amazon will weiterhin Preissenkungen und freier Lieferung anbieten. "Es wird in diesem Jahr weitere Preissenkungen geben", erklärte Amazon-Vorstandsvorsitzender Jeff Bezos am Donnerstag nach Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal. Beibehalten würden auch kostenlosen Warenlieferungen bei einem Bestellungwert über 25 Dollar. Im ersten Quartal hatte Amazon dafür 30 Mio. Dollar ausgegeben. Damit zahlte das Internet-Unternehmen 27 Mio. Dollar mehr an Lieferkosten, als es von den anderen Kunden für Liefergebühren verlangt hatte.

Um diese Maßnahmen zu finanzieren, will Amazon weiter Kosten senken. Es seien in fast allen Bereichen bereits Einsparungen vorgenommen worden, so Finanzvorstand Tom Szkutak. Ende März habe Amazon einen leichten Rückgang der Umsätze verzeichnet, da der Irak-Krieg die Kunden vom Kaufen im Internet abgehalten habe, räumte das Management ein. Doch hätten die Bestellungen in den ersten Wochen des zweiten Quartals wieder zugenommen.(APA/dpa/vwd)

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    Amazon-Gründer Jeff Bezos

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