Streit zwischen Kosovo-Albanern und UNMIK droht zu eskalieren

24. April 2003, 21:23
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Parlamentspräsident Daci: Internationale Gemeinschaft soll Kosovo verlassen

Pristina/Belgrad - Der Präsident des Kosovo-Parlaments, Nexhat Daci, hat zum zweiten Mal innerhalb einer Woche den Leiter der UNO-Verwaltung in der südserbischen Provinz (UNMIK), Michael Steiner, wegen dessen "nicht erfolgreicher Mission" heftig kritisiert. Die internationale Gemeinschaft solle den Kosovo verlassen, forderte ein verärgerter Daci. Nur eine kleine Zahl von Experten solle bleiben, um den vorübergehenden Institutionen bei der Lösung großer Probleme behilflich zu sein, zitierte die serbische Nachrichtenagentur Tanjug albanische Presseberichte von heute, Donnerstag.

UNMIK-Vertreter hätten darauf hin geantwortet, dass die Albaner "zunächst gehen und erst dann laufen" bzw. den Parlamentarismus lernen sollten. Das Kosovo-Parlament solle lieber anstehende Probleme lösen und jene Möglichkeiten nützen, die sie bekommen haben und nicht die Arbeit der UNMIK bewerten, berichtete Tanjug.

Der Berater des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica, Predrag Simic, bezeichnete die Aussage von Daci als "nicht überraschend". Die Albaner würden jetzt die UNMIK als Hindernis für die Ausrufung der Unabhängigkeit ansehen. Sowohl Serben als auch Albaner würden die UNMIK beschuldigen, dem UNO-Weltsicherheitsrat "falsche Berichte" zu liefern, sagte Simic. Der einzige Unterschied sei, dass die Serben von einer schlechten Situation im Kosovo und die Albaner von einer besseren als tatsächlich bestehenden sprechen.

Dieses Mal sei aber "die Wahrheit auf der Seite der Serben", denn eine Rückkehr der Serben gebe es noch immer nicht und sie könnten sich nur in Enklaven frei bewegen. Insofern sei die UNMIK-Mission "nicht erfolgreich", betonte Simic. (APA)

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