Nigerianischer Präsident Obasanjo verteidigt Wahlsieg

25. April 2003, 22:06
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Opposition spricht von Betrug

Abuja - Nach seinem umstrittenen Wahlsieg hat der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo Kritik internationaler Beobachter zurückgewiesen. Wenn sich in einigen Regionen nahezu alle Wähler hinter ihn gestellt hätten, so sei dies vermutlich mit den kulturellen Traditionen zu erklären, dass die Bevölkerung dem Rat ihrer Führer folge, sagte Obasanjo bei einer Pressekonferenz am Freitag. Dies hätten die internationalen Wahlbeobachter möglicherweise nicht verstanden.

Obasanjo war mit 62 Prozent der Stimmen im Präsidentenamt bestätigt worden. Sein stärkster Herausforderer Muhammadu Buhari kam auf 32 Prozent. Die Opposition will den Sieg Obasanjos jedoch nicht anerkennen und hat den Präsidenten ultimativ zum Rücktritt aufgefordert. Sollte Obasanjo dem bis zum 29. Mai nicht nachkommen, drohte ein Zusammenschluss aus rund 20 Parteien mit nicht näher bezeichneten Konsequenzen. Wie die Opposition hatten auch internationale Beobachter Unregelmäßigkeiten in einigen Staaten gemeldet.

Der ehemalige Militärherrscher Obasanjo war 1999 - nach langjährigem Militärregime in dem westafrikanischen Land - zum Präsidenten gewählt worden. Er kann vor allem im christlichen Südwesten, wo seine Volksgruppe der Yoruba eine starke Stellung hat, auf Unterstützung bauen. Auf zunehmenden Widerstand stößt er aber im überwiegend muslimischen Norden und im Südosten. Viele Nigerianer werfen ihm vor, seine Wahlkampfversprechen von 1999 - Kampf gegen Armut und Korruption - nicht eingehalten zu haben. Auch der anhaltenden religiös, ethnisch oder politisch motivierten Gewalt konnte Obasanjo nicht Einhalt gebieten. (APA/AP)

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