Rotes Kreuz: Strom- und Wasserknappheit in Basra Folge von Sabotage

25. April 2003, 06:22
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Kritik an geringem Schutz durch britische Armee

Basra - Die anhaltende Strom- und Wasserknappheit in der südirakischen Stadt Basra ist nach Ansicht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) eine Folge von Sabotage. "Es sieht wie Sabotage aus, anhaltende Sabotage", sagte der Leiter der IKRK-Mission in Basra, Andres Kruesi, am Donnerstag. "Wer würde Teile einer Transformator-Station im Inneren der Anlage stehlen?", fragte Kruesi, der seit eineinhalb Jahren in Basra arbeitet. Die Versorgungsanlagen der Stadt seien im Gegensatz zum Krieg von 1991 dieses Mal von Bombardements weitgehend verschont geblieben.

"Plünderer haben die Anlagen für Wasser- und Stromversorgung mehr beschädigt als die Bombardements", sagte Kruesi. "Es gibt hier mehr Plünderer als Ingenieure." Die britische Armee sei bei der Herstellung der öffentlichen Ordnung zu langsam gewesen.

Der IKRK-Experte für Wasser und Strom, Giorgio Nembrini, bestätigte, die desolate Versorgungslage sei eine Folge von Plünderungen. "Sie benutzen Kalaschnikows, sie stehlen Schalter", sagte er. Gerade geliefertes Material werde sofort gestohlen. Die britische Armee schicke auf Anfrage des IKRK nur unzureichende Patrouillen. Basra war Anfang des Monats von der britischen Armee eingenommen worden. (APA)

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