"SEEMO" über Pressefreiheit in Serbien "tief besorgt"

24. April 2003, 20:14
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Brief an serbische Präsidentin und Regierungschef

Die in Wien ansässige Medienorganisation Südosteuropas (Seemo) hat sich "tief besorgt" über die Entwicklung der Pressefreiheit in Serbien gezeigt. In einem Brief an die amtierende serbische Präsidentin Natasa Micic und den Ministerpräsidenten Zoran Zivkovic kritisierte die Organisation, dass die serbische Regierung die Privatisierung des Belgrader Senders "B-92" verhindere. Zudem habe es gegen Gordana Susa, Journalistin des TV-Nachrichtenprogramms "Vin" verbale Attacken gegeben, hieß es in einer Aussendung heute, Donnerstag.

Susa habe nach ihrem am 18. April ausgestrahlten Interview mit dem serbischen Vizepremier Nebojsa Covic einen "beleidigenden und drohenden" Anruf von Vladimir Popovic, Leiter des Pressebüros der serbischen Regierung, erhalten. Grund sei gewesen, weil die Journalistin Covic Fragen über Popovic gestellt habe. Zudem habe es erneut einen Zwischenfall rund um die "Novine Vranjske" gegeben. Das Auto von Vukadin Obradovic, Chefredakteur der in der südserbischen Stadt Vranje erscheinenden Zeitung, sei in der Nacht zum 19. April beschädigt worden.

Bereits Anfang März erhielten Obradovic und einer seiner Kollegen Morddrohungen, wie SEEMO berichtet hatte. "Novine Vranjske" hatte zuvor über Vorwürfe gegen den serbisch-orthodoxen Bischof Wladika Pahomije berichtet, der mehrere Kinder sexuell missbraucht haben soll. (APA)

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